Istanbul (dpa) - Menschenrechtler fordern die Freilassung des Türkeiexperten der Organisation Reporter ohne Grenzen (ROG) und zweier anderer Aktivisten, die in der Türkei unter dem Vorwurf der Terrorpropaganda inhaftiert worden waren. «Die drei sollten sofort freigelassen und die Ermittlungen eingestellt werden», erklärte der Leiter der Abteilung Europa und Zentralasien von Human Rights Watch (HRW), Hugh Williamson, am Dienstag. Amnesty International nannte die Vorwürfe «rechtlich unbegründet».Der ROG-Mitarbeiter Erol Önderoglu, die Menschenrechtsaktivistin Sebnem Korur Fincani und der freie Journalist Ahmet Aziz Nesin waren am Montag in Untersuchungshaft genommen worden. Ihnen wird Propaganda für die verbotene kurdische Arbeiterpartei PKK vorgeworfen. Alle drei kritisierten immer wieder das Vorgehen der türkischen Regierung im Kurdenkonflikt.Hintergrund der Ermittlungen ist eine Kampagne gegen die prokurdische Zeitung «Özgür Gündem», die sich gegen den zunehmenden Druck auf die Zeitung richtet. Die Kampagne hatte am 3. Mai zum Tag der Pressefreiheit begonnen. Seitdem übernehmen Unterstützer symbolisch den Posten der Chefredaktion der «Özgür Gündem». Bislang haben nach Angaben von HRW 44 Menschen an der Kampagne teilgenommen, gegen 37 von ihnen wird demnach ermittelt.