Rhein-Neckar Löwen: Derby gegen Frisch Auf Göppingen
Von Daniel Hund
Mannheim. Danach war da vor allem eins: Erleichterung. Lächelnd verabschiedeten sich die Rhein-Neckar Löwen von ihren Fans, schrieben Autogramme und posierten für den einen oder anderen Selfie-Schnappschuss. Und die gute Laune war begründet: In den sechzig Handball-Minuten zuvor hatten die Gelben nämlich ganze Arbeit geleistet. Der VfL Gummersbach wurde überrannt, mit einer 20:34-Packung zurück auf die Autobahn geschickt. Andy Schmid, der Glückliche: "Wir haben wieder bewiesen, dass wir eine gute Mannschaft sind und sehr guten Handball spielen können." Was vor allem mit ihm zusammenhing. Der zuletzt angeschlagene Kapitän ist nämlich zurück in seiner Gala-Form. Alles, was der Schweizer am Mittwochabend auf die Platte brachte, hatte Hand und Fuß. Seine Pässe, seine Würfe, seine Übersicht.
Kurzum: Der Meistertraum lebt wieder. Denn nun haben die Badener den Rücken frei, Champions League und DHB-Pokal sind Geschichte. Aus einer Dreifach-Belastung ist eine einfache geworden. Wobei die neuerliche Schmach von Hamburg, also der Halbfinal-Knockout gegen Flensburg noch ein wenig nachwirkt. Auch Löwen-Trainer Nikolaj Jacobsen befand sich am späten Mittwochabend noch im Grübel-Modus: "Die Niederlage hat uns sehr geärgert, zudem hatte ich das Gefühl, dass hier die ganze Region danach die Köpfe hängen gelassen hat." Und weiter: "Aber es sollte den Leuten klar sein, dass die Löwen beim Final Four bei allen zehn Anläufen nie mit Absicht verloren haben."
Schwamm drüber, es geht weiter - und zwar sofort. Schon heute um 19 Uhr müssen die Besten aus dem Südwesten bei Frisch Auf Göppingen ran. Derbyzeit also. Jacobsen tippt auf Schwerstarbeit, auf einen Kampf auf Biegen und Brechen. Der Däne: "Göppingen ist körperlich deutlich stärker als Gummersbach. Da wird es ganz anders zur Sache gehen." Zudem hat Göppingen einen Riesen-Vorteil auf seiner Seite: Während die Löwen unter der Woche gegen Gummersbach spielen mussten und am Wochenende zuvor beim Final Four im Einsatz waren, hatten die Schwaben sieben Tage frei. Die Akkus sind voll. "Aber nicht nur das, sie konnten sich auch gezielt auf uns vorbereiten", sagt Jacobsen. Zuversichtlich ist er trotzdem. "Der Sieg gegen Gummersbach hat uns Selbstvertrauen gegeben. Das hat man danach sofort gespürt."
Themenwechsel: Am Donnerstag gaben die Löwen bekannt, dass Michel Abt, der aktuell verletzt ist, als Trainer bei der Drittliga-Reserve der Löwen einsteigt. Zusammen mit André Bechtold wird er das Trainerteam bilden. Der 26-Jährige besitzt bereits einen B-Trainerschein und bringt somit alle Voraussetzungen mit.