Gartenreich und Klimawandel: Neue Holzpfähle sichern Gewässerufer im Wörlitzer Park
Hitze, Erosionen, Wasserknappheit: Der Klimawandel verändert auch historische Gartendenkmale wie den Wörlitzer Park. Hier wird seit dem Sommer gebaut. Es geht um die Stabilisierung der Ufer.
Im Wörlitzer Park laufen aktuell Sicherungsarbeiten an den Ufern des Gewässersystems. Seit Juni werden die Ufereinfassungen schrittweise in einer neuen Bauweise ertüchtigt, wie die Kulturstiftung Dessau-Wörlitz mitteilte. Demnach werden resistentere Pfähle aus Holz verbaut, die die historische Gestaltung der einzigartigen Gartenlandschaft erhalten sollen.
Die Arbeiten ziehen sich bis ins nächste Jahr hinein, wie es hieß. Das Geld dafür stamme aus dem Bundesprogramm „Anpassung urbaner und ländlicher Räume an den Klimawandel“.
Tausende Holzpfähle für mehr Stabilität
Den Angaben zufolge liegen die hölzernen Ufersicherungen eigentlich das Jahr über unterhalb der Wasseroberfläche – bedingt durch den Klimawandel schwanken die Wasserstände aber immer häufiger stark. „Dadurch liegen die Ufersicherungen längere Zeit trocken, altern dadurch deutlich schneller und werden zunehmend marode“, sagte eine Stiftungssprecherin.
Das Gewässersystem des Wörlitzer Parks hat den Angaben nach eine Uferlänge von rund zwölf Kilometern. Etwa 3,8 Kilometer würden nun saniert und dabei auch rund 7.500 Eichenholzpfähle verbaut, hieß es.
Sperrungen nicht ignorieren
Für Besucherinnen und Besucher des Parks gebe es durch die Arbeiten keine größeren Einschränkungen. Lediglich einzelne Wege oder Brücken könnten gesperrt werden. „Aus Sicherheitsgründen bitten wir, die Absperrungen der Baustellen unbedingt zu respektieren und trockengefallene Gewässerabschnitte nicht zu betreten“, sagte die Sprecherin.
Das Gartenreich Dessau-Wörlitz entstand unter Fürst Leopold III. Friedrich Franz von Anhalt-Dessau (1740-1817). Kern der Kulturlandschaft ist der Wörlitzer Park, der nach englischem Vorbild gestaltet wurde.
Die Kulturstiftung Dessau-Wörlitz bewahrt, erforscht und vermittelt das zum Unesco-Weltkulturerbe gehörende Gartenreich. Dazu gehören 140 historische Baudenkmale, davon fünf teilweise als Museen genutzte Schlösser und denkmalgeschützte Gartenanlagen, etwa 7.000 Hektar land- und forstwirtschaftlich genutzte Flächen sowie umfangreiche Kunstsammlungen.