Im Juni 2025 fährt ein junger Mann mit seinem BMW in eine Schülergruppe. Bei dem Unfall in Hürth sterben zwei Menschen. Nun geht der Fahrer gegen seine Strafe vor. Nach seiner Verurteilung zu einer Gefängnisstrafe wegen eines tödlichen Verkehrsunfalls in Hürth bei Köln hat der 21 Jahre alte BMW-Fahrer Revision eingelegt. Das teilte das Landgericht Köln der Deutschen Presse-Agentur mit. Zuvor hatte der Kölner Stadt-Anzeiger über den Fall berichtet. Vier Jahre und sechs Monate Haft nach Jugendstrafrecht: So lautet das Urteil gegen den 21-Jährigen, der im Juni vergangenen Jahres in Hürth bei Köln mit seinem Auto über eine rote Ampel gefahren und in eine Gruppe Grundschüler geraten war. Eine zehnjährige Schülerin und ein 25 Jahre alter Begleiter kamen dabei ums Leben. Das Landgericht Köln sprach den Mann wegen fahrlässiger Tötung in Tateinheit mit fahrlässiger Körperverletzung sowie wegen gefährlichen Eingriffs in den Straßenverkehr schuldig. Schülerin und Begleiter tot: BMW-Fahrer erfasst Schülergruppe – lange Haftstrafe Tödlicher Unfall in Hürth: Angeklagter spricht über Zusammenstoß mit Schülergruppe Unfall in Hürth mit zwei Toten: Auto fährt in Schülergruppe Der Vorsitzende Richter ließ in seiner rund einstündigen Urteilsbegründung keinen Zweifel an der Schwere der Tat: "Das Maß an Sorgfaltswidrigkeit, das Sie begangen haben, war außergewöhnlich hoch." Ebenso außergewöhnlich hoch sei das Leid, das durch die Tat verursacht worden sei – Eltern, Geschwister, Angehörige und Mitschüler der Opfer seien gleichermaßen betroffen. Mit deutlichen Worten fasste der Richter die Tragweite des Geschehens zusammen: "Ihre Tat hat eine gesamte Kleinstadt, die Stadt Hürth, in Schockstarre versetzt." Nach sieben Verhandlungstagen zeigte sich das Gericht überzeugt, dass der Angeklagte mit bis zu 57 Kilometern pro Stunde bewusst über eine Ampel fuhr , die bereits seit vier Sekunden Rot gezeigt hatte. In Erwartung möglichen Autoverkehrs von links habe er in diese Richtung geblickt. Als er wieder nach vorn schaute, habe sich die Schülergruppe bereits auf der Straße befunden. Tödlicher Unfall in Hürth: Angeklagter soll Schmerzensgeld zahlen Ein Bremsen sei nicht mehr möglich gewesen. Der Angeklagte erfasste die Zehnjährige und ihren 25-jährigen Schulbegleiter frontal. Beide erlagen wenige Tage nach dem Unfall ihren schweren Schädel-Hirn-Verletzungen. Neben der Haftstrafe verhängte das Gericht gegen den 21-Jährigen zudem eine Führerscheinsperre von zwei Jahren und elf Monaten. Den Eltern und Geschwistern der beiden Todesopfer sprach es Schmerzensgeld in Gesamthöhe von 190.000 Euro zu.