ATP-Turnier: Auf Musters Spuren: Fritz in Stuttgart vor Titelverteidigung
Taylor Fritz steht in Stuttgart vor der Titelverteidigung – und könnte als erster Spieler seit Thomas Muster seinen Erfolg auf dem Weissenhof wiederholen. Im Finale wartet ein Landsmann.
Taylor Fritz reckte freudestrahlend die Arme in den Himmel und ließ sich feiern. Der US-Amerikaner wandelt beim Tennisturnier in Stuttgart auf den Spuren des ehemaligen French-Open-Siegers Thomas Muster. Fritz strebt am Sonntag im Finale gegen Ben Shelton die Titelverteidigung an. Der Österreicher Muster war es, dem dies 1995 und 1996 als bislang letztem Spieler gelang.
„Es ist immer cool, den Titel zu verteidigen“, sagte der 28-Jährige nach seinem Erfolg im Halbfinale gegen den Kasachen Alexander Bublik, den er 6:4, 6:4 bezwang. „Es wäre wie schon im letzten Jahr mein erster Titel des Jahres - und so in die Rasensaison zu starten, das wäre großartig.“
Schwung für Wimbledon?
Fritz würde gewaltigen Schwung für die kommenden Aufgaben aufnehmen, denn Stuttgart dient als Vorbereitungsturnier für das nächste Highlight im Kalender: das Grand-Slam-Turnier in Wimbledon ab Ende Juni.
Auf Rasen werde er für sein Risiko belohnt, meinte Fritz über seine Qualitäten auf diesem Untergrund. „Gras passt zu meinem Aufschlag, es passt zu meiner Rückhand.“
Als letzte Hürde steht dem US-Amerikaner ein Landsmann im Weg, der am Samstag zunächst noch sein Viertelfinale zu Ende bringen musste. Shelton war wie schon in der Runde zuvor über zwei Tage im Einsatz. Diesmal drehte er zunächst einen Satz-Rückstand gegen Sho Shimabukuro aus Japan noch um und gewann mit 4:6, 6:3, 6:4. Anschließend bezwang er Jiri Lehecka in einem fast dreistündigen Kraftakt mit 6:7 (4:7), 7:6 (16:14), 7:6 (8:6). Besonders der Tiebreak im zweiten Satz war nichts für schwache Nerven.
Shelton ist als Fünfter der Weltrangliste an Position eins in Stuttgart gesetzt, nachdem Alexander Zverev seine zunächst angekündigte Teilnahme erwartungsgemäß abgesagt hatte. Für ihn war die Zeit zwischen dem Erfolg bei Roland Garros in Paris und dem Stuttgarter 250er-ATP-Turnier zu knapp. Zverev startet stattdessen im westfälischen Halle in die Rasensaison.
Hanfmann und Struff greifen nach Titel im Doppel
Auch aus deutscher Sicht gibt es am Sonntag indes noch eine Titelchance: Yannick Hanfmann und Jan-Lennard Struff stehen im Doppel-Endspiel. Dort bekommen sie es mit Stefanos Sakellaridis (Griechenland) und Daniil Glinka (Estland) zu tun. Sakellaridis und Glinka bezwangen den Kroaten Nikola Mektic und Francisco Cabral aus Portugal, die beim 6:2, 4:6, 5:10 ihrer Favoritenrolle nicht gerecht werden konnten. Im Einzel waren Hanfmann und Struff bereits im Achtelfinale ausgeschieden.