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VAG Nürnberg meldet Fahrgast-Rekord – Preise steigen wohl noch weiter

Die Verkehrs-Aktiengesellschaft Nürnberg meldet Rekordzahlen, bleibt aber tief im Minus. Weitere Preissteigerungen sind wahrscheinlich. Das Unternehmen fordert mehr Unterstützung von Bund und Freistaat. Im Jahr 2025 hat die Verkehrs-Aktiengesellschaft Nürnberg (VAG) so viele Fahrgäste befördert wie noch nie und bei der Wahl des Verkehrsmittels erstmals das Auto überholt. Dennoch: Der Vorstand fordert mehr Geld von Bund und Freistaat, Fahrgäste müssen sich auf steigende Preise einstellen. Die VAG hat im vergangenen Jahr knapp 164 Millionen Fahrgäste gezählt. Das waren 1,6 Prozent mehr als im Vorjahr und der dritte Rekord in Folge. Die Zahl der Abonnements stieg um rund 5 Prozent auf mehr als 294.000, ein Großteil davon macht das Deutschlandticket aus. Bus und Bahn laut VAG vor dem Auto Nach Ergebnissen der eigenen Marktforschung wurden in Nürnberg erstmals mehr Wege mit öffentlichen Verkehrsmitteln als mit dem Auto zurückgelegt. Der Anteil von Bus und Bahn stieg demnach auf 25,2 Prozent, der Anteil des Pkw sank auf 24,3 Prozent. Der Rest ist mit dem Fahrrad oder zu Fuß unterwegs. Nahezu jeder dritte Nürnberger habe 2025 täglich den ÖPNV genutzt, heißt es. Dennoch lag das Ergebnis der Geschäftstätigkeit 2025 bei minus 97 Millionen Euro. Gegenüber dem Vorjahr verbesserte es sich immerhin um rund 12 Millionen Euro. Zugleich investierte die VAG circa 86 Millionen Euro in Fahrzeuge und Infrastruktur. Davon waren laut eigenen Aussagen rund 21 Millionen Euro Fördermittel, was einer Quote von etwa 25 Prozent entspricht. Schwerpunkte waren Kosten für neue Straßenbahnen, Gleisarbeiten und die Beschaffung weiterer Elektrobusse. Für 2026 rechnet das Unternehmen mit steigenden Kosten. Personalvorständin Magdalena Weigel sagt, "im laufenden Jahr werden sich die Aufwendungen für Betrieb und Personal sowie der Materialaufwand aller Voraussicht nach erhöhen". Die VAG zählte 2.225 Mitarbeitende und damit 105 mehr als im Vorjahr. VAG sieht Bund in der Pflicht Für die Sanierung des bestehenden Netzes und den weiteren Ausbau des Angebots reicht die Förderung aus Sicht des Vorstands nicht aus. Vorstandssprecher Tim Dahlmann-Resing sagt bei der Vorstellung der Jahresbilanz am Montag, dass die finanzielle Situation herausfordernd bleibe. Nach Tram-Chaos: VAG überrascht Fahrgäste mit Gratis-Aktion Wer kommt dafür auf? Straßenbahnausfall wird zum hohen Kostenfaktor Trockeneis gegen Bitumen-Chaos: VAG kämpft um den Neustart Über das Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetz stellt der Bund nach Angaben der VAG jährlich rund zwei Milliarden Euro für Neubauten und grundlegende Sanierungen bereit. Diese Mittel seien aber bereits vollständig verplant. Der VAG-Vorstand befürchtet, dass Großprojekte wie die U5 in Hamburg und die zweite Stammstrecke in München einen erheblichen Teil des Geldes binden und für kleinere Vorhaben wenig übrig bleibe. VAG-Vorstand: Preissteigerung nicht auszuschließen Dahlmann-Resing sieht auch den Freistaat mehr in der Pflicht. Bei Grunderneuerungen wie in der Allersberger Straße übernimmt der Bund nach Darstellung des Unternehmens 50 Prozent der zuwendungsfähigen Kosten. Fördermittel durch das Land Bayern gebe es nicht, die übrigen 50 Prozent müssten vor Ort getragen werden. Er nennt Niedersachsen als Vorbild: Dort steuert das Land weitere 40 Prozent bei, sodass für das Verkehrsunternehmen ein Eigenanteil von zehn Prozent bleibt. Die Fahrgeldeinnahmen würden nicht ausreichen, um den Betrieb zu finanzieren, heißt es weiter. Es gebe zwar einen Ausgleich, am Ende aber müsse die Stadt Nürnberg die Löcher mit Geld aus eigener Tasche stopfen. Auf die Fahrgäste kommen daher wohl weitere Preissteigerungen zu. Zuletzt hatte der Nürnberger Verkehrsverbund (VGN) die Tarife zum 1. Januar um durchschnittlich 2,96 Prozent angehoben, eine Einzelfahrt in Nürnberg kostet seither online 3,65 Euro. Genaueres nannte der Vorstand auf Nachfrage der Nürnberger Lokalredaktion von t-online nicht. Jedoch: Beim Deutschlandticket rechnet Dahlmann-Resing zum Jahreswechsel mit einem Aufschlag von etwa 3 bis 4 Prozent. Derzeit kostet es 63 Euro im Monat.

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