Der Camper- und Wohnmobilvermieter Vanever wird abgewickelt. Bereits gebuchte Fahrzeuge werden nicht mehr übergeben. Fraglich ist zudem, ob alle ihr Geld zurückbekommen. Der Camper-Vermieter Vanever stellt seinen Betrieb ein. Die FreeVenture GmbH, die hinter der Marke steht, hatte am 7. August Insolvenz angemeldet. Wie der vorläufige Insolvenzverwalter Rolf Pohlmann mitteilte, wurde der operative Geschäftsbetrieb am Sonntag, 16. August, eingestellt. Fahrzeuge mit Abholtermin ab diesem Datum werden demnach nicht mehr übergeben. Für viele Kunden bedeutet das: Der geplante Urlaub mit dem Camper fällt aus. Alle noch ausstehenden Buchungen mit späteren Abholterminen würden storniert, heißt es in der Mitteilung. Kunden, die bereits mit einem Fahrzeug unterwegs sind, können ihre Reise dagegen wie geplant fortsetzen und den Camper anschließend zurückgeben. Das teure Missverständnis: Hier verbrennen Camper ein Vermögen Beliebt bei deutschen Urlaubern: Das kostet Camping in Dänemark Rückerstattung via Kreditkarte, PayPal und Check24 Unklar ist für viele Betroffene nun, ob und wann sie ihr Geld zurückbekommen. Nach Angaben des Unternehmens hatten die meisten Kunden ihre Reise vollständig im Voraus bezahlt. Wie sie vorgehen sollten, hängt vor allem davon ab, über welchen Weg sie gebucht und bezahlt haben. Wer per Kreditkarte oder PayPal gezahlt hat, sollte sich nach Angaben des Insolvenzverwalters umgehend an den jeweiligen Zahlungsdienstleister wenden und eine Rückbuchung beantragen. Dabei gelten in der Regel Fristen. Kunden, die über Check24 gebucht haben, sollen ihre Ansprüche direkt bei der Plattform geltend machen. Check24 halte für FreeVenture noch nicht ausgezahlte Buchungsgelder zurück und sei daher erster Ansprechpartner für Rückforderungen aus Buchungen über die Plattform. Direktbucher bekommen wohl Probleme Schwieriger ist die Lage für Kunden, die direkt über vanever.com gebucht und per Überweisung gezahlt haben. Ihre Rückzahlungsansprüche gelten laut Insolvenzverwalter als Insolvenzforderungen. Sie können erst nach der förmlichen Eröffnung des Insolvenzverfahrens beim dann bestellten Insolvenzverwalter angemeldet werden. Das dürfte voraussichtlich erst in einigen Monaten möglich sein. Ob Kunden ihr Geld vollständig zurückerhalten, ist offen; in Insolvenzverfahren wird häufig nur ein Teil der Forderungen erstattet. Mehr als 400 Fahrzeuge betroffen Vanever gehörte zuletzt zu den größeren Camper-Vermietern in Deutschland. Die FreeVenture GmbH hatte ihre Flotte in den vergangenen Jahren stark ausgebaut und verfügte nach eigenen Angaben über rund 430 Fahrzeuge. Das Unternehmen war an zwölf Standorten in Deutschland und Österreich tätig, darunter Hamburg , München und Düsseldorf . Anfang 2025 hatte FreeVenture zudem Teile der insolventen Campervermietung Off übernommen. Als Grund für die Insolvenz nennt Geschäftsführer Philipp Jacke unter anderem verändertes Buchungsverhalten im Frühjahr 2026. Der Ausbruch des Iran-Kriegs, stark gestiegene Kraftstoffpreise und die allgemeine wirtschaftliche Eintrübung hätten zu kürzeren Buchungsvorlaufzeiten, mehr Stornierungen und sinkender Nachfrage im Campermarkt geführt. Dadurch sei ein Liquiditätsengpass entstanden, der nicht mehr habe behoben werden können. Zusätzlich hatte der wichtigste Fahrzeuglieferant, ein Konsortium verschiedener Camper-Hersteller, Ende Juli Verträge wegen Zahlungsverzugs gekündigt und die weitere Nutzung von mehr als der Hälfte der Fahrzeuge untersagt. Eine Fortführung des Mietbetriebs sei unter diesen Umständen wirtschaftlich nicht tragfähig, erklärte Insolvenzverwalter Pohlmann. "Mir ist bewusst, dass diese Situation für viele Kunden in der laufenden Urlaubssaison eine ganz erhebliche Belastung bedeutet", teilte Pohlmann mit. Die Einstellung des Betriebs sei jedoch "die einzig rechtlich zulässige und wirtschaftlich verantwortungsvolle Entscheidung".