Der ID. Polo soll den Einstieg in die Elektromobilität bezahlbarer machen. Nun bekommt der Kleinwagen auch von einer Fachjury eine Auszeichnung. Der VW ID. Polo ist zum "German Car of the Year 2027" gewählt worden. Der Kleinwagen gewann zunächst im Segment der Budgetfahrzeuge und setzte sich anschließend auch gegen die Sieger der übrigen Fahrzeugklassen durch. Über die Auszeichnung entschied eine Jury aus 47 deutschen und internationalen Motorjournalisten. Die Jury bewertete den Elektro-Kleinwagen in mehreren Kategorien besonders gut. In den Bereichen Design und Fahrspaß erreichte er 85,8 Prozent der Maximalbewertung. Bei Sicherheit und Umwelt kam er auf 84,2 Prozent, bei Signifikanz und Innovation auf 83,8 Prozent. Komfort und Praktikabilität wurden mit 82,0 Prozent bewertet. Das Interieur erreichte im klassenübergreifenden Design-Ranking den zweiten Platz, das Exterieur kam auf Platz drei. Was der ID. Polo bietet Der ID. Polo schließt bei Volkswagen die Lücke unterhalb des ID.3 Neo . Während der ID.3 Neo ohne Rabatte bei mehr als 30.000 Euro startet, zielt der kleinere ID. Polo auf einen Einstiegspreis von rund 25.000 Euro. Volkswagen hatte die Bestellbücher Ende April geöffnet. Zu diesem Zeitpunkt konnten Kunden das Auto noch nicht im Handel ansehen oder Probe fahren. Dennoch lagen Anfang September europaweit bereits mehr als 30.000 Bestellungen vor, wie eine VW-Sprecherin der "Automobilwoche" sagte. Vor allem in Deutschland habe die Nachfrage deutlich über den ursprünglichen Erwartungen gelegen. Für Volkswagen ist die Nachfrage nach dem ID. Polo ein wichtiges Signal. Gleichzeitig bleiben elektrische Kleinwagen wirtschaftlich schwierig. Der niedrige Einstiegspreis und hohe Bestellzahlen sorgen zwar für Verbreitung im Markt. Die Gewinnspannen fallen in diesem Segment für Hersteller aber vergleichsweise gering aus – damit fehlt Geld, das in wichtige Investitionen wie den elektrischen Golf-Nachfolger fließen soll . Technisch basiert der ID. Polo auf der weiterentwickelten Elektroplattform MEB+. Anders als die bisherigen ID-Modelle setzt er auf Frontantrieb. Das spart Bauraum im Heck und ermöglicht einen vergleichsweise großen Kofferraum. Der ID. Polo ist 4,05 Meter lang und liegt damit etwa auf dem Niveau des Polo mit Verbrennungsmotor . Der Gepäckraum fasst 441 Liter. Im Innenraum geht Volkswagen einen sichtbar anderen Weg als bei früheren ID-Modellen. Digitale Anzeigen bleiben, wichtige Funktionen bekommen aber wieder eigene Bedienelemente. Es gibt eine Tastenleiste für die Klimasteuerung, einen zentralen Drehregler für die Lautstärke und haptische Knöpfe am Lenkrad. Die Instrumente bestehen aus einem 10-Zoll-Display hinter dem Lenkrad und einem zentralen 13-Zoll-Infotainmentbildschirm. Damit reagiert Volkswagen auch auf Kritik an früheren Elektroautos der Marke, bei denen viele Funktionen über Touchflächen oder Menüs bedient werden mussten. Beim ID. Polo sollen klassische Bedienelemente und digitale Anzeigen stärker zusammenspielen. Hinzu kommen je nach Ausstattung textile Oberflächen am Armaturenträger und an den Türtafeln. Beim Antrieb stehen drei Leistungsstufen zur Wahl: 85, 99 und 155 kW, also 116, 135 und 211 PS. Die Basisversionen nutzen eine 37-kWh-Batterie mit Lithium-Eisenphosphat-Chemie. Die stärkeren Varianten bekommen eine 52-kWh-Batterie mit Nickel-Mangan-Kobalt-Zellen. Die Reichweite liegt je nach Version zwischen 329 und 455 Kilometern. An Schnellladesäulen lädt der ID. Polo mit bis zu 90 kW bei der kleineren und bis zu 105 kW bei der größeren Batterie. Ein Ladevorgang von 10 auf 80 Prozent dauert rund 24 bis 27 Minuten. Die weiteren Klassensieger Neben dem VW ID. Polo wurden vier weitere Klassensieger ausgezeichnet. In der Kategorie "Compact" für Fahrzeuge mit einem Einstiegspreis zwischen 25.000 und 40.000 Euro gewann der elektrische Kia PV5. Das Premiumsegment zwischen 40.000 und 70.000 Euro entschied der Mercedes-Benz GLC Electric für sich. In der Luxusklasse für Modelle über 70.000 Euro setzte sich der Xpeng X9 durch. Den Titel "German Performance Car of the Year 2027" erhielt der Hyundai Ioniq 6 N. Damit gingen alle fünf Klassensiege an elektrisch angetriebene Fahrzeuge. Weitere Auszeichnungen Zusätzlich zu den fünf Fahrzeugklassen vergab die Jury weitere Auszeichnungen für einzelne Eigenschaften und Fahrzeugkonzepte. Den Preis für das beste Preis-Leistungs-Verhältnis in der Kategorie "Value" erhielt der Geely E2 . Für das beste Außendesign wurde der Renault Twingo ausgezeichnet . Der BMW iX3 erhielt den Preis für das beste Innendesign. Die Auszeichnung für den besten Antriebsstrang ging an den Porsche 911 Turbo S. Als "Family Car of the Year" wurde der Skoda Peaq prämiert. Neben den Fahrzeugpreisen vergab die Jury auch eine persönliche Auszeichnung. Der scheidende Skoda-Chef Klaus Zellmer wurde zur "Automotive Person of the Year 2027" gewählt. Was ist der "German Car of the Year"-Award? Der "German Car of the Year"-Preis wird seit neun Jahren vergeben. Bewertet werden neue Fahrzeugmodelle der vergangenen zwölf Monate. Zunächst ermittelt die Jury Sieger in fünf Fahrzeugklassen. Danach treten diese Klassensieger bei abschließenden Testfahrten gegeneinander an. Die Jury besteht aus 47 deutschen und internationalen Fachjournalisten. Neben den Fahrzeugklassen werden zusätzliche Preise für einzelne Eigenschaften wie Design, Antrieb, Preis-Leistungs-Verhältnis oder Familientauglichkeit vergeben.