Andy Burnham ist der neue britische Premierminister. Nach seiner Ernennung durch König Charles III. will Burnham eine Ansprache halten. Der britische König Charles III. hat den Chef der regierenden Labour-Partei, Andy Burnham, zum neuen Premierminister ernannt. Die Labour-Partei hatte ihn am Freitag als Nachfolger von Premierminister Keir Starmer als Parteichef bestätigt und damit seine Übernahme der Regierung eingeleitet. In seiner Antrittsrede als Labour-Chef versprach der frühere Bürgermeister des Großraums Manchester einen "neuen Weg", um große Aufgaben anzupacken. Bei seiner ersten Rede als Regierungschef soll er bei finanziellen Entscheidungen "mehr Luft zum Atmen" versprechen. Das geht aus einem Manuskript zur Rede des 56-Jährigen hervor. Er wird demnach darlegen, dass er für spürbare Verbesserungen im Alltag der Menschen im Vereinigten Königreich eintrete. Andy Burnham ist Parteivorsitzender: Im dritten Anlauf klappt es Der wegen seiner Beliebtheit in Manchester als "König des Nordens" bezeichnete Burnham ist seit Wochen der Hoffnungsträger für Labour, der das Land doch noch aus der Krise führen soll. Unter Starmer hatte die Partei im Sommer 2024 einen überzeugenden Wahlsieg errungen, die komfortable Mehrheit im Parlament aber wegen interner Streitigkeiten nie wirklich nutzen können. Seit Monaten liegt die rechtspopulistische Partei Reform UK in Umfragen teils deutlich vorn. Burnham steht vor vielen Problemen Burnham war am Freitag zum neuen Labour-Vorsitzenden ernannt worden. Er beschrieb sich in seiner Antrittsrede selbst als Mann der Basis. Er gilt als klassisch sozialdemokratischer, links der Mitte verorteter Labour-Politiker. Burnham versprach, die Kontrolle über Wasser, Energie, Wohnungsbau und öffentliche Verkehrsmittel wieder stärker in die öffentliche Hand zu bringen und die in London konzentrierte politische und wirtschaftliche Macht in die Regionen zu verlagern. Eine vollständige Rückkehr in die Europäische Union scheint auch unter dem neuen Premier ausgeschlossen. Der neue Premier steht vor vielen der Probleme, die sein direkter Vorgänger Starmer nicht hatte lösen können. Die britische Wirtschaft schwächelt, außenpolitisch verliert die Nation an Bedeutung, und die Bevölkerung leidet unter sozialer Ungleichheit und sehr greifbaren Faktoren wie Wohnungsnot und hohen Energiekosten. Erwartet werden schon für heute Ankündigungen zu Maßnahmen für mehr finanziellen Spielraum. Siebter Regierungschef in zehn Jahren Die Gepflogenheiten in Westminster kennt Burnham ganz genau. Im Kabinett des damaligen Premierministers Gordon Brown war er in den 2000er-Jahren unter anderem Gesundheitsminister. In den Jahren 2010 und 2015 hatte er bereits zweimal erfolglos versucht, an die Spitze der Labour-Partei gewählt zu werden. Die Ernennung am Freitag erfolgte ohne Gegenkandidaten. "Wer ist Andy Burnham?", versuchte jüngst die BBC zu ergründen. Zur Auswahl stand auch die Bezeichnung "rücksichtsloser Strippenzieher". Beispielhaft wird nicht nur der Sturz von Starmer, zu dem dieser selbst allerdings auch viel beigetragen hat, erwähnt, sondern auch die jüngsten Berichte, dass Burnham entgegen dem bisherigen Labour-Kurs doch wieder neue Öl- und Gasbohrungen in der Nordsee genehmigen könnte. Mit der Ernennung des 56-Jährigen zum Premier bekommt Großbritannien den siebten Regierungschef in zehn Jahren. In Großbritannien ist das Amt des Premierministers traditionell an den Vorsitz der Regierungspartei gekoppelt. Starmer hatte am 22. Juni angesichts miserabler Umfragewerte und einer schweren Schlappe von Labour bei den Regional- und Kommunalwahlen im Mai seinen Rücktritt angekündigt.