Erst am Wochenende hatte das US-Militär iranische Tanker ins Visier genommen. Jetzt werden erneut fünf Schiffe getroffen. Das US-Militär spricht von Vergeltung für frühere iranische Attacken. Das US-Militär hat nach eigenen Angaben fünf iranische Rohöltanker angegriffen und "zerstört". Die Besatzungsmitglieder seien zuvor aufgefordert worden, die Schiffe zu verlassen, teilte das zuständige US-Regionalkommando Centcom auf der Plattform X mit. Die Öltanker könnten nicht mehr genutzt werden. Ein dazu veröffentlichter Videoclip des US-Militärs schien Raketenangriffe im Bereich der Maschinenräume der Tanker zu zeigen. Der Vergeltungsschlag sei erfolgt, nachdem die Iranischen Revolutionsgarden in den vergangenen zwei Tagen zweimal ein Kriegsschiff der US-Marine mit ballistischen Raketen angegriffen hätten, teilte Centcom weiter mit. Das Kriegsschiff habe den Angriffen ausweichen können, US-Amerikaner seien nicht verletzt worden, hieß es. Bereits zuvor hatten US-Medien über die neuen Angriffe auf Öltanker berichtet. US-Außenminister Marco Rubio warnte den Iran unterdessen, dass die USA als Vergeltung weiterhin iranische Öltanker attackieren werden. Während eines Besuchs in Kolumbien erklärte Rubio, dass das Land jedes Mal, wenn der Iran versuche, Schiffe der US-Marine zu treffen, Tanker verlieren werde. US-Militär: Schlag gegen Schattennetzwerk der Revolutionsgarden Erst am Samstag hatte das US-Militär mitgeteilt, drei iranische Öltanker angegriffen zu haben. Bei den aktuellen Attacken habe das US-Militär die Tanker "M/T Kaviz", "M/T Charminar", "M/T Horizon 1" und "M/T Riesco" im Golf von Oman zerstört. Nahe der Insel Charg sei zudem das Schiff "M/T Derya" angegriffen worden, hieß es weiter. Centcom begründete die Angriffe damit, dass die Tanker "Teil eines milliardenschweren Schattennetzwerks" gewesen seien, durch das sich die Iranischen Revolutionsgarden finanzierten. Zuvor hatten iranische Medien am Dienstag mehrere Explosionen vor der Insel Charg im Persischen Golf sowie nahe der Hafenstadt Dschask an der Straße von Hormus gemeldet. Laut der regierungsnahen Nachrichtenagentur Mehr waren Explosionen auf verschiedenen Teilen der Insel Charg zu hören, darunter auch im Hafengebiet. Iran greift US-Stützpunkt in Jordanien an Der Iran begann örtlichen Medien zufolge in der Nacht umgehend mit Vergeltungsschlägen, darunter eine Welle Raketenangriffe gegen US-Militärstützpunkte in Jordanien . Irna berichtete, die Revolutionsgarden hätten als "Strafe" für US-Angriffe auf iranische Öltanker den vom US-Militär in Jordanien genutzten Luftwaffenstützpunkt al-Asrak "mit massiven Raketenangriffen getroffen". Teheran kündigte weitere Angriffe auf Öltanker vor Kuwait und Bahrain an. "Wir warnen alle Öltanker in den Häfen von Kuwait und Bahrain, die diese Terroristen beherbergen und an ihren bösen Taten mitschuldig sind", erklärten die Islamischen Revolutionsgarden am frühen Mittwochmorgen in einer von der iranischen Nachrichtenagentur Irna veröffentlichten Mitteilung. Die Besatzungen riefen sie zum Verlassen der Schiffe auf. Die Schiffe würden angegriffen, egal ob sie "vor Anker oder am Hafen liegen", erklärten die Revolutionsgarden demnach. Iran: Haben US-Unterwasserdrohne abgefangen Die iranischen Revolutionsgarden fingen zudem nach eigenen Angaben am Eingang zur Straße von Hormus eine unbemannte US-Unterwasserdrohne ab. Laut staatlichen Medien handelt es sich um ein Modell vom Typ Dive-LD des US-Rüstungsunternehmens Anduril. Man habe eine der modernsten Unterwasserdrohnen der US-Armee in die Falle gelockt, die mit neuester Technologie ausgestattet sei, teilt die Marine der Revolutionsgarden mit. Das US-Verteidigungsministerium erklärt dagegen, eine Unterwasserdrohne sei bereits vor mehr als einem Tag wegen eines Defekts ausgefallen. Es handele sich um ein älteres Modell, das weder sensible Daten gesammelt noch geheime Sonar- oder Radarausrüstung an Bord gehabt habe. Die USA und Israel hatten vor gut sechs Monaten mit Luftangriffen gegen den Iran begonnen. Teheran blockierte daraufhin die für den Welthandel wichtige Straße von Hormus. Im Gegenzug verhängten die USA eine Seeblockade iranischer Häfen. Die Ölpreise stiegen weltweit an.