Die letzte von 306 Medaillenentscheidungen in Rio de Janeiro ist gefallen: Die US-Basketballer werden wie erwartet Olympiasieger. Auch die deutsche Olympia-Mannschaft hat noch einmal Grund zum Jubeln: Die Handball-Männer holen sich Bronze.Rio de Janeiro (dpa) - Die US-Basketball-Stars haben zum Abschluss der Olympischen Spiele in Rio de Janeiro die fest eingeplante Goldmedaille gewonnen. Im Finale setzte sich das Team um Kevin Durant am Sonntag wenige Stunden vor der Schlussfeier gegen Serbien überlegen mit 96:66 durch und holte zum dritten Mal nacheinander und zum 15. Mal insgesamt Gold. Bronze ging an Spanien. Es war die letzte von 306 Medaillenentscheidungen der Sommerspiele an der Copacabana.Mit 46 Mal Gold, 37 Mal Silber und 38 Mal Bronze lagen die USA im Medaillenspiegel klar vorn. Deutschland (17 Gold/10 Silber/15 Bronze) landete auf Rang fünf, lag aber mit 42 Medaillen knapp unter der London-Marke (44 Medaillen).Am letzten Tag durfte sich die deutsche Mannschaft in Rio immerhin noch über eine Medaille freuen. Die Handball-Männer von Bundestrainer Dagur Sigurdsson krönten ihr außergewöhnliches Jahr mit Bronze. Sieben Monate nach dem EM-Titel siegten sie im Spiel um Platz drei mit 31:25 gegen Polen. «Wir haben ein großartiges Turnier gespielt. Wir sind zurück in der Weltspitze», sagte Torhüter Andreas Wolff in Rio de Janeiro. «Ich hoffe und denke, dass wir in vier Jahren die beste Mannschaft der Welt sind. Gold ist 2020 realistisch.» Olympiasieger wurde erstmals Dänemark durch ein 28:26 gegen Weltmeister Frankreich. Durch den Erfolg der «Bad Boys» haben alle deutschen Mannschaften, die bei Olympia vertreten waren, eine Medaille gewonnen. Die Fußballer feierten nach dem verlorenen Elfmeterkrimi gegen Brasilien ihre Silbermedaille noch bis tief in die Nacht im Deutschen Haus. Auch die deutschen Kanuten stießen bis zum frühen Sonntagmorgen mit Kaltgetränken auf ihren außergewöhnlichen Erfolg an: Vier Goldmedaillen und insgesamt sieben Podestplätze kamen der stärksten olympischen Ausbeute seit Athen 2004 gleich.Die Mountainbiker konnten die enttäuschende Bilanz des Bundes Deutscher Radfahrer am Sonntag auch nicht mehr retten. Weder Manuel Fumic als 13. noch Moritz Milatz als 28. kamen unter die Top Ten. Olympiasieger wurde der Schweizer Nino Schurter. US-Schwimmstar Ryan Lochte scheint die Feierlaune dagegen seit einigen Tagen vergangen. In der Affäre um den angeblichen Raubüberfall während der Spiele in Rio gab sich Lochte nun kleinlaut. Er habe die Geschichte total übertrieben, sagte der 32-Jährige in einem NBC-Interview. Sein «unreifes Verhalten» habe ihn und seine drei Teamkollegen auf der nächtlichen Tour durch Rio erst in die Bredouille gebracht. Wenn er das nicht getan hätte, «würden wir jetzt nicht in diesem Schlamassel stecken». Er habe an jenem Abend «definitiv zu viel getrunken», gab Lochte zu, «und ich war sehr berauscht». An einer Tankstelle hatte sich der Schwimmer mit Sicherheitskräften angelegt.Der Skandal um Staatsdoping in Russland wird die Sportwelt auch noch nach dem Ende der Spiele beschäftigen. Das IOC kündigte eine Reform des Anti-Doping-Kampfes an, deutsche Experten wollen nun einen internationalen Anti-Doping-Gipfel organisieren. Mit dem Symposium solle ein «Aufstand der Wissenschaft gegen das dunkle Gesicht des Sports» organisiert werden, schrieben der Sportmediziner Perikles Simon und der Pharmakologe Fritz Sörgel in einer am Sonntag veröffentlichten Erklärung.