Ein Menschenrechtler erhebt schwere Vorwürfe gegen Donald Trump und die Fifa. Die WM in den USA, Kanada und Mexiko verkomme zur politischen Inszenierung. Nicholas McGeehan, der Direktor der Menschenrechtsorganisation FairSquare, erhebt schwere Vorwürfe gegen US-Präsident Donald Trump und den Fußball-Weltverband Fifa. Trump und sein Umfeld würden die derzeit laufende Fußball-WM dazu nutzen "ihren aggressiven Nationalismus und Rassismus" zu demonstrieren. "Sie haben schon erreicht, was sie erreichen wollten", sagte McGeehan dem Sport-Informations-Dienst (SID). Die Fifa habe ihnen das "ganz eindeutig ermöglicht". McGeehan wirft Fifa-Präsident Gianni Infantino vor, Trumps Politik zu unterstützen. Gegen den Fifa-Chef hat FairSquare wegen dessen enger Beziehung zum US-Präsidenten Beschwerde bei der Ethikkommission des Weltverbands eingelegt. "Es ist ziemlich klar, dass die Fifa versucht, das MAGA-Projekt mithilfe der Weltmeisterschaft zu unterstützen", sagte McGeehan dem SID. Schutz vor Strafverfolgung: Trumps "Friedensrat" will Immunität für sich selbst Trump hält bizarre Rede: 30 Minuten Eigenlob Als Beispiel verweist der Menschenrechtler auf den somalischen Schiedsrichter Omar Artan, dem die Einreise in die USA verweigert wurde. Die US-Behörden begründeten dies mit mutmaßlichen Verbindungen zu Mitgliedern terroristischer Organisationen. McGeehan hält die Entscheidung dagegen für politisch motiviert. Auch die Einreiseprobleme des irakischen Nationalspielers Aymen Hussein sowie der usbekischen Nationalmannschaft seien Teil einer "großen Inszenierung" gewesen. "Deshalb haben sie im Wesentlichen bekommen, was sie wollten", sagte McGeehan. Trump hält sich derzeit im Hintergrund Bereits vor Beginn der Weltmeisterschaft hatten Kritiker befürchtet, Trump könnte das Turnier für politische Zwecke instrumentalisieren. Der US-Präsident selbst hält sich während des Wettbewerbs bislang allerdings weitgehend im Hintergrund und hat nach aktuellem Stand noch kein Spiel besucht. Nach Einschätzung McGeehans hat das den Fokus auf das Sportliche gelenkt. Die frühen Kontroversen seien in den Hintergrund gerückt. Das Turnier laufe aus Sicht der Fifa inzwischen "ziemlich gut", sagte er. Für Diskussionen sorgt das enge Verhältnis zwischen Trump und Infantino dennoch. Der Fifa-Präsident hatte dem Republikaner im vergangenen Dezember den Fifa-"Friedenspreis" überreicht. Zudem bestätigte Infantino, gemeinsam mit Trump nach dem Finale am 19. Juli den Siegerpokal zu übergeben. "Das fand ich bemerkenswert", sagte McGeehan. Infantino scheine "nicht unbedingt zu wollen, dass Trump einfach in den Hintergrund verschwindet".