Добавить новость


World News in German


Новости сегодня

Новости от TheMoneytizer

Trump und Xi in Washington: Ein Staatsbesuch wird zum Medienkrieg

Mit Xi Jinping ist der Anführer des größten autoritär geführten Staates der Welt und des gefährlichsten Rivalen der USA in Washington zu Gast. Ausgerechnet an diesem Tag führt der US-Präsident seinen Streit mit der freien Presse fort. Bastian Brauns berichtet aus Washington Vom wichtigsten Staatsbesuch seit mehr als einem Jahrzehnt bekommen die meisten Amerikaner kaum etwas mit. Denn der Präsident der Vereinigten Staaten hat sich dafür entschieden, einen Gerichtsbeschluss zu missachten. Darum überträgt keiner der großen Sender Livebilder der Ankunft von Chinas Staatschef Xi Jinping und seiner Ehefrau Peng Liyuan im Weißen Haus. Ein Richter hatte noch in der Nacht angeordnet: Donald Trump muss den Journalisten, die er wegen unliebsamer Berichterstattung aus dem Weißen Haus verbannt hatte, wieder Zugang gewähren. Aber auch elf Stunden später bleiben die schweren Metalltore zum Gelände den Reportern verschlossen. Die vorfahrende Limousine, die Ehrenstandarte, den Überflug der Kampfjets und die kurzen Reden von Trump und Xi kann nur verfolgen, wer den Livestream des Weißen Hauses aufruft. Den ersten offiziellen Staatsbesuch von Xi Jinping in Washington seit 2015 sehen jedoch kaum mehr als 4.000 Zuschauer im Internet. Erst gegen Mittag wurden die Reporter hineingelassen; noch vor dem Staatsbankett musste sie bereits wieder gehen. Beispielloser Zusammenschluss: Mehr als 50 US-Medien gehen gegen Trump vor Xi-Besuch bei Donald Trump: Dahinter lauert die nächste Eskalation Ein historischer Staatsbesuch ohne Bilder Was sich an diesem Tag in der Hauptstadt der 250 Jahre alten Demokratie in puncto Pressefreiheit abspielt, ist beispiellos chaotisch. Zugleich ist es die passende Begleitmusik zu einem ansonsten peinlich genau durchgetakteten Besuch eines Staatschefs, in dessen Land es keine freien Medien gibt. Trumps Krieg mit der Presse überschattet einen Gipfel, dessen nachrichtlicher Höhepunkt Xis Ankündigung ist, dem Zoo von Atlanta zwei neue Pandas als typisch chinesische Leihgabe bereitzustellen. Als besonders absurde Wendung beklagt sich Trump in der Mittagspause auf seiner Plattform "Truth Social" über die fehlenden TV-Übertragungen der von ihm verbannten und sich nun untereinander solidarisierenden Medien. Die Sender CNN und MSNBC hätten, "um zu beweisen, wie verlogen sie sind, die Berichterstattung über eines der größten und schönsten Ereignisse der letzten Jahre verweigert", schreibt der US-Präsident. Dabei sei der Empfang "grandios und wie geschaffen fürs Fernsehen", so Trump. Nach Trumps Darstellung wollten die "Fake News" ihm im Wissen um die Großartigkeit der Ankunft "des hochverehrten chinesischen Präsidenten Xi Jinping und seiner Frau Peng" die Anerkennung dafür verweigern. Tatsächlich ist der Grund für die Leere auf amerikanischen Bildschirmen sein inzwischen seit einer Woche andauernder Kampf mit den Medien, die sich – inklusive des Trump-freundlichen Senders Fox News – in nie dagewesener Weise gemeinsam gegen diesen Ausschluss wehren. Dafür scheint Donald Trump Gefallen an den staatsnahen Pressevertretern aus China zu finden. Als der US-Präsident, wie bei Staatsbesuchen üblich, neben seinem Gast im Oval Office Platz nimmt, sind entgegen der üblichen Praxis nur Fotografen, aber keine TV-Kameras und Printjournalisten im Raum. Die Fotografen übermittelten später der Nachrichtenagentur AP, was Trump dort über die mitgereisten chinesischen Journalisten gesagt hatte: Xi habe "die freundlichste Pressetruppe der Welt". Deren Mitglieder müssten Xi schließlich erst "um Erlaubnis bitten, bevor sie sprechen dürften". Trump zeigt Xi seine Sicht auf Amerika Der US-Präsident mokiert sich vor dem größten Rivalen Amerikas nicht nur über die Arbeit der Medien im eigenen Land. Gezielt führt er Xi Jinping durch den berühmten Säulengang außerhalb des Oval Office. Diesen