Der US-Luftwaffe fehlen Hunderte einsatzbereite Kampfjets – und die F-35 kann die Lücke nicht schließen. Nun plant das Militär die Rückkehr eines Klassikers. Die USA gelten als Vorreiter modernster Militärtechnologie – doch ausgerechnet die US-Luftwaffe erwägt, einen Kampfjet neu zu beschaffen, der in den 1970er-Jahren entwickelt wurde. Plötzlich stehen F-16-Jets wieder auf dem Einkaufszettel. Eigentlich sollte die F-35 die Zukunft sein. Doch die Realität sieht anders aus: Laut einer Bestandsaufnahme der US-Luftwaffe aus dem Jahr 2025 werden bis 2035 genau 1.558 einsatzbereite Kampfflugzeuge benötigt. Im Mai 2026 verfügte die Luftwaffe jedoch nur über 1.098 – und lag damit sogar unter dem gesetzlich vorgeschriebenen Mindestbestand von 1.145 Maschinen. Das Defizit ist das Ergebnis mehrerer gleichzeitiger Probleme: Die vorhandenen Flugzeuge altern, die Betriebskosten steigen, und die Lieferung neuer F-35 verzögert sich. Das US-Fachportal "The War Zone" beschreibt die Flotte als gleichzeitig alternd, schrumpfend und immer teurer werdend. Auffällige Ausnahme: Putin lässt Wahllokale mit Kameras überwachen – aber nicht alle Am Roten Meer: Italienischer Eurofighter in Saudi-Arabien bei Luftangriff getroffen Warum die F-35 allein das Problem nicht löst Die naheliegende Antwort wäre, einfach mehr F-35 zu kaufen. Doch die Produktion ist faktisch ausgelastet, und ein laufendes Software-Upgrade bereitet dem Hersteller Lockheed Martin seit Jahren erhebliche Schwierigkeiten. Dazu kommt der Kostenfaktor. Eine F-35 ist nicht nur teuer, sondern benötigt auch aufwendige spezialisierte Infrastruktur. Über die gesamte Lebensdauer summieren sich diese Betriebskosten zu einem Vielfachen des Anschaffungspreises. Eine modernisierte F-16 ist in beiden Kategorien deutlich günstiger. Deshalb setzen die USA auf das ältere Modell. Die F-16G: Altbewährt, aber neu gedacht Lockheed Martin hat der Luftwaffe eine neue Variante der seit Jahrzehnten eingesetzten F-16-Maschinen vorgeschlagen. Die sogenannte F-16G wäre keine bloße Neuauflage, sondern eine umfassend modernisierte Version: mit erweiterter Reichweite, modernem Zielerfassungssystem, Infrarot-Suchsensor und einem Bremsschirm für den Einsatz auf kurzen oder provisorischen Landebahnen. Ein entscheidender praktischer Vorteil: Lockheed betreibt bereits eine aktive F-16-Produktionslinie in South Carolina. Eine neue Fertigungsanlage müsste nicht erst aufgebaut werden. Zudem hat die Entwicklung des Modells weitgehend das Ausland bezahlt – für die USA wäre es ein vergleichsweise günstiger Einstieg. Ein weiterer Faktor verändert die Rechnung: sogenannte Collaborative Combat Aircraft – unbemannte Kampfdrohnen, die gemeinsam mit bemannten Jets operieren, Aufklärung übernehmen oder als Köder dienen. "The War Zone" argumentiert, dass sie auch die Kampfkraft der F-16G erheblich steigern und diese in Szenarien einsetzbar machen könnten, in denen sie allein zu verwundbar wäre. Ist die F-16 gut genug? Kritiker verweisen auf China , das seine Luftwaffe mit modernen Tarnkappenjets aufrüstet. Jeder Verteidigungsdollar, so das Argument, solle in überlegene Hochtechnologie fließen – nicht in einen Jet aus den Siebzigerjahren. Die Befürworter entgegnen: Nicht jede Mission erfordert ein Tarnkappenflugzeug. Heimatschutz, Ausbildung und viele Angriffsmissionen lassen sich mit einer modernisierten F-16 ebenso gut erfüllen – zu einem Bruchteil der Kosten. Die F-35 bliebe dann für Einsätze reserviert, bei denen ihre Fähigkeiten unverzichtbar sind.