Im vergangenen Jahr verzeichnete Porsche einen heftigen Gewinneinbruch. Seit Beginn dieses Jahres haben die Stuttgarter einen neuen Chef. Dieser präsentiert nun einen Plan für die Zukunft. Der Sport- und Geländewagenbauer Porsche hat am Mittwoch auf einem Kapitalmarkttag seine Strategie für die kommenden Jahre vorgestellt. Porsche-Chef Michael Leiters will mit der strategischen Ausrichtung "Sportwagenschmiede '35" unter anderem den Fokus des Unternehmens schärfen. Der Manager ist seit Beginn des Jahres am Steuer. Die Strategie folge dem Ziel, die Wettbewerbsfähigkeit des Konzerns zu stärken, die Attraktivität der Marke zu sichern und die Voraussetzungen für profitables Wachstum zu schaffen, hieß es in der Ankündigung zu der Veranstaltung. Stuttgart : Porsche-Familie verliert 3,1 Milliarden Euro Vermögen China macht bei Porsche nur noch 10 Prozent aus Konzernchef Michael Leiters ist dort ins Detail gegangen: Porsche hat seine Absatzziele für China drastisch gesenkt und baut sein Händlernetz in der Volksrepublik massiv ab. Der Sportwagenbauer rechnet künftig mit höchstens zehn Prozent Absatzanteil in China. Im Spitzenjahr 2020 gingen noch fast 35 Prozent aller Fahrzeuge in die Volksrepublik. 2025 lag der Anteil bei knapp 15 Prozent. Insgesamt hat sich die Zahl der dort verkauften Autos mehr als halbiert. Eine Rückkehr zu früheren Absatzhöhen um jeden Preis sei weder realistisch noch im Interesse der Marke. In China herrsche derzeit ein "selbstzerstörerischer Preiskampf", sagte Leiters. Dieser sei langfristig nicht nachhaltig. Auch lokale Hersteller und die Kaufzurückhaltung wohlhabender Chinesen wegen der Immobilienkrise belasten das Geschäft. Porsche will Autos mit viel Gewinn verkaufen Die Stuttgarter setzen nach eigenen Angaben auf einen werthaltigen Absatz – wollen ihre Autos also mit möglichst viel Gewinn verkaufen. Der Konzern will sich daher auf profitable Nischen konzentrieren. Die Planung für China sei "sehr konservativ", sagte Leiters. Das Händlernetz wird deutlich verkleinert. Die Zahl der Verkaufsstellen soll von mehr als 150 auf etwa 75 bis 80 bis Jahresende sinken, so Vertriebsvorstand Matthias Becker. Porsche ist in China nicht durch Joint Ventures gebunden und damit flexibler als andere Hersteller. Das Ergebnis sei ein China-Geschäft, das kleiner sei als früher, aber stärker und widerstandsfähiger, sagte Leiters. Sollte sich die Lage in China erholen, sei Porsche in der Lage, den Absatz wieder hochzufahren. "Wir werden diesen Markt nicht aufgeben." China ist der größte Automobilmarkt der Welt. Das Unternehmen aus Stuttgart hatte zuletzt zu kämpfen – mit sinkenden Absatzzahlen, insbesondere in China, einer geringeren Nachfrage nach E-Modellen und US-Zöllen. 2025 hatten unter anderem die Milliardenkosten für die Verbrenner-Verlängerung den Gewinn der Volkswagen-Tochter größtenteils aufgezehrt. Das Ergebnis nach Steuern brach im Vergleich zum Vorjahr um 91,4 Prozent auf 310 Millionen Euro ein.