Eigentlich hat die "Tatort"-Saison gerade erst wieder Fahrt aufgenommen. Jetzt kommt es zu einer Zwangspause: Die ARD muss den Sonntagabend freiräumen. Ein Krimi aus Köln , einer aus Hannover – und schon ist wieder Schluss mit neuen "Tatort"-Ausgaben. Nach den Krimifällen "Tatort: König in Gelb" und "Tatort: Die letzten Menschen von Köln" wird die ARD am Sonntag keine Erstausstrahlung des Dauerbrenners zeigen. Die Primetime im Ersten ist für die deutsche Nationalmannschaft reserviert: Weil Bundestrainer Jürgen Klopp mit seinem Team gegen Griechenland in der Nations League gefordert ist, muss die ARD ihr übliches Sonntagsprogramm umstellen. Statt eines "Tatorts" gibt es ab 20.15 Uhr Live-Sport zu sehen: Moderatorin Ester Sedlaczek und Experte Bastian Schweinsteiger begrüßen die Zuschauer nach der "Tagesschau" zur Nations-League-Übertragung. Der Anpfiff der Partie in Augsburg erfolgt um 20.45 Uhr. Vor und nach den 90 Minuten Fußball gibt es das übliche Rahmenprogramm der ARD, im Anschluss strahlt Das Erste ab 23.15 Uhr die Polit-Talkshow "Caren Miosga" aus. Als einziger Gast ist der ehemalige Wirtschaftsminister Robert Habeck angekündigt. Für Krimifans heißt es: Geduld. Erst in der darauffolgenden Woche zeigt die ARD wieder einen neuen "Tatort". Das Team um Ulrike Folkerts aus Ludwigshafen ist dann an der Reihe und ermittelt in dem Fall "Explosive Mischung". Dieser dreht sich um den Gang-Anführer Dennis Lohberg, der nach einer Geldautomatensprengung tot aufgefunden wird. Klopp-Debüt führte zu Top-Reichweite Danach gibt es mehrere Wochen in Folge keine "Tatort"-Unterbrechungen: Zuschauer dürfen sich auf eine Krimi-Doppelfolge aus Kiel und eine neue Ausgabe aus Franken freuen, zudem zeigt Das Erste am 1. November einen "Polizeiruf 110" aus Rostock . Der ARD dürfte die Programmumstellung am 27. September trotz des "Tatort"-Verlusts wenig Bauschmerzen bereiten. Denn seit Jürgen Klopps Amtsübernahme der deutschen Nationalmannschaft herrscht wieder leise Euphorie im Land – wie die TV-Reichweiten bei seinem Länderspieldebüt gegen die Niederlande nahelegten. So schalteten am Donnerstagabend durchschnittlich 10,69 Millionen Zuschauer bei RTL ein, in der Spitze waren es sogar 11,38 Millionen Menschen. Quoten, die beim "Tatort" erfahrungsgemäß höchstens das Team aus Münster erreicht.