Wütende Fans von Independiente Medellin zünden Tribünensitze an, werfen sie auf Polizisten und stürmen den Rasen. Dabei hätte das Spiel gar nicht vor Publikum ausgetragen werden sollen. Ein Gruppenspiel der Copa Libertadores zwischen Independiente Medellin und CR Flamengo ist am Donnerstag nach wenigen Minuten abgebrochen worden. Fans des kolumbianischen Klubs hatten auf der Tribüne ein Feuer entzündet, Sitze auf Polizisten geworfen und den Platz gestürmt. Auslöser war das Verpassen der K.o.-Runde in der heimischen Meisterschaft am Wochenende zuvor. Der Protest richtete sich vor allem gegen die Klubeigner des sechsmaligen kolumbianischen Meisters. Sicherheitsbehörden hatten bereits am Dienstag vor Ausschreitungen gewarnt und eine Partie ohne Zuschauer gefordert. Medellin lehnte das wegen geltender Sponsorenverträge ab. Den Gästen aus Rio de Janeiro stehen nach den Statuten automatisch drei Punkte zu. Flamengo führte die Tabelle der Gruppe A bereits vor der Partie an. Medellin steht als Dritter unter Druck und muss um den Einzug in die K.o.-Phase zittern. Schwere Krawalle sind in der Copa Libertadores, dem südamerikanischen Pendant zur Champions League , kein Einzelfall. 2018 hatten River-Plate-Fans Spieler von Boca Juniors auf der Fahrt zum Stadion im Mannschaftsbus mit Steinwürfen verletzt. Das Final-Rückspiel der beiden argentinischen Hauptstadtklubs musste daraufhin nach Madrid verlegt werden.