Schwetzingen: Wo Polizei und Verwaltung handeln wollen
Von Volker Widdrat
Schwetzingen. Die jüngste Fahrradtour von Verwaltung und Polizei hatte neuralgische Punkte im Stadtgebiet zum Ziel. Bürgermeister Matthias Steffan, Ordnungsamtsleiter Pascal Seidel, die stellvertretende Bauamtsleiterin Anne Wicke, Polizeirevierleiter Martin Scheel und sein Kollege Carsten Petzold, Matthias Jaekel von der Verkehrsbehörde im Ordnungsamt und die städtische Pressereferentin Andrea Baisch machten auch Station in der Bahnhofsanlage.
Schon länger macht dort die sogenannte "Müßiggänger-Szene" den Behörden Sorgen. Besonders in den Sommermonaten wird an dieser Stelle viel Alkohol konsumiert. Die Folgen sind oftmals Ruhestörungen, Körperverletzungen und Sachbeschädigungen. Sicherheit und Sauberkeit des Areals lassen nach Ansicht mancher Anwohner zu wünschen übrig. "Wir reagieren auf alle Beschwerden, die Meldekette funktioniert", meinte Bürgermeister Matthias Steffan.
Polizeirevierleiter Martin Scheel bestätigte: "Die stärkere Präsenz hat aus unserer Sicht schon Wirkung gezeigt. Unser Konzept mit Sicherheits- und Ordnungsstreifen greift. Wir nehmen die Szene wahr und behalten sie im Auge." An dem Tag hatte ein Facebook-Nutzer die Frage gestellt, ob es in Schwetzingen etwa "No-Go-Areas" gebe. Das erntete bei Polizei und Verwaltung Kopfschütteln.
Zahlreiche User hatten sich bemüßigt gefühlt, auf den inzwischen gelöschten Post mehr oder weniger unqualifiziert zu antworten. Jeder könne sich sicher fühlen, auch abends, wenn er durch die Bahnhofsanlage in Richtung Innenstadt gehe, meinte Polizeichef Scheel. Die angezeigten Ordnungsstörungen seien ja auch kein für Schwetzingen typisches Problem: "Und No-Go-Areas gibt es hier schon gar nicht."
Auf der Tour zum alla-hopp-Freizeitgelände begutachtete die Gruppe einen besonderen Gefahrenpunkt. Manche Radler nehmen die Abfahrt von der Rad- und Fußwegbrücke über die B 291 runter in den Schälzigweg mit viel Schwung. Dabei kommt es wegen der Grundstücksausfahrten immer wieder zu gefährlichen Situationen. Anwohnerin Edith Hellfeier hatte die Verwaltung per Mängelmelder auf das Problem aufmerksam gemacht. Vielleicht müsse man hier Absperrbügel installieren, meinte Ordnungsamtsleiter Seidel.
Die alla hopp!-Anlage war schon öfters von Vandalismus betroffen. Vor ein paar Wochen hatten Unbekannte wieder einmal ein Bild der Verwüstung hinterlassen: Gartenmöbel waren durcheinandergeworfen, Toilettenhäuschen und Mülleimer zerstört und zerbrochene Glasflaschen über das Gelände verteilt worden. Die Stadt möchte deshalb mit dem Gemeinderat die Spielplatz-Satzung ändern, erklärte Bürgermeister Matthias Steffan. Dann könne die Polizei besser durchgreifen und auch Platzverweise erteilen. An eine Einzäunung des Geländes, wie etwa bei der Anlage in Heidelberg, denke man noch nicht, appellierte Steffan an Passanten wie Hundebesitzer und Jogger, etwaige Unregelmäßigkeiten sofort der Polizei zu melden.
"Wir wollen die Jugendlichen, die sich anständig verhalten, auch nicht verdrängen", wies Scheel auf die Konzeption der Polizei hin. Der Müll müsse aber mitgenommen werden, "sonst wird das sanktioniert". Es liege in der Hand von wenigen Unvernünftigen, ob die Polizei ihre Maßnahmen bis zum Ende durchziehen müsse.