Der Rückzug von Bärbel Bas von ihren Ämtern verändert auch die Reisepläne von Lars Klingbeil. Der Vizekanzler verzichtet auf eine Dienstreise nach Indien und Thailand. Nach dem Rückzug von Bundesarbeitsministerin und SPD-Co-Chefin Bärbel Bas von allen politischen Ämtern mit Ausnahme ihres Bundestagsmandates sagt Finanzminister Lars Klingbeil seine Reise nach Indien ab, zu der er am späten Montagnachmittag aufbrechen wollte. Dies teilte sein Ministerium mit. Auch seine im Anschluss an Indien geplante Weiterreise zur Jahrestagung der Weltbank und des Internationalen Währungsfonds in Thailand entfällt. Bas hatte am Montag aus persönlichen Gründen ihren Rückzug von Ministeramt und Parteivorsitz verkündet. Ihr folgt als Bundesarbeitsminister der frühere rheinland-pfälzische Regierungschef Alexander Schweitzer (SPD) nach . Rückzug: Bärbel Bas gibt alle politischen Ämter auf Nachfolge: Alexander Schweitzer rückt ins Kabinett auf Die SPD-Spitze um Klingbeil und Bas war nach den Landtagswahlen im September in die Kritik geraten. Vielen galt Mecklenburg-Vorpommerns Regierungschefin Manuela Schwesig nach ihrem Erfolg in Schwerin als kommende SPD-Kanzlerkandidatin. Debatte um Doppelspitze Innerhalb der SPD war kritisiert worden, dass die Partei an Profil einbüße, wenn Bas und Klingbeil in die Kabinettsdisziplin eingebunden seien. Der designierte Arbeitsminister Schweitzer hatte zuletzt im Interview mit der Wochenzeitung "Die Zeit" erklärt: "Eine Politik, die die Menschen nicht akzeptieren, lässt sich nicht mit einem rhetorischen Schleifchen verkaufen." Die SPD hatte 2019 in der Debatte um die Nachfolge von Parteichefin Andrea Nahles eine Doppelspitze an der Parteispitze eingeführt: Saskia Esken und Norbert Walter-Borjans. Beide Politiker wurden damals über eine Abstimmung der Parteibasis bestimmt. Das Verfahren befriedete die Debatte über den Kurs der Partei.