ließ Trump in den vergangenen zwei Jahren, wie so vieles im Weißen Haus, gänzlich umgestalten. Dicht umrangt von goldfarbenen Ornamenten hängen dort nun die Porträts der früheren amerikanischen Präsidenten – und gleich zwei von ihm. Doch es gibt eine Ausnahme: Statt eines Fotos von seinem Vorgänger Joe Biden ließ Trump dort ein Bild von einem "Autopen", also einer Signiermaschine, einrahmen. Eine unter Trumps Republikanern gern erzählte Geschichte lautet, der damalige US-Präsident sei nicht mehr Herr seiner Sinne gewesen und habe Gesetze nicht mehr selbst unterschrieben. Vor Gericht wollte Trump sogar erstreiten, dass Bidens Gesetze für ungültig erklärt werden. Es ist unbekannt, ob Xi Jinping über diese Details Bescheid weiß. Aber Trump möchte ihn unbedingt darauf hinweisen. Darum bleibt er mit seinem Gast vor dem Bild der Biden-Signiermaschine stehen. "Das ist Biden", witzelt er. Schnell zeigt Xi in diesem Moment auf das Trump-Porträt direkt daneben. Doch der Präsident lässt nicht locker und möchte weiter über Biden herziehen. Dabei klopft er Chinas Staatschef auf den Arm. Xi lächelt. Video: Neben Chinas Staatschef Xi Jingping: Trump spottet über Ex-Präsidenten In den sozialen Netzwerken feixen die rechtsextremen Influencer aus dem MAGA-Lager, diese "Troll-Aktion" sei Trump vorbildlich gelungen. Sie feiern den Moment als "größte Demütigung überhaupt" für die verhassten Demokraten. Mehrfach teilen auch die offiziellen Kanäle der US-Regierung die Videosequenz, um die vor China zur Schau gestellte angebliche Schwäche Joe Bidens weiterzuverbreiten. "Es wurde viel gelacht", schreibt dazu auch die Protokollchefin des Weißen Hauses. Wie Xi Jinping die Episode wahrnahm, bleibt verborgen. Aber Chinas Staatschef dürfte nicht entgangen sein, dass der US-Präsident einen Bruch begeht. Mit allem, was in den USA einst als ungeschriebenes Gesetz galt: Egal, wie groß die internen politischen Streitigkeiten auch sein mögen, gegenüber anderen Nationen – und erst recht Rivalen – steht man zusammen, vereint unter der gemeinsamen Flagge. Trump fühlt sich diesem Gedanken offenkundig nicht verpflichtet. Themensetzung gibt es kaum Für den US-Präsidenten sollte es ein Staatsbesuch mit möglichst großem Showcharakter sein. In den kurzen Reden, die Trump und XI am Vormittag sowie am Abend beim großen Staatsbankett halten, bleibt es darum auch beim Austausch von historischen Gemeinsamkeiten und Höflichkeiten. Xi betont seinen Wunsch nach "strategischer Stabilität". Trumps Motto "Make America Great Again" und Chinas Wunsch nach Fortschritt würden sich nicht ausschließen. Über die dahinter liegenden strittigen Themen oder etwaige konkrete Übereinkünfte dringt hingegen nichts nach außen. Nur chinesische Staatsmedien wollen wissen, dass Xi gegenüber Trump hinter verschlossenen Türen einfordert, eine Unabhängigkeit Taiwans auch weiterhin abzulehnen. Obwohl viele auf Fortschritte bei der KI-Regulierung gehofft hatten, spielt das Thema an diesem Tag kaum eine Rolle. Taiwan und das von China seit den Fünfzigerjahren besetzte Tibet sorgen in diesen Stunden zwar für Aufregung – allerdings nicht im Weißen Haus, sondern auf den Straßen rund um den Amtssitz des US-Präsidenten und das nah gelegene Hotel "Waldorf Astoria", wo Xi Jinping mit seiner Frau und der chinesischen Delegation untergebracht ist. Auf der Straße zeigt sich das andere China Hunderte Chinesen finden sich an den vielen Absperrgittern ein. Sie schwenken große, rote Fahnen mit den bekannten kommunistischen Staatssymbolen. Ein paar von ihnen halten ein Banner mit der englischsprachigen Aufschrift "Herzlich willkommen Präsident XI Jinping". Aus Megaphonen plärren Propaganda-Hymnen und Sprechgesänge vom Band für ihren von Trump geehrten Anführer. Viele von ihnen sind vermummt, mit Mundschutz, Sonnenbrille und Baseballkappe. Es ist eine auffällig unauffällige Kluft, wie sie auch viele Mitglieder von Chinas Staatspolizei tragen. Von interessierten Reportern halten sie sich