Bodhana Sivanandan: Die jüngste Schachgroßmeisterin der Welt ist elf Jahre alt
Sie fing erst während der Corona-Pandemie mit dem Schachspielen an, jetzt brach sie einen Rekord: Bodhana Sivanandan ist die jüngste weibliche Schachgroßmeisterin.
Mit gerade einmal elf Jahren hat Bodhana Sivanandan Schachgeschichte geschrieben. Das Mädchen aus aus London wurde bei der 46. Schacholympiade im usbekischen Samarkand zur jüngsten Spielerin, die jemals den Titel Woman Grandmaster (WGM) erhielt. Zuvor hatte diesen Altersrekord Spielerinnen gehalten, die jeweils zwölf Jahre alt waren.
Bodhana trat bei dem bedeutenden Mannschaftswettbewerb für England an. Dabei spielte sie am ersten Brett – jenem Platz, der normalerweise dem stärksten Spieler einer Mannschaft vorbehalten ist. In insgesamt elf Partien sammelte sie acht Punkte.
Dass sie gerade einen Altersrekord aufgestellt hatte, war Bodhana zunächst gar nicht bewusst. Sie wusste zwar, dass sie die entscheidende Norm geschafft hatte, erfuhr aber erst später, dass sie nun die jüngste Titelträgerin ihrer Art ist. „Jetzt, wo Sie mir das gesagt haben, freue ich mich sehr“, sagte sie in einem Interview.
Elfjährige überzeugt bei Wettbewerb in Samarkand
Der Erfolg ist umso bemerkenswerter, weil die Elfjährige Schach und Schule miteinander verbindet: Sie besucht weiterhin eine Vollzeitschule und muss versäumten Unterricht nachholen, wenn sie für Turniere unterwegs ist. An der Schach-Karriere schätzt sie neben dem Spielen an sich, dass es mit vielen anderen Bereichen verbunden ist. „Ich mag alles daran, aber ich mag auch das Reisen, und weil ich normal zur Schule gehe, finde ich total nützlich, dass Schach mit so vielen Schulfächern zu tun hat.“ Vor allem in Mathe würden ihr ihre Fähigkeiten helfen.
Die junge Spielerin lässt sich nicht von Spielen auf der großen Bühne einschüchtern. Auf die Frage nach dem Druck antwortete sie, den spüre sie „nicht wirklich. Ich versuche einfach, Spaß zu haben.“
Schach hilft ihr in verschiedenen Schulfächern
Zum Schach kam Bodhana während der Pandemie eher zufällig. Ein Freund ihres Vaters ließ vor seinem Umzug nach Indien eine Tasche mit persönlichen Dingen bei der Familie zurück – darin befand sich auch ein Schachbrett. „Ich fand die Figuren interessant, darum fing ich an zu spielen“, erzählte sie später.
Nach ihrem historischen Erfolg hat Bodhana bereits weitere Ziele. Sie erklärte, sie wolle „weitermachen und Geschichte schreiben“. Der bisherige Rekord soll für sie also nicht das Ende ihrer Schachreise sein.