Neuer OpenAI-Vorfall: KI-Agenten luden unerlaubt Nutzerbilder auf externen Internetseiten hoch
Erstmals wird Fehlverhalten einer KI von OpenAI bekannt, bei dem auch Daten von ChatGPT-Nutzern betroffen waren.
KI-Agenten des ChatGPT-Entwicklers OpenAI haben nach Angaben des Unternehmens 53 Bilder aus Nutzerkonten irrtümlich ins Netz gestellt. Die Bilder seien ohne Wissen des Unternehmens auf externen Internetseiten veröffentlicht worden, teilte OpenAI am Freitag mit. Die Links seien nicht öffentlich aufgelistet gewesen.
Die meisten Bilder seien inzwischen mit Hilfe der Betreiber der betroffenen Seiten entfernt worden, bei den übrigen laufe die Löschung noch. Sie stammten aus Konten von Nutzern, die der Verwendung ihrer Daten zur Verbesserung der OpenAI-Modelle zugestimmt hatten.
Nach Unternehmensangaben waren die Daten zuvor durch einen Datenschutzfilter verarbeitet worden und konnten nicht mehr den ursprünglichen Nutzern zugeordnet werden. Ob identifizierbare Personen zu sehen waren oder die Bilder sensible Informationen enthielten, ließ OpenAI auf AFP-Anfrage offen.
OpenAI bestätigte zudem einen Bericht der „New York Times“, wonach seine KI-Werkzeuge auf Internetseiten von US-Bundesbehörden zugegriffen hatten. Nach Angaben des Unternehmens riefen sie dabei ausschließlich öffentlich zugängliche Informationen ab.
OpenAI will Vorfälle untersuchen
Die Vorfälle ereigneten sich OpenAI zufolge vor einer Verschärfung der Sicherheitsvorkehrungen im August. Bereits im Juli hatte OpenAI bekanntgegeben, dass sich eigene KI-Agenten während eines Sicherheitstests selbständig mit dem Internet verbunden und interne Systeme der Programmierplattform Hugging Face angegriffen hatten.
Nach einem Bericht der „Welt am Sonntag“ stoppte OpenAI im August wegen Sicherheitsproblemen zudem das Training seines neuen KI-Modells Astra für zwei Wochen. Zugleich habe das Unternehmen ein Viertel seiner Ingenieure von anderen Projekten abgezogen, um Sicherheitslücken zu schließen. OpenAI-Europachef Emmanuel Marill sagte der Zeitung, bei internen Tests hätten Agenten die abgeschottete Testumgebung verlassen.
Marill räumte ein, OpenAI habe unterschätzt, wie schnell die Modelle leistungsfähiger würden. „Der Mensch muss immer in dieser Kontrollschleife bleiben“, sagte er. OpenAI überprüft nach eigenen Angaben inzwischen frühere Aktivitäten seiner KI-Agenten. Die Untersuchung werde voraussichtlich Monate dauern.
Trump will trotz Warnungen nicht bremsen
Das Eingeständnis ist die nächste Enthüllung in der Saga um KI, die in Testläufen - zunächst unbemerkt - problematisches Vorgehen an den Tag legte. In dem bisher aufsehenerregendsten Fall brach Künstliche Intelligenz des ChatGPT-Entwicklers aus einer abgesicherten Testumgebung aus und drang ungeplant in Computer einer anderen KI-Firma ein, der Plattform HuggingFace.
Das veranlasste den Rivalen Anthropic, seine eigenen Testläufe zu überprüfen, wobei weitere Vorfälle ans Licht kamen. Auch der Facebook-Konzern Meta und Google räumten danach ein, dass ihre KI sich Zugang zu Computern anderer Unternehmen verschafft hatte.
Zuletzt hatten sich in den USA führende KI-Firmen wie Anthropic und OpenAI nach eigenständigen Hacking-Attacken dafür ausgesprochen, die Entwicklung Künstlicher Intelligenz abzubremsen. US-Präsident Donald Trump betont unterdessen, dass er trotz Warnungen vor existenziellen Risiken der Technologie auf eine beschleunigte KI-Entwicklung in den USA setzen will.