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Schweizer Nati bei der WM 2026: Darum wächst das Selbstvertrauen um Xhaka

Nach drei Achtelfinaleinzügen in Folge will die Schweiz bei dieser WM mehr. Ex-Profi Fabian Lustenberger ordnet die Chancen ein. Beim Turnier freut er sich vor allem auf einen Bundesliga-Profi. Acht von 48 Mannschaften sind bereits in die Weltmeisterschaft gestartet, am Samstagabend geht es auch für die Schweiz los. Die "Eidgenossen", wie die schweizerische Nationalmannschaft genannt wird, treffen ab 21 Uhr auf Katar (im Liveticker bei t-online). Vorab hat Fabian Lustenberger, jahrelanger Bundesliga-Profi von Hertha BSC , dreifacher Nationalspieler der Schweiz und mittlerweile TV-Experte für das SRF, auf die Lage der Nationalmannschaft geschaut. Im Gespräch mit t-online erklärt er die große Entwicklung der kleinen Nation, schwärmt von einem Bundesliga-Profi und begründet, warum eine Rückkehr des früheren Bayern-Stars Xherdan Shaqiri ausgeblieben ist. t-online: Herr Lustenberger, Ihr Landsmann Granit Xhaka hat mehrmals betont: "Warum sollten wir nicht Weltmeister werden?" Ist die Schweiz ein Titelanwärter? Fabian Lustenberger: Ich tue mich schwer mit solchen Prognosen. Das Team darf mit reichlich Selbstvertrauen antreten, aber viele Mannschaften sind an großen Ansagen gescheitert. Fakt ist, dass die Schweiz in den letzten Jahren eine sehr gute Entwicklung genommen, das auch bei Turnieren gezeigt hat. Der nächste Schritt in ein Halbfinale hat bisher aber noch gefehlt. Seit 2014 hat die Schweiz bei jeder WM- und EM-Endrunde immer die Gruppenphase überstanden. Das gelang in der Zeit sonst nur Frankreich. Was steckt hinter der Entwicklung? Das fußt auf einem gesunden Fundament an guter Arbeit, das vor Jahren gelegt wurde. Spieler wie Granit Xhaka sind schon lange dabei, dazu kommen gute Jungs nach. Viele Schweizer spielen im Ausland – auch das spricht dafür, dass der vor 15 Jahren eingeschlagene Weg der richtige ist. Andere Nationen haben Turniere verpasst, wir nicht. Da darf sich die Schweiz selbst auf die Schulter klopfen. Ist der Druck nun groß, ins Viertelfinale einziehen zu müssen? Vielleicht ist ein bisschen Druck da, die Erwartungen der Öffentlichkeit und der Mannschaft decken sich aber. Das macht es etwas leichter. Durch die guten Leistungen ist die Erwartungshaltung kontinuierlich gestiegen, der Druck nimmt also nicht erst in diesem Jahr zu. Bei den vergangenen Turnieren hat die Schweiz dem standgehalten. Hier einen aktuellen Artikel verlinken: Link Und hier noch einen zweiten: zweiter Link Wird die Schweiz im Konzert der ganz Großen noch als kleiner Gegner wahrgenommen? Das ist der Tatsache geschuldet, dass wir ein kleines Land sind. Und der Schweizer ist eher reserviert, neutral, will sich nicht zu weit aus dem Fenster lehnen – das zahlt auch auf die Wahrnehmung ein. Norwegen, das eher als Geheimfavorit genannt wird, hat mit Erling Haaland und Martin Ødegaard zwei Superstars im Team. Die haben eine ganz andere Strahlkraft. Wir haben auch Spieler auf Topniveau, aber nicht die internationalen Stars auf dem Level eines Haaland. Mir gefällt diese Rolle im Hintergrund aber. So kann man sich von hinten anschleichen. Xhaka hat nach der WM-Generalprobe gegen Australien gemahnt: "So darfst du nicht auftreten, sonst fährst du nach drei Spielen nach Hause." Wie kritisch sehen Sie die Lage? Ich sehe die Lage nicht kritisch. Granit sieht es auch nicht kritisch, aber er weiß, wann er mal dazwischen fegen muss. Er hat niemanden angegriffen, sich als Teil des Teams eingeschlossen. Eine solche Aussage freut die Medien, aber ich fand das überhaupt nicht schlimm. Das war ein Weckruf zur richtigen Zeit. Was würde ein Gruppen-Aus in der Schweiz auslösen? Es würde Enttäuschung bei der Mannschaft, bei den Fans, bei der ganzen Schweizer Öffentlichkeit auslösen. Nach den letzten Jahren sind wir etwas verwöhnt. Ich möchte aber eigentlich keinen Gedanken an das Worst-Case-Szenario verschwenden. Es ist nicht schwerer geworden, weiterzukommen. Die Gegner heißen Katar, Bosnien-Herzegowina und Kanada. Gefühlt reicht schon ein einziger Sieg. Ich sehe kein Gefahrenpotenzial, dass das schiefgeht. Die Mannschaft ist gefestigt, erfahren und hat ausreichend Hunger. Beim wilden 3:4 gegen Deutschland vor zweieinhalb Monaten wirkte die Schweiz defensiv anfällig. Was zeichnet das Spiel der Mannschaft von Murat Yakin generell aus? Der Kern der Mannschaft ist seit einigen Jahren zusammen und dementsprechend gut eingespielt. Dazu kommen talentierte Einzelspieler, die sich schnell integrieren und dann in eine bedeutende Rolle hineinwachsen können. Auch Murat Yakin ist schon länger als Trainer dabei. Johan Manzambi war in der abgelaufenen Bundesliga-Saison einer der Shootingstars. Wird er auf der großen WM-Bühne nun die ganze Welt überraschen? Er hat in Freiburg bewiesen, was er kann. Spielzeit wird er auf jeden Fall erhalten. Manzambi hat das Potenzial, in den kommenden Jahren ein Leistungsträger der Schweiz zu sein. Er ist das perfekte Beispiel dafür, dass gute Leistungen bei einem Bundesligisten wie Freiburg dich zu einem großen Kandidaten in der Nationalmannschaft machen. Nationaltrainer Murat Yakin hat mehrere junge Spieler zu Hause gelassen, darunter Alvyn Sanches, Alessandro Vogt und Zachary Athekame. Ist der Kader ausgewogen besetzt? Das Team ist sehr gut aufgestellt. Es sind einige Kandidaten dabei, für die es das letzte Turnier sein könnte. Dahinter lauern junge Spieler, die in den kommenden Jahren wichtig sein werden. Xherdan