Das BSW will in Sachsen-Anhalt einen parteilosen Ministerpräsidenten. Nun zeigen sich auch andere Parteien offen dafür. Die BSW-Idee eines überparteilichen Ministerpräsidenten in Sachsen-Anhalt findet mittlerweile auch bei den Grünen Anklang. Susan Sziborra-Seidlitz, Spitzenkandidatin der Partei zur Landtagswahl am vergangenen Sonntag, sagte der "taz": "Das ist eine sehr ungewöhnliche Idee. Aber an uns würde das nicht scheitern. Wir sind gesprächsbereit." Ein unabhängiger Kandidat sei "der letzte Strohhalm, wenn wir sowohl eine faschistische Regierung als auch eine Blockade im Land verhindern wollen. Für das Erste sind wir gewählt worden, das Zweite wäre ebenfalls schlecht fürs Land." "Für uns unstrittig": BSW will AfD-Landtagspräsidenten wählen Nach Wahl in Sachsen-Anhalt: Wagenknecht hat ihr Ziel erreicht Mit BSW zusammenarbeiten wollen die Grünen nicht Die Grünen selbst wollen keinen Vorschlag machen. "Es ist wichtig, dass sich die CDU sortiert und möglicherweise einen Vorschlag macht oder dass vom BSW ein Vorschlag kommt." Darüber hinaus wolle man aber mit dem BSW nicht zusammenarbeiten, betonte Sziborra-Seidlitz. Es sei nicht Aufgabe der Grünen, Koalitionsgespräche zu führen. Zudem sei das BSW nicht verlässlich genug. Das BSW hatte bereits vor der Landtagswahl einen parteiübergreifenden Ministerpräsidenten ins Spiel gebracht, der ohne Koalition im Rücken Mehrheiten mit verschiedenen Parteien sucht – auch mit der AfD . BSW-Spitzenkandidatin Claudia Wittig sagte in einem Interview mit dem rechtsextremen Magazin "Compact", der Ministerpräsident dürfe "definitiv kein Wessi" sein und niemand, der "irgendwelche zionistischen Projekte unterstützt". Damit meint das BSW die Unterstützung Israels. Auch SPD-Spitzenkandidat Armin Willingmann hatte zuletzt gesagt, er halte diese Lösung zwar nicht für das allererste Mittel der Wahl, "aber wenn es zur Auflösung einer Blockade führen könnte, sollte man es auch nicht a priori ablehnen".