In einer hitzigen Partie spielt die Türkei lange in Überzahl. Am Ende verliert das Team sein zweites WM-Duell und muss sich vorzeitig von seinen Träumen verabschieden. Früher Schock, keine Chance mehr auf die K.-o.-Runde: Die Türkei muss nach der nächsten Schmach ihre WM-Träume vorzeitig begraben. Die Mannschaft von Trainer Vincenzo Montella unterlag Paraguay nach einem Blitztor von Matias Galarza (2. Minute) trotz Überzahl in einem teils wilden "Endspiel", in dem mehrmals die Emotionen hochkochten, mit 0:1 (0:1). Das Gruppenfinale gegen die USA, die durch die türkische Niederlage als Gruppensieger feststehen, ist damit sportlich bedeutungslos. Schiedsrichter Iván Barton schickte derweil Miguel Almirón in der Nachspielzeit der ersten Hälfte vom Platz, weil er sich im Disput mit Gegenspieler Mert Müldür die Hand vor den Mund gehalten hatte. Damit wendete der salvadorianische Unparteiische erstmals eine bei dieser WM neue Regel an. Paraguay hat nun drei Punkte und kann die K.-o.-Runde in der Partie gegen Australien aus eigener Kraft erreichen. So lief das Spiel Seine Mannschaft wolle auf dem Platz zurückschlagen, hatte Trainer Montella nach der von ihm als übertrieben aufgefassten Kritik im Anschluss an das 0:2 zum Auftakt gegen Australien gesagt. Doch die Türkei wurde früh geschockt. Paraguay eroberte den Ball im türkischen Aufbau, spielte Galarza frei und der 24-Jährige traf aus gut 20 Metern platziert ins Eck. Die paraguayischen Fans, die Trommeln ins Stadion mitgebracht hatten und damit zunächst den Rhythmus bestimmten, waren begeistert. Die Türkei mühte sich, ins Spiel zu kommen. Ein erster Abschluss von Arda Güler aus aussichtsreicher Position flog weit über das Tor. Nach einer halben Stunde hatten die Türken zwar fast 80 Prozent Ballbesitz, viel anfangen konnten sie damit aber nicht. Und Glück hatten sie auch nicht. Nach einem Freistoß setzte sich Mert Müldür im Kopfballduell durch. Der Ball sprang erst an die Latte, dann an den Pfosten, aber nicht ins Tor. Wie viel auf dem Spiel stand, war im ganzen Stadion greifbar. Immer wieder wurde es hektisch. Schiedsrichter Iván Barton hatte oft Mühe, die erhitzten Gemüter zu beruhigen und stand dann komplett im Mittelpunkt. Nach Ansicht der Videobilder zeigte er Paraguays Miguel Almirón Rot. Durch die neu eingeführte Regel soll diskriminierendes Verhalten verhindert werden . Mit einem Mann mehr wurde der Druck der Türken immer größer. Das Montella-Team hatte auch Abschlüsse. Es fehlte jedoch entweder die Präzision oder Paraguays Torwart Orlando Gill verhinderte den Gegentreffer. Paraguay verteidigte leidenschaftlich und brachte den knappen Sieg über die Zeit.