Ein Mann gibt Schüsse bei einem Event mit Donald Trump ab. Nun wurde offenbar ein Manifest gefunden. Zudem gibt es einen Bericht über Merkwürdigkeiten im Vorfeld. Nach dem Schusswechsel bei einem Gala-Dinner mit US-Präsident Donald Trump suchen Ermittler weiter nach dem Motiv und dem konkreten Ziel des Tatverdächtigen. Der bewaffnete 31-Jährige hatte am Samstagabend (Ortszeit) versucht, in Washington das Festessen mit der Hauptstadtpresse zu stürmen, wurde aber von Sicherheitskräften überwältigt. Einem Insider zufolge hatte der Schütze kurz vor seiner Tat ein Manifest an seine Familie verschickt. Darin habe er die Sicherheitsvorkehrungen am Tatort verhöhnt und Regierungsmitglieder als Ziele aufgelistet, erfuhr die Nachrichtenagentur Reuters am Sonntag aus Polizeikreisen. In dem Schreiben hieß es dem Insider zufolge, die andere Wange hinzuhalten, wenn jemand anderes unterdrückt werde, sei kein christliches Verhalten, sondern Mitschuld an den Verbrechen des Unterdrückers. Vorfall in Washington: Was das Netz abseits der Schüsse bewegt Nach Schüssen bei Dinner: Die Attentate auf Donald Trump Trump, Schüsse, Panik: Ein Abend, der Washington erschüttert Der Mann habe sich selbst als "Friendly Federal Assassin" (freundlicher Bundes-Attentäter) bezeichnet. Er sei dem Manifest zufolge mit mehreren Waffen in das Hotel gelangt, ohne dass jemand in ihm eine Bedrohung gesehen habe. Auf seiner Zielliste standen demnach hochrangige Regierungsvertreter. Familie war besorgt über das Verhalten des Mannes Trump, First Lady Melania und etliche Kabinettsmitglieder blieben bei dem Zwischenfall unversehrt. Der mutmaßliche Schütze hatte an einer Sicherheitskontrolle im Washington Hilton mit einer Schrotflinte auf einen Secret-Service-Agenten geschossen, dem seine Schutzweste das Leben rettete. Der Sicherheitsbeamte wurde verletzt, konnte aber bereits aus dem Krankenhaus entlassen werden. Trump bezeichnete den Verdächtigen später als "Möchtegern-Attentäter". Der 79-Jährige sagte dem Sender Fox News, der Verdächtige hasse Christen. Er sei "ein kranker Typ". Der 31-jährige mutmaßliche Täter aus dem kalifornischen Torrance war nach Angaben des kommissarischen Justizministers Todd Blanche mit dem Zug über Chicago nach Washington gereist. Der Verdächtige sollte am Montag vor einem Bundesgericht unter anderem wegen des versuchten Mordes an einem Bundesbeamten angeklagt werden. Seine Familie hatte den Behörden zufolge im Vorfeld Bedenken geäußert. Aus Kreisen des Präsidialamts verlautete, seine Schwester habe von radikalen Äußerungen, der Teilnahme an einem Anti-Trump-Protest und Plänen, "etwas" zu unternehmen, berichtet. Der Vorfall reiht sich in eine Zunahme politischer Gewalt in den USA ein, der in den vergangenen Monaten unter anderem der konservative Aktivist Charlie Kirk ebenso wie die demokratische Abgeordnete Melissa Hortman und ihr Mann zum Opfer fielen. Beide waren von politisch motivierten Attentätern ermordet worden. Warum waren die Sicherheitsvorkehrungen so lax? Unterdessen berichtet die "Washington Post" über Merkwürdigkeiten rund um das Gala-Dinner. Demnach soll es bei der Veranstaltung nicht die hohen Sicherheitsstandards gegeben haben, die normalerweise bei solchen Events üblich sind. Obwohl die höchsten Vertreter der US-Regierung in dem Hotel zugegen waren, darunter der Präsident und Vizepräsident, wurde das Dinner nicht in die Kategorie "National Security Event" eingestuft, schreibt das Blatt unter Berufung lokale Sicherheitskräfte und Bundesbeamte. Diese Einstufung wird üblicherweise vom Secret Service vorgenommen, könnte dieses Mal jedoch ausgeblieben sein. Eine der Hauptaufgaben der Behörde ist der Schutz der US-Regierungsmitglieder und des Präsidenten. Das Weiße Haus verwies auf Anfrage der "Washington Post" an das Heimatschutzministerium, dem der Secret Service formal unterstellt ist. Bereits im Jahr 2024 hatte es Kritik am Vorgehen des Secret Service gegeben. Im Nachgang des versuchten Attentats auf Trump bei einer Wahlkampfveranstaltung in Butler, Pennsylvania , war die damalige Leiterin der Behörde, Kimberly Cheatle, zurückgetreten. Sie hatte vor einem Kongressausschuss des US-Parlaments ein eklatantes Versagen ihrer Behörde eingeräumt.