fern. Wer mit ihnen reden möchte, dem entgleiten sie umgehend. Schweigend und geschwind entfernen sie sich, so als wären sie gar nicht dagewesen. Plötzlich aber treten sie in Aktion. Denn ein Protestzug von Exil-Tibetern und ihren Unterstützern lärmt in den Straßen. Sofort drängen zwei Chinesen mit ihren an Holzstäben befestigten, riesigen roten Flaggen einen Mann zur Seite, der eine deutlich kleinere Fahne Tibets in den Händen hält. Auf seinem Rücken trägt er ein Schild, auf dem zu lesen ist: "China ist schuld am Völkermord in Tibet." Man dürfe vor ihnen keine Angst haben, sagt der Mann. "Sie können sich vor der Wahrheit nicht verstecken." So glimpflich geht es aber nicht überall ab. Immer wieder kommt es zu Zusammenstößen und Handgreiflichkeiten zwischen den staatsnahen Chinesen und den protestierenden Exilgruppen. Amerikanische Polizisten nehmen ringen einzelne Personen zu Boden und nehmen sie fest. Es trifft meist die regierungskritischen Demonstranten. Eine Stärke der Vereinigten Staaten Zwischen Hotel und Weißem Haus pendelt das Ehepaar Xi den Tag über weitgehend abgeschirmt in einer Hunderte Meter langen Autokolonne. Doch immer wieder bieten sich den Protestierenden Gelegenheiten. Auch als die First Lady Melania Trump mit Xis Ehefrau Peng zwischendurch aus dem Smithsonian Museum für asiatische Kunst heraustritt, rufen Demonstranten laut: "Nieder mit Xi Jinping". Auf amerikanischem Boden bietet sich ihnen die seltene Gelegenheit, der chinesischen Staatsführung Kritik entgegenzuschleudern, ohne direkte Repressalien fürchten zu müssen. Es herrscht Meinungsfreiheit, die traditionelle Stärke dieses Landes. Und so sind auch am Abend vor dem Staatsbankett die Demonstranten außerhalb des Weißen Hauses wieder zu hören. Als Xi und Trump vor dem Dinner außerhalb des Gebäudes stehen, rufen sie laut über den Zaun. Trumps Gesichtszüge wirken mürrisch. Störungen wie diese gab es bei seinem Staatsbesuch in Peking nicht. So sehr Trump auch versucht, die Grenzen seiner Macht als Präsident auszuweiten und die Gewaltenteilung der Republik herauszufordern: Mit Demonstranten, Medien und Justiz im eigenen Land wird sich der US-Präsident auch weiter herumschlagen müssen. Vor Gericht haben die Medien an diesem Tag jedenfalls einen ersten gemeinsamen Sieg errungen. Trump wird in Berufung gehen und das Verfahren um den Zugang zum Weißen Haus womöglich bis zum Supreme Court, dem höchsten Gericht, tragen. Was von diesem historisch seltenen, aber chaotischen und in der Substanz weitgehend ergebnislosen Staatsbesuch bleibt, wird sich noch zeigen. Dann, wenn Xi zurück in China ist. Zwischen Seebarsch mit Sesamkruste, Wildpilzfrikassee und Sauerkirschen-Confit überreicht der US-Präsident seinem Gast beim Staatsbankett noch einen riesigen, kunstvoll geschnitzten Seeadler, das Wappentier der Vereinigten Staaten. "Ich hoffe, er findet einen schönen Platz in Peking", sagt Trump. Xi lächelt.

Читайте на сайте


Smi24.net — ежеминутные новости с ежедневным архивом. Только у нас — все главные новости дня без политической цензуры. Абсолютно все точки зрения, трезвая аналитика, цивилизованные споры и обсуждения без взаимных обвинений и оскорблений. Помните, что не у всех точка зрения совпадает с Вашей. Уважайте мнение других, даже если Вы отстаиваете свой взгляд и свою позицию. Мы не навязываем Вам своё видение, мы даём Вам срез событий дня без цензуры и без купюр. Новости, какие они есть —онлайн с поминутным архивом по всем городам и регионам России, Украины, Белоруссии и Абхазии. Smi24.net — живые новости в живом эфире! Быстрый поиск от Smi24.net — это не только возможность первым узнать, но и преимущество сообщить срочные новости мгновенно на любом языке мира и быть услышанным тут же. В любую минуту Вы можете добавить свою новость - здесь.




Новости от наших партнёров в Вашем городе

Ria.city
Музыкальные новости
Новости России
Экология в России и мире
Спорт в России и мире
Moscow.media










Топ новостей на этот час

Rss.plus