Morgenstern: Und wann werden Sie so zum Hobby-Hypochonder?
Vor welchen Erkrankungen man sich hüten sollte, und warum man Freundschaften zu Diktatoren gerne mal hinterfragen darf. Die Lage am Morgen.
Guten Morgen, liebe Leserinnen und Leser,
jetzt muss ich mich schon wieder für Ihre ganzen netten E-Mails bedanken. Also: Danke! Jetzt setzen Sie mich hier aber natürlich ganz schön unter Druck, regelmäßig etwas einigermaßen Lesbares aufs digitale Papier zu bringen. Versuchen wir's doch heute mit etwas Leckerem. Neben meiner eigentlichen Aufgabe hier in Jakarta habe ich nämlich noch eine weitere: Wenn ich in ein paar Wochen wieder heimwärts reise, muss ich im Gepäck ein Kontingent hiesiger Snacks haben. Für die Kollegen. Die sollen auch was davon haben, dass ich hier Abenteuer in der Ferne erlebe.
Wenn ich hier bisher einkaufen war, dann wanderten aber meist eher andere Dinge in mein Körbchen: Wasser (oh, so viel Wasser!), interessantes Obst, das man so in Deutschland nicht bekommt, solider indonesischer Instantkaffee und vielleicht ein paar Indomie-Nudeln. Ich war nie ein großer Fan von Instant-Nudeln, ich weiß aber, dass Korea in dieser Branche viel Ruhm für sich beansprucht. Nee nee, sage ich da – erstens hat Indonesien Instant-Nudeln quasi erfunden, und Indomie ist hier absoluter Kult, Und zweitens sind die auch tatsächlich ziemlich lecker.
Das ist nun aber alles nichts, was als Mitbringsel für die Redaktion taugt. Ich habe also eine aktive Testreihe gestartet und hatte jetzt schon Tempeh-Chips, gebackene und gewürzte Kichererbsen und süße Keksbällchen mit Beerenfüllung. Und das war alles ziemlich gut! Haben Sie vielleicht Erfahrung mit indonesischen Snacks und können noch weitere Empfehlungen geben, was ich unbedingt testen muss? Ich nehme gern Vorschläge entgegen.
Jeder nur eine irrationale Angst vor Krankheit
Ich weiß glücklicherweise, dass ich nicht allein damit bin, eine abstruse hypochondrische Besorgnis zu haben. Ich will hier jetzt nicht damit anfangen, was mir Freunde über ihre eigenen, spezifischen medizinischen Ängste erzählt haben. Das sind alles keine schönen Themen und Körper machen seltsame Dinge. Aber in meinem Fall ist das eine Blutvergiftung.
Vielleicht, weil meine Oma mir als Kind erzählte, dass sie einmal eine hatte und fast daran gestorben wäre. Und dann kamen später über die Jahre drei(!) Fälle im Freundes- und Kollegenkreis dazu – die zum Glück alle gut ausgingen. Jedenfalls macht mich jeder kleine Schnitt in den Finger zunächst irrational nervös, und ich beobachte mindestens einen halben Tag lang misstrauisch, ob sich irgendwo gefährliche rote Linien auf der Haut bilden.
Ja, das ist natürlich unnötig übertrieben – meine Kollegin Tina Pokern hat aber gerade mit einem Forscher darüber gesprochen, wie gefährlich eine Sepsis ist, und (danke, Tina …) dass sie doch sehr viel häufiger vorkommt, als man denkt. Immerhin wird gerade an Medikamenten gearbeitet, die in schweren Fällen mehr Menschenleben retten könnten:
Atombomben haben darf, wer nett zu Trump ist
Um nochmal auf das Thema irrationale Ängste zurückzukommen… während im Iran derzeit ja noch immer ein Krieg herrscht, der vielleicht damit zu tun hat, dass die USA das Atomwaffenprogramm des Landes zunichte machen wollen, hat Donald Trump offenbar nichts dagegen einzuwenden, dass der nordkoreanische Diktator Kim Jong Un Atombomben besitzt. Und warum? „Weil er mich respektiert und mich mag“, so Trump. Das hat er wirklich gesagt. „Solange ich da bin, wird es ihm gut gehen.“
Es macht mich dabei weniger nervös, dass man in Nordkorea auf dermaßen gefährlichen Waffen sitzt – glücklicherweise ist jedem Staat bewusst, welche wahrscheinliche Folge es für ihn selbst hätte, wenn er eine Atombombe anderswo fallen lässt. Sehr nervös macht mich aber, dass der Präsident des wohl immer noch mächtigsten Landes der Welt solch naiv-narzisstische Äußerungen von sich gibt. Und Diktatoren kumpelhaft auf die Schulter klopft, wenn die sich brav bei ihm einschmeicheln.
5-Minuten-Talk: Siegmund will den Sieg
Im Dezember will sich Ulrich Siegmund zum ersten AfD-Ministerpräsidenten wählen lassen. Dabei hat er keine Mehrheit im Magdeburger Landtag. Mit diesen Tricks könnte er es trotzdem schaffen, analysieren die stern-Politikchefs Veit Medick und Jan Rosenkranz.
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Unsere stern+-Empfehlung des Tages
Auch, wenn ich Kunst sehr mag, war ich, zugegeben, noch nie auf einer Kunstauktion. Schon gar nicht auf einer, bei der Simon de Pury den Hammer schwingt. Dann könnte ich mir da nämlich ohnehin nichts leisten. Gerade deshalb finde ich den Artikel meines Kollegen Matthias Schmidt unheimlich interessant: Er hat mit dem schillernden Auktionator über eine Branche gesprochen, von der ich vorher so gar nichts wusste. Jetzt habe ich unter anderem gelernt, warum Picasso ein „Blue Chip“ ist.
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Wiebke Tomescheit-Bösenberg