Küche: Butter einfrieren – geht das? Wir klären auf
Eigentlich findet sich immer ein Weg, Butter aufzubrauchen. Aber wenn das mal nicht der Fall ist, hat sich manch einer vielleicht schon gefragt, ob sie ins Gefrierfach darf.
Die Meinungen darüber, ob Butter in den Kühlschrank gehört, sind ja schon gespalten – wie sieht es da mit dem Gefrierschrank aus? Das Gute: In diesem Fall geht es ja weniger um geringfügige Unterschiede bei der Streichfähigkeit, sondern eher um langfristiges Aufbewahren. Also ein deutlich weniger emotionales Thema. Dafür eines, das man gut wissenschaftlich abklären kann.
Butter gehört bei vielen Menschen zum Frühstück und Abendessen aufs Brot, zum Braten in die Pfanne oder als Zutat für den nächsten Kuchen in die Rührschüssel. In der Regel finden sich also immer ausreichend Anlässe, eventuelle Reste aufzubrauchen.
Doch wenn Butter zufällig gerade im Angebot ist und jemand im Supermarkt deshalb ordentlich zulangt, stellt sich womöglich doch mal die Frage: Könnte man Butter auch einfrieren, wenn man sie auf längere Sicht nicht verbrauchen wird?
Butter einfrieren – ja oder nein?
Das Milchprodukt ist an sich nicht schnell verderblich. Wer Butter bei Raumtemperatur aufbewahrt, sollte sie etwa innerhalb einer Woche aufbrauchen. Im Kühlschrank hält sie sich wesentlich länger – problemlos einige Wochen – und kann häufig auch über das Mindesthaltbarkeitsdatum hinaus noch genießbar sein. Vorausgesetzt, sie zeigt keine Veränderungen bei Geruch, Geschmack oder Aussehen.
Wem diese Zeitspanne nicht ausreicht, kann aber jubilieren: Ja, Butter kann man auch einfrieren. Sogar recht unkompliziert.
Am einfachsten ist es, die Butter in ihrer unbeschädigten Originalverpackung einzufrieren. Wer zusätzlichen Schutz möchte, kann sie in Folie einschlagen oder einen Gefrierbeutel verwenden. Praktisch kann es auch sein, die Butter bereits vor dem Einfrieren in kleinere Stücke zu teilen. Dann muss später nicht gleich ein kompletter Block aufgetaut werden, wenn nur eine kleine Menge zum Backen oder Kochen benötigt wird.
Gesalzene Butter hält tiefgekühlt ein Jahr
Wie lange die Butter im Gefrierfach ihre Qualität behält, hängt unter anderem von der Sorte ab. Ungesalzene Butter hält sich tiefgekühlt etwa bis zu neun Monate, gesalzene Butter sogar bis zu 12 Monate. Bei Kräuterbutter sind ungefähr sechs Monate sinnvoll, während Margarine (streng genommen keine Butter) rund neun Monate eingefroren werden kann. Diese Angaben beziehen sich vor allem auf die Qualität – Butter verdirbt nicht direkt, wenn sie länger im Tiefkühler liegt, allerdings können Geschmack und Konsistenz nachlassen.
Beim Auftauen sollte man der Butter dann Zeit geben. Besonders schonend ist es, sie über Nacht im Kühlschrank aufzutauen. Wer das gelbe Gold sehr viel schneller verwenden möchte, kann die gefrorene Butter notfalls auch vorsichtig (!) in der Mikrowelle erwärmen. Dabei sollte die Butter nur in kurzen Intervallen erhitzt werden, damit sie nicht ungewollt schmilzt.
Und wenn Ihnen Einfrieren nicht reicht …
Wer daran zweifelt, dass man Butter lange lagern kann: Die alten Iren pflegten ihre Butter im Moor abzulegen, so dass sauerstoffarme Umfeld sie konservierte. Und zwar so lange, dass im Jahr 2014 der Sternekoch Kevin Thornton ein Stück so eines fast 4000 Jahre (!) alten Klumpens „bog butter“ probieren konnte. Der habe zwar „deutlich verändert“ geschmeckt, so Thornton – verdorben war die Butter aber nicht. Wissenschaftler hatten vorher bestätigt, dass es aus chemischer Sicht völlig sicher sei, sie zu probieren.