Добавить новость


World News in German


Новости сегодня

Новости от TheMoneytizer

Sommerserie Menschen im Hafen: Hamburgs letzte Autofähre – Alltag auf der „Hoopter Möwe 2“

Stern 

Keine andere Fährverbindung in Deutschland existiert schon so lange wie die zwischen Hamburg und Hoopte. Und sie wird noch immer gut genutzt. Vor allem, wenn Stau auf der A1 ist.

Ralph Rehlmeyers Arbeitsplatz schwimmt auf der Elbe. Den ganzen Tag lang, hin und her. Denn der 59-Jährige ist Kassierer auf Hamburgs einziger Autofähre. Das 130 Meter lange Schiff verbindet Hamburg und Niedersachsen: Bis zu 80 Mal am Tag überquert die Fähre den etwa 300 Meter breiten Fluss zwischen Hamburg-Kirchwerder und Hoopte, einem Ortsteil von Winsen (Luhe). Diese etwa ein Kilometer lange Fährverbindung gilt als die älteste noch existierende in Deutschland. 1252 wurde sie das erste Mal bedient. 

Acht Minuten Kurzurlaub in der Natur und auf dem Wasser

Für viele Passagiere der „Hoopter Möwe 2“ ist die etwa sieben bis acht Minuten lange Reise wie ein Kurzurlaub. Sie steigen aus, stellen sich an die Reling, schauen auf die Elbe und genießen die Natur. Auch Ralph Rehlmeyer weiß seinen Arbeitsplatz zu schätzen. „Ich mag die Gesamtsituation hier. Der Lauf der Elbe, die Veränderung der Natur. Es ist besonders toll, wenn die Bäume ihre Farbe verändern.“ 

Seit acht Jahren ist der Niedersachse bereits auf der Fähre im Dienst. Vorher war er Altenpfleger. Auf dem Weg zu einem Möbelhaus hatte er damals das Schild „Kassierer gesucht“ gesehen, sich einfach beworben und den Job bekommen. Ein Wechsel, den er bisher nicht bereut hat. „Es begeistert mich, dass ich mit Menschen zu tun habe.“ Auf der Fähre hat er schon viel erlebt – auch den zarten Start einer langjährigen Beziehung und einen Heiratsantrag. 

Im Alltag hat er nicht nur mit Touristen, Spaziergängern und Radfahrern zu tun. Es gibt auch viele Stammkunden. „Moin, Moin“, ruft Rehlmeyer einem SUV-Fahrer zu. „Lange nicht gesehen“, antwortet der. „Was macht dein Sohn“, fragt Rehlmeyer zurück. „Der ist in Australien“, lautet die Antwort. „Nein, das ist ja toll“, sagt der 59-Jährige und kassiert das Geld für die Überfahrt. Manchmal, sagt Rehlmeyer, nehme er spannende Gespräche mit den Kunden Tage später einfach wieder auf.

Fähre spart bis zu 33 Kilometer Umweg

Gerade morgens und nachmittags fahren immer wieder dieselben Menschen mit ihren Autos auf die Fähre. Für Pendler ist das Schiff mit Platz für bis zu 25 normal große Autos ein Segen. Statt über die nächste Brücke auf die andere Seite der Elbe fahren zu müssen, können sie mit Fähre stark abkürzen. Bis zu 33 Kilometer Umweg können sie so sparen. Und Zeit sowieso. 

Gleisbauer Thorben hat die Fähre seinem Chef genau deshalb schmackhaft machen können. Er nutzt sie oft mit dem Firmen-Lastwagen für Fahrten zwischen der Baustelle in Hamburg-Bergedorf und dem Firmengelände in Meckelfeld/Seevetal. „Die A1 ist mit dem Lkw eine Katastrophe. Mit der Fähre sparen wir nicht nur Diesel, sondern auch locker zwei Stunden Arbeitszeit. So kann ich mehr schaffen“, sagt der 30-Jährige, bevor er sich wieder in den Lkw setzt und die Fähre verlässt.

Die Verkehrssituation auf der Autobahn 1 spielt der Fähre in die Karten. „Wenn es auf der A1 eine Vollsperrung gibt, kannst du davon ausgehen, dass es 20 Minuten später hier richtig voll wird“, sagt Decksmann Rehlmeyer, der längst als das Gesicht der kleinen und wichtigen Fähre gilt. Manchmal setzt das Unternehmen dann zwei Fähren gleichzeitig ein, um die Autoschlangen abarbeiten zu können.

Familienunternehmen mit Liebe zum Wasser

Der Mann an den Steuerhebeln ist Dariusz Bednarkiewicz. Er ist nicht nur einer der Fährkapitäne, die das Schiff täglich zwischen den Ufern hin und her steuern. Er ist auch der Betreiber von Hamburgs letzter Autofähre. Seit fast 774 Jahren gibt es diese Verkehrsverbindung bereits. Keine andere Fährverbindung in Deutschland existiert länger. „Da sind wir auch ganz stolz drauf“, sagt der 51-Jährige, der das Familienunternehmen zusammen mit seiner Frau aufrecht hält. Neben den Fährfahrten bieten sie auch Erlebnisfahren über die Elbe, oft mit Buffet.

Der Fährkapitän hat schon Tankschiffe gesteuert und ist bereits über den Rhein gefahren. Seit mehr als zehn Jahren steuert er regelmäßig die Autofähre über die Elbe. Er drückt Knöpfe, zieht an Hebeln, kontrolliert den Bildschirm und schaut aus dem Führerhäuschen oberhalb der Plattform mit den geparkten Autos. „Irgendwann hat man das im Gefühl. Ich bin seit 30 Jahren auf dem Wasser unterwegs.“ 

Dariusz Bednarkiewicz liebt das Wasser, das Meer, die See. Seinen Urlaub verbringt er gern mal auf Kreuzfahrtschiff. „Ich kann vom Schiff nicht lassen“, sagt er und schmunzelt. „Ich liebe das. Ich fahre hier total runter.“ Mit rund zehn Stundenkilometern ist die „Hoopter Möwe 2“ meist unterwegs.

Branche macht der Klimawandel zu schaffen

Sein Puls steigt allerdings, wenn er über die anstrengende Personalsuche nachdenkt. „Es ist mittlerweile schwer, Leute zu bekommen.“ Das bestätigt auch der Deutsche Fährverband. „Wie in vielen Bereichen des Transportwesens fehlen auch in der Fährbranche qualifizierte Arbeitskräfte und Nachwuchs“, sagt dessen erster Vorsitzender, Simon Lanius, der dpa. 

Generell stehe die Branche zwar stabil da, aber die teure Umrüstung auf klimafreundliche Antriebe, die hohen Treibstoffpreise und mehr Extremwetter aufgrund des Klimawandels seien herausfordernd. „Hoch- und insbesondere Niedrigwasserereignisse stellen für viele Fährbetriebe ein erhebliches Problem dar.“ Trotz der gestiegenen Kosten sind die Preise auf der Fähre zwischen Hamburg und Niedersachsen seit fünf Jahren stabil. 

Etwa 270 Fähren in Deutschland

In Deutschland gibt es dem Verband zufolge etwa große und kleine 270 Fähren – von kleinen Gierseilfähren über Flussfähren bis hin zu größeren Autofähren. Von den rund 4.200 Binnenschiffern im Bereich des Personentransports in Deutschland sind etwa 2.000 auf Fähren beschäftigt. Der Frauenanteil sei zwar relativ niedrig, aber er steige stetig. Rund 900 Beschäftigte sind Fährführer und somit im Besitz eines Fährschifferzeugnisses oder eines Binnenpatents – so wie Dariusz Bednarkiewicz. 

In den Wintermonaten Dezember bis Februar macht die „Hoopter Möwe 2“ Pause. Bis dahin aber wird Hamburgs letzte Autofähre weiterhin Tausende Autos, Fahrräder und Fußgänger auf die andere Elbseite fahren. 

Nur Wohnwagen-Gespanne und Wohnmobile dürfen nicht mehr mitfahren, weil sie beim Auf- und Abfahren oft aufgesetzt und Fähre oder Fahrzeug beschädigt haben. Pferde und Großviecher dürfen im Anhänger mitfahren. Exotische Tiere sind eher nicht dabei: „Außer einem etwa 1,80 großen, rosafarbenen Hasen hatten wir bisher keine ungewöhnlichen Tiere auf der Fähre“, sagt Rehlmeyer und grinst. Zu dem Zeitpunkt war Loveparade. Es habe sich eine witzige Diskussion darüber entsponnen, ob er als Mensch oder als Tier abgerechnet werden wolle. „Am Ende war es egal. Große Tiere und Menschen kosten gleich viel.“

Читайте на сайте


Smi24.net — ежеминутные новости с ежедневным архивом. Только у нас — все главные новости дня без политической цензуры. Абсолютно все точки зрения, трезвая аналитика, цивилизованные споры и обсуждения без взаимных обвинений и оскорблений. Помните, что не у всех точка зрения совпадает с Вашей. Уважайте мнение других, даже если Вы отстаиваете свой взгляд и свою позицию. Мы не навязываем Вам своё видение, мы даём Вам срез событий дня без цензуры и без купюр. Новости, какие они есть —онлайн с поминутным архивом по всем городам и регионам России, Украины, Белоруссии и Абхазии. Smi24.net — живые новости в живом эфире! Быстрый поиск от Smi24.net — это не только возможность первым узнать, но и преимущество сообщить срочные новости мгновенно на любом языке мира и быть услышанным тут же. В любую минуту Вы можете добавить свою новость - здесь.




Новости от наших партнёров в Вашем городе

Ria.city
Музыкальные новости
Новости России
Экология в России и мире
Спорт в России и мире
Moscow.media










Топ новостей на этот час

Rss.plus