Naturkatastrophe: Erdbeben erschüttert Kolumbien: Mehr als 20 Tote
Ein starkes Erdbeben erschüttert Kolumbien. Das Epizentrum liegt im Westen des Landes - in mehreren Städten werden Schäden an Gebäuden und Verletzte gemeldet. Das ist bisher bekannt.
Bei einem schweren Erdbeben der Stärke 7,4 in Kolumbien sind mindestens 20 Menschen ums Leben gekommen. Das teilten mehrere Bürgermeister des südamerikanischen Landes mit. Allein in der Stadt Pereira westlich der Hauptstadt Bogotá gab es demnach mindestens 18 Tote und Dutzende Verletzte. Es wird befürchtet, dass die Zahl weiter steigt.
Der Bürgermeister von Pereira, Mauricio Salazar, und sein Amtskollege von Manizales, Jorge Rojas, bestätigten die Todesfälle in Interviews mit dem Radiosender Caracol Radio. In Manizales kamen demnach mindestens drei Menschen ums Leben, zudem wurden Hunderte verletzt. Mehr als zehn Gebäude seien eingestürzt, weitere Häuser schwer beschädigt worden. Auch ein Turm der dortigen Kathedrale sei beschädigt worden.
In Cali meldete der Bürgermeister zudem mehr als 20 eingestürzte Gebäude, in denen Menschen eingeschlossen sein sollen. In der Hauptstadt des westkolumbianischen Departamentos Chocó, Quibdó, herrschte nach dem Beben und mehreren Nachbeben zeitweilig Panik. Die Gouverneurin Nubia Carolina Córdoba berichtete von Verletzten und schweren Gebäudeschäden.
Epizentrum im Westen Kolumbiens
Das Beben ereignete sich um 7.34 Uhr Ortszeit. Das Epizentrum lag nahe San José del Palmar im Departamento Chocó in einer Tiefe von 96 Kilometern, wie der Kolumbianische Geologische Dienst (SGC) mitteilte. Der US-amerikanische Geologische Dienst (USGS) verortete es in 107 Kilometern Tiefe.
Die Erschütterungen waren unter anderem in Bogotá, Medellín, Cali, Popayán, Armenia, Pereira und Manizales zu spüren. Videos in den sozialen Netzwerken zeigten zerstörte Gebäude und Menschen, die vor Panik auf die Straße liefen. Auch mehrere Flughäfen waren betroffen. In den Nachbarländern Venezuela, Ecuador und Panama wurde das Beben Berichten zufolge wahrgenommen.
Regierung aktiviert Krisenstab
Der erst kürzlich vereidigte Präsident Abelardo de la Espriella ordnete an, dass ein gemeinsamer Krisenstab in San José del Palmar eingerichtet werde. Das Gremium soll unter anderem die Hilfe für Betroffene koordinieren. Zudem forderte der Präsident einen detaillierten Bericht über die Lage und den dringendsten Hilfsbedarf.
De la Espriella kündigte an, persönlich nach Pereira zu reisen. Kurz nach dem Hauptbeben registrierte der Kolumbianische Geologische Dienst zudem ein Nachbeben der Stärke 4,6 im ebenfalls im Departamento Chocó gelegenen Nóvita.