„House of the Dragon"-Finale: Warum plötzlich alle Tommy Flanagan feiern
Fans sind sich einig: Tommy Flanagan mauserte sich als Roderick Dustin zum Star der dritten „House of the Dragon"-Staffel. Achtung, Spoiler!
Weder Rhaenyra (Emma D'Arcy, 34) noch Daemon Targaryen (Matt Smith, 43), ja noch nicht einmal die titelgebenden Drachen: Viele Fans der Serie „House of the Dragon“ waren sich nach der epochalen Finalfolge der dritten Staffel einig, dass ein Schauspieler allen Hauptfiguren die Show gestohlen hat.
Achtung, es folgen Spoiler zur Folge „Der Verrat von Stolperstadt“
Als Roderick „Die Ruine“ Dustin, ein Nordmann mit eiserner Treue und innigem Todeswunsch, geriet Tommy Flanagan (61) in der Schlacht um Stolperstadt in einen erinnerungswürdigen (und wahrlich nicht zimperlichen) Blutrausch.
Am Ende segnete der Krieger zwar im Drachenfeuer das Zeitliche - doch selbst mit klaffender Bauchwunde und nur noch einem Arm tat er das mit schallendem Gelächter. Schließlich hatte er dem großen Fiesling der Staffel, Lord Ormund Hohenturm (James Norton), kurz zuvor noch die Zähne eingedroschen und einen Schwert-Einlauf verpasst. Kurzum: Der Norden erinnert sich nicht nur - an den Norden wird sich erinnert!
Tatsächlich trat Roderick Dustin überhaupt erst in Staffel drei der Serie in Erscheinung und war in den acht Folgen nur in wenigen Szenen zu sehen. In einer davon hatte er aber maßgeblich Anteil am Ableben einer weiteren verhassten Figur: Ser Kriston (Fabien Frankel), der sich im Laufe der Serie von Rhaenyras Geliebtem und Beschützer zu einem ihrer größten Feinde entwickelt hatte, wurde von einer Bogenschützin aus Rodericks Heer mit einem gezielten Schuss getötet.
In den sozialen Netzwerken finden sich seit dem Staffelfinale zahlreiche Memes und Best-of-Momente der Figur. Unter den „House of the Dragon"-Fans sind sich viele einig, dass Roderick den Status als „MVP“ ("Most Valuable Player") der Staffel verdient habe. Und auch die besten One-Liner werden ihm zugesprochen.
Der Darsteller mit der tragischen Vorgeschichte
Tommy Flanagan ist so etwas wie Hollywoods Allzweckwaffe für kernige Leinwand-Gestalten. Egal ob für actiongeladene Historiendramen wie „Gladiator“ und „Braveheart“ oder Gangster-Serien der Marke „Sons of Anarchy“ und „Peaky Blinders“.
Dass der Schotte Anfang der 90er überhaupt ins Schauspielfach gewechselt war, ist auf einen schweren Schicksalsschlag und seinen besten Freund, „Trainspotting"-Star Robert Carlyle, zurückzuführen.
Als junger Mann verdiente Flanagan sein Geld als DJ und geriet in eine Auseinandersetzung. Neben mehreren Stichwunden verpassten ihm die Angreifer auch Gesichtsverletzungen, die an ein sogenanntes „Glasgow-Lächeln“ erinnern - eine Verstümmelung, bei der die Wangen von den Mundwinkeln bis zu den Ohren aufgeschlitzt werden.
Aus der Verletzung wurde sein Markenzeichen
Die Verletzung setzte Flanagan auch psychisch schwer zu. Carlyle und dessen Frau sollen ihm daraufhin geraten haben, Schauspieler zu werden - und aus den Folgen des feigen Angriffs sein unverwechselbares Markenzeichen zu machen.
Es funktionierte: Gleich mit seiner ersten Filmrolle landete Flanagan 1995 an der Seite von Mel Gibson in „Braveheart“. Epische Leinwand-Schlachten, ob mit oder ohne Drachen, scheinen es ihm seither besonders angetan zu haben.