Deutschland geht als klarer Favorit ins WM-Sechzehntelfinale gegen Paraguay. Doch es entwickelt sich ein Spiel, das erst im Elfmeterschießen entschieden wird. Die deutsche Nationalmannschaft ist bei der Fußball-WM im Sechzehntelfinale völlig überraschend ausgeschieden. Gegen Paraguay verlor die DFB-Elf im Elfmeterschießen mit 3:4. Nach 120 Minuten hatte das Spiel 1:1 gestanden. Für Deutschland ist es die dritte WM-Blamage in Serie. 2018 und 2022 war die DFB-Elf bereits in der Gruppenphase ausgeschieden, nun folgte das Aus im Sechzehntelfinale. Das Elfmeterschießen war dabei höchst dramatisch. Kai Havertz verschoss den ersten Versuch, Nick Woltemade den vierten. Zu diesem Zeitpunkt hatte Paraguay alle Versuche getroffen. Weil aber auch Sanabria verschoss, Deutschlands Nadiem Amiri traf und Balbuena an Manuel Neuer scheiterte, ging es auch im Elfmeterschießen in die Verlängerung. Jonathan Tah setzte seinen Schuss aber über das Tor. Weil José Canale für Paraguay traf, war Deutschlands Aus besiegelt. So lief das Spiel Die deutsche Nationalelf begann mit Deniz Undav und Nathaniel Brown statt Jamal Musiala und David Raum in der Startelf. Kapitän Joshua Kimmich blieb rechts in der Abwehr. Den besseren Start erwischten aber die Südamerikaner. Schon nach einer Minute holte Paraguay eine Ecke raus, die auch gleich gefährlich wurde. Alonsos Versuch aber konnte von Manuel Neuer entschärft werden (2. Minute). In der Folge übernahm Deutschland die Spielkontrolle, ein erster Abschluss von Undav blieb aber ohne Gefahr (6.). Es sollte zunächst ein Spiel in eine Richtung werden. Deutschland hatte den Ball, Paraguay aber weitestgehend die Kontrolle, denn die "Albiroja" ließ wenig zu. Es entwickelte sich ein träges Spiel, in dem sich die DFB-Elf den Ball hin und her passte, aber zu fast keinen Chancen kam. Gefährlich wurde es dafür auf der anderen Seite. Eine Ecke Paraguays klärte die DFB-Abwehr nur ungenügend, sodass die Südamerikaner noch einmal an den Ball kamen. Miguel Almirón setzte Matías Galarza in Szene, der von Aleksandar Pavlović nicht aufgenommen wurde. Galarzas Flanke landete bei Julio Enciso, der aus zentraler Position unbedrängt einköpfen konnte (42.). Ein Schock für die deutsche Mannschaft, die zunächst keine Reaktion zeigen sollte. Es ging mit 0:1 in die Pause. "Das ist verrückt" : Klopp attackiert DFB-Elf nach Rückstand Für den zweiten Durchgang ließ sich Bundestrainer Nagelsmann etwas einfallen. Er brachte Leon Goretzka für Felix Nmecha , der blass geblieben war. Eine neue Energie sollte die DFB-Elf zunächst aber nicht ausstrahlen. Etwas aus dem Nichts sollte dann der Ausgleich fallen. Eine Flanke von Florian Wirtz von der linken Seite landete auf dem Kopf von Kai Havertz, der den Ball ins lange Eck beförderte (54.). Paraguay stellte daraufhin etwas um, attackierte die deutsche Mannschaft früher und wurde selbst offensiver. Gefährlich sollte es aber vorerst nicht werden. Julian Nagelsmann setzte auf einen frischen Impuls, brachte Jamal Musiala für den unauffälligen Deniz Undav (63.). Musiala machte sofort auf sich aufmerksam, warf sich defensiv in einen gegnerischen Ball (69.). Vorne aber sollte Deutschland aber erst in der 77. Minute wieder gefährlich werden. Wieder landete eine Flanke von Florian Wirtz auf dem Kopf von Kai Havertz. Diesmal aber konnte Paraguays Schlussmann Gill abwehren. Die letzte gute Chance in der regulären Spielzeit gehörte auch der DFB-Elf. Diesmal kam Leon Goretzka per Kopf zum Abschluss, Erfolg sollte aber auch er keinen haben. Es ging in die Verlängerung. Die 30 Extraminuten begannen so, wie die 90 davor zu Ende gegangen waren: Deutschland hatte den Ball, Paraguay verriegelte das eigene Tor. Eine Flanke nach der anderen landete im Strafraum des Außenseiters. In der 97. Minute sollte darauf auch das 2:1 folgen. Doch der Schuss des eingewechselten Nick Woltemade konnte noch geblockt werden. Proteste der Deutschen, dass Verteidiger Gustavo Gómez den Ball regelwidrig mit der Hand berührt hatte, blieben ohne Erfolg. Der Schiedsrichter entschied auf Ecke, nicht auf Strafstoß. Hitzig wurde es dann kurz vor der Halbzeit der Verlängerung. Jonathan Tah köpfte Deutschland nach einer Ecke in Führung – dachten Fans und Spieler zumindest. D och kurz danach meldete sich der Video-Assistent. Der Grund: Waldemar Anton habe bei der Entstehung möglicherweise den gegnerischen Torwart gefoult. Schiedsrichter Jalal Jayed schaute sich die Szene an und entschied tatsächlich auf Foul – eine umstrittene Entscheidung. Im zweiten Durchgang der Verlängerung kam zunächst Paraguay zu zwei Standardsituationen, die aber nichts einbringen sollten. Aber auch auf der anderen Seite passierte zunächst wenig. In der 119. Minute hatte dann Waldemar Anton die beste Chance auf das deutsche Siegtor. Doch sein Kopfball nach einer Ecke war zu mittig, sodass Torwart Gill den Ball festhalten konnte. Ein Freistoß in der Nachspielzeit von Nadiem Amiri landete knapp neben dem Tor – es ging ins Elfmeterschießen.