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Merz und Union wollen Stromsteuer senken: So können Verbraucher sparen

Es war eines der ersten Versprechen, die Union und SPD gebrochen haben: die Senkung der Stromsteuer für alle. Jetzt könnte sie doch noch kommen. Union und SPD wollten damit in die neue Regierung starten: In ihrem Koalitionsvertrag kündigten sie als "Sofortmaßnahme" an, die Stromsteuer für alle Verbraucher auf das europäische Mindestmaß zu senken. Überdies wollten sie Umlagen und Netzentgelte reduzieren. Kurzum: Strom sollte für alle günstiger werden. Doch daraus wurde nichts, die Stromsteuer ist für die allermeisten Verbraucher bis heute nicht angetastet worden . Das soll sich jetzt aber nach dem Willen der Union ändern: Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) kündigte diesen Schritt am Montagmittag an. Bundesfinanzminister Lars Klingbeil meldet derweil Zweifel an der Bezahlbarkeit an. Er habe gar nichts gegen diese politische Forderung, sagte der SPD-Politiker in Berlin . Sie müsse aber auch finanziert werden können. Wie hoch ist die Stromsteuer in Deutschland? Aktuell zahlen deutsche Privathaushalte auf jede Kilowattstunde (kWh) Strom 2,05 Cent an Stromsteuer. Die EU empfiehlt ihren Mitgliedern eine Absenkung auf 0,05 Cent pro kWh – in einer aktuellen Elektrifizierungsagenda sollen die Mitglieder künftig fossiles Erdgas verpflichtend höher besteuern als Strom. Das EU-Mindestmaß ist ein deutlicher Unterschied zur deutschen Stromsteuer – und einer, der dem deutschen Staatshaushalt teuer zu stehen kommt. Laut dem Finanzministerium würde die Maßnahme 5,4 Milliarden Euro pro Jahr kosten. Strom wird günstiger – vor allem für Großverbraucher Doch nachdem die Energiekosten durch den Iran-Krieg erneut angestiegen sind – was sich auch auf den Strompreis auswirkt –, wurde die Forderung nach einer Senkung der Stromsteuer wieder lauter. Am Montagmorgen machte ein Papier der Fraktionsvorsitzenden von CDU und CSU die Runde , in dem dieser Punkt als Maßnahme aufgeführt wird. Sie ist Teil eines Maßnahmenbündels, mit dem die CDU wieder näher "an die Lebenswirklichkeit der Menschen" herangeführt werden soll. Dies fand nun offenbar auch Anklang in der Unionsspitze. Die Stromsteuersenkung würde die Strompreise für die meisten Verbraucher nur leicht absenken . Am stärksten profitieren würden jene mit einem besonders hohen Stromverbrauch, wie etwa Besitzer von Elektroautos oder Wärmepumpen. Wie viel Geld ein Durchschnittsverbraucher durch die Maßnahme sparen könnte, sehen Sie in dieser Tabelle: Jahreskosten* mit Stromsteuer bei 2,05 ct/kWh Jahreskosten* mit Stromsteuer bei 0,05 ct/kWh 2.000 kWh im Jahr = 800 Euro = 760 Euro 3.000 kWh/Jahr = 1.200 Euro = 1.140 Euro 3.500 kWh/Jahr = 1.400 Euro = 1.330 Euro 4.000 kWh/Jahr = 1.600 Euro = 1.520 Euro 6.000 kWh/Jahr = 2.400 Euro = 2.280 Euro *Ausgehend von einem Arbeitspreis von 40 Cent/Kilowattstunde. Darüber hinaus würden auch andere Preisbestandteile wie die Mehrwertsteuer sinken. Noch größer sind die Ersparnisse für Verbraucher, die den Stromanbieter wechseln. Das lohnt sich vor allem für Haushalte in der Grundversorgung, denn Grundversorgertarife gelten als die teuersten. So können Stromkunden schon jetzt sparen Dass sich der Wechsel lohnt, wissen aber viele Kunden nicht. Das geht aus einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov für den Ökostromanbieter Octopus Energy hervor . So glauben vor allem die Nichtwechsler – also diejenigen, die in den vergangenen drei Jahren nie den Stromanbieter gewechselt haben – mehrheitlich (64 Prozent), dass sie etwa genauso viel zahlen wie der Durchschnitt in Deutschland. Das stimmt aber nicht: Bestandskunden zahlen im Schnitt rund 33 Cent pro Kilowattstunde, Neukunden nur 30 Cent/kWh. Wer in einem Grundversorgertarif ist, etwa weil beim Einzug kein anderer Stromliefervertrag bestand , zahlt mit 42 Cent/kWh sogar deutlich mehr als Neukunden. Dennoch glauben der Umfrage zufolge 60 Prozent der Grundversorgerkunden, dass ihr Stromtarif im Durchschnitt liegt. Welchen Unterschied das ausmacht, haben wir hier berechnet. Kosten bei einem Arbeitspreis von 40 Cent/kWh Kosten bei einem Arbeitspreis von 30 Cent/kWh 2.000 kWh/Jahr = 800 Euro = 600 Euro 3.000 kWh/Jahr = 1.200 Euro = 900 Euro 3.500 kWh/Jahr = 1.400 Euro = 1.050 Euro 4.000 kWh/Jahr = 1.600 Euro = 1.200 Euro 6.000 kWh/Jahr = 2.400 Euro = 1.800 Euro Auch wenn eine Senkung der Stromsteuer vielen Haushalten helfen würde: Der größte Hebel liegt bei den Stromkunden selbst.

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