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Donald Trump: Das große Versprechen an die Amerikaner

In Dallas versucht Donald Trump, die Republikaner für die Zwischenwahlen hinter sich zu versammeln. Die Wähler will er mit 5.000 Dollar ködern. Doch Trumps größte Stärke könnte zum Problem für seine Partei werden. Bastian Brauns berichtet aus Dallas Vor etwa einem Jahr ist Sirous aus dem Iran in die USA gekommen. Heute fährt er mit seinem kleinen schwarzen Nissan in der Innenstadt von Dallas schon den ganzen Nachmittag Republikaner von ihren Hotels zum American Airlines Center. In dieser großen Arena wird Donald Trump in wenigen Stunden beim großen Sonderparteitag zu den kommenden Zwischenwahlen sprechen. Jener US-Präsident, der seit Monaten gegen Sirous' Heimatland Krieg führt. Er hat die Klimaanlage in seinem Auto aufgedreht. Draußen sind es 37 Grad. "Trump ist gut. Nur Trump hat sich gegen die iranische Regierung gestellt", sagt Sirous. Niemand habe geholfen, weder Frankreich noch Großbritannien , noch Deutschland. Er glaubt, dass das Regime in Teheran in wenigen Monaten Geschichte sein wird. Und dann würde auch das Benzin, das er für seine Taxifahrten benötigt, wieder günstiger. "Trumpalooza" in Dallas: Eine Trump-Show, der Republikaner plötzlich fernbleiben "Nur noch dieses eine Mal" Auch Donald Trump hofft darauf, dass der Krieg gegen den Iran in Kürze gewonnen wird. Denn die Folgen des nicht beendeten Konflikts im Nahen Osten schaden den Amerikanern. Der Präsident hat verstanden, wie brenzlig das für ihn und vor allem für seine Partei bei diesen Zwischenwahlen ist. Seine Umfragewerte sind im Keller. Die Preise für Energie, Lebensmittel, Dienstleistungen und viele andere Kosten steigen immer weiter. Und so ist Trumps milliardenteure Iran-Operation der Grund, weshalb er glaubt, erstmals in der US-Geschichte zwei Monate vor den Midterms am 3. November einen Parteitag abhalten zu müssen. Traditionell werden diese vor den Präsidentschaftswahlen einberufen. Er will noch einmal als große Führungsfigur die vornehmlich auf ihn fixierte MAGA-Basis mobilisieren. Obwohl er insgesamt so unbeliebt ist wie lange kein Präsident mehr vor ihm. "Ich bitte euch, so zu tun, als stünde ich auf dem Wahlzettel. Ich stehe auf dem Wahlzettel. Ich bin dabei. Nur noch dieses eine Mal", ruft Trump in die Arena. Er will den Bann brechen. Er räumt ein, dass Präsidenten traditionell Schwierigkeiten haben, die Zwischenwahlen für ihre Partei zu gewinnen. "Aus irgendeinem Grund gewinnen sie die Midterms nicht, auch wenn sie wirklich gute oder großartige Präsidenten sind", sagt er. Schuld daran sei ein "psychologischer" Effekt, der "tief im Inneren" der Menschen verankert sei. "Wir werden das ändern", kündigt er an. Trumps Joker ist er selbst Diese Strategie ist die große Hoffnung und zugleich die große Sorge vieler Republikaner, die in diesem Herbst überall im Land zur Wahl stehen. Gerade in knappen Rennen, bei denen die Kandidaten gegen ihre demokratischen Gegner verlieren können, ist oft unklar, ob Trump wirklich eine große Hilfe ist. Es gibt Republikaner, die sich darum den Präsidenten am liebsten so weit wie möglich vom Leib halten wollen. Einige besonders gefährdete Republikaner sind deshalb gar nicht erst nach Dallas gekommen. Die Senatorin Susan Collins etwa machte stattdessen Wahlkampf in Maine und sprach dort über ihre eigene politische Bilanz. Trump aber glaubt in Dallas an einen Joker, und zwar sich selbst. Nicht nur nach Texas werde er darum in den kommenden Wochen zurückkommen, um den strauchelnden republikanischen Senatskandidaten Ken Paxton zu unterstützen. "Wenn es sein muss komme ich auch zwei- oder dreimal", behauptet er. So wichtig sei es, dass Paxton gewinnt und nicht der aussichtsreiche, moderate Kandidat der Demokraten, James Talarico. "Wir können jede dieser Wahlen gewinnen", ruft Trump. Er werde in jeden einzelnen der umkämpften Bundesstaaten reisen, um für Kongressabgeordnete und Senatoren zu werben. "Das werde ich tun, und wir werden Wahlkundgebungen veranstalten. Wir werden die großen Arenen bis auf den letzten Platz füllen." Trump will das Zugpferd für seine Republikaner sein, damit er seine Agenda im besten Fall noch zwei weitere Jahre ungestört weiterführen kann. Wähler-Bestechung mit Steuergeldern? Er zeichnet ein düsteres Bild Amerikas, für den Fall, dass das nicht gelingen sollte: Wohlstandsverlust, Kommunisten, Transgender-Wahnsinn und viele weitere Szenarien drohten dann, behauptet er. Doch es scheint so, als würde er selbst nicht an die Wirkmacht seiner Worte glauben. Und so macht der Präsident der Vereinigten Staaten seinen potenziellen Wählerinnen und Wählern ein Versprechen: 5.000 US-Dollar solle jeder Amerikaner erhalten, für den Fall, dass die Republikaner ihre Mehrheit in beiden Kammern des Kongresses halten. Die finanziellen Sorgen vieler Bürger sind so groß, dass Trump glaubt, sie mit Geldschecks ködern zu müssen. "Wenn die Republikaner gewinnen, gewinnt ihr mit uns", ruft er, als wäre er der Moderator einer Fernsehlotterie aus den Neunzigerjahren. Der Plan erinnert an einen Vorstoß von Elon Musk im vergangenen Jahr. Im Rennen um einen Sitz am Obersten Gerichtshof von Wisconsin hatte Musk Wählern Schecks über eine Million Dollar in Aussicht gestellt. Nach Kritik und juristischen Auseinandersetzungen rückte er von dem Plan ab. Trumps Versprechen von Dallas könnte mehr als eine Billion Dollar kosten und bräuchte die Zustimmung des Kongresses. Die Staatsschulden würden steigen und womöglich auch die Inflation . Wenn der Krieg gewonnen ist Unten vor der großen Bühne bei den Delegierten sitzt auf einem Stuhl ein Senator aus New Mexiko , jenem Bundesstaat, den Trump gerne in "New America" umtaufen möchte. Jim Townsend wäre sogar bereit, Trumps Namensänderungswunsch zuzustimmen, wenn nur die Lebensverhältnisse in seinem Bundesstaat endlich besser würden. In seinen Händen hält er eines der gedruckten Schilder, die vorab in den Reihen verteilt wurden. "Prices we can afford" ist darauf zu lesen, Preise, die wir uns leisten können. Townsend sagt: "Ich kenne viele Familien, die sich vieles nicht mehr leisten können." Doch er verteidigt Trump und glaubt an die Beschwörungen des Präsidenten. "Ich denke, er wird die Preise wieder nach unten bringen", sagt Townsend. Dann, wenn der Krieg gegen den Iran gewonnen sei. Er kritisiert stattdessen die Präsidenten, die vor Trump an der Macht waren. "Die hatten die Möglichkeit, im Nahen Osten für Ruhe zu sorgen, zu viel geringeren Kosten. Aber sie haben es unterlassen", sagt Townsend. Nun müsse man eben eine gewisse Durststrecke durchlaufen. Das klingt wie bei Trump, der bereits mehrfach sagte, die Amerikaner müssten wegen des Iran eben Opfer bringen. Dafür würde von Teheran keine nukleare Gefahr mehr ausgehen. Trump selbst hat nichts mehr zu verlieren In seiner Rede beschwört er das Publikum und fragt: "Ist hier jemand dafür, dass der Iran eine Atombombe hat?" Auf den Rängen wirken die Reaktionen darauf eher verhalten. Doch wenn es um die steigenden Preise geht, scheint ihm das Vertrauen der Menschen sicher. "Wir werden das wieder hinbekommen", verspricht er. Nur wann? Das ist die Frage, die vorrangig die republikanischen Kandidaten umtreibt. Vor seinem Abflug nach Dallas sagte Trump vor Reportern in Washington , er denke, die Preise würden gegen Ende des Jahres wieder sinken. Die Strategie, die Trump seinen Parteifreunden auferlegt, lautet: Vertrauen. Wer dafür sorgt, dass die Republikaner ihre Mehrheit behalten, soll darauf vertrauen, dass seine Politik irgendwann Wirkung zeigt. Und wenn die Demokraten gewinnen, können sie für die Misere verantwortlich gemacht werden. Trump selbst aber hat nichts zu verlieren. Er kann weiter Präsident bleiben, egal, was er dann noch umsetzen kann. Darum kann er auch all-in gehen. Noch einmal bittet er seine Anhänger, "so zu tun, als stünde er auf dem Wahlzettel im November". Er trete an, auch wenn er gar nicht antrete, so Trump. "Es ist ein bisschen anders." Verlieren aber können am Ende die Republikaner.

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