Jaguar verabschiedet sich vom Verbrennungsmotor und verdoppelt die Preise. Die Traditionsmarke zielt künftig auf eine völlig neue, betuchte Klientel ab. Offenbar geht die Rechnung auf. Die britische Traditionsmarke Jaguar bricht mit ihrer Geschichte: Künftig wird es keine Benziner mehr geben, sondern nur noch äußerst teure Elektroautos. Das verscheucht die bisherige Stammkundschaft, lockt aber völlig neue Käufer an. Vier von fünf am neuen Comeback-Modell Interessierten haben noch nie einen Jaguar besessen. Weltweit haben sich bereits mehr als 50.000 Menschen für eines der neuen Elektroautos registriert. Das berichtet das Fachmagazin "Drive". Jaguar-Chef Rawdon Glover sieht sich in seinem Kurs bestätigt: "Rund 80 Prozent dieser Interessenten sind komplett neu für uns." Jaguar verjagt seine Stammkunden Diese neue Strategie birgt ein enormes wirtschaftliches Risiko. Der Hersteller kalkuliert fest damit, dass bis zu 85 Prozent der bisherigen Kunden die teuren Luxuswagen nicht kaufen können oder wollen und zur Konkurrenz abwandern. Eine Werbekampagne, die komplett keine Autos zeigte, verärgerte bereits viele traditionelle Fans. Das Management nimmt diesen Verlust bewusst in Kauf: Jaguar sucht Käufer, die auffallen wollen und denen modernes Design wichtiger ist als die Tradition der Marke. Keine Heckscheibe, doppelter Preis Das erste Modell dieser neuen Ära ist der Type 01, ein viertüriger Sportwagen, der gerade in New York Premiere feierte und mit allen Konventionen bricht. Das 5,30 Meter lange Auto besitzt keine Heckscheibe mehr. Den Blick nach hinten ersetzt eine Kamera. Mit diesem Design verlässt Jaguar den Wettkampf mit BMW , Mercedes oder Audi . Die Marke zielt stattdessen auf die höhere Liga von Bentley und Porsche ab. Das zeigt sich vor allem beim Preis: Er beginnt bei rund 165.000 Euro und ist damit doppelt so hoch wie bisher bei Jaguar üblich. Bestellungen sind ab Anfang 2027 möglich. Die wichtigsten Daten im Überblick Drei Elektromotoren liefern 1.030 PS. In 3,2 Sekunden geht es von null auf Tempo 100, die Spitze liegt bei 260 km/h. Der Akku reicht für bis zu 720 Kilometer. Am Schnelllader dauert es 22 Minuten, um die Batterie von zehn auf 80 Prozent zu laden. Kein Zurück zum Verbrennungsmotor Eine Rückkehr zu Benzin- oder Hybridmotoren schließt Jaguar aus. Die Marke bleibt rein elektrisch. Ob dieser Plan aufgeht und die digitale Neugier zu echten Verkäufen führt, zeigt sich ab der zweiten Jahreshälfte 2027, wenn Jaguar die ersten Fahrzeuge ausliefert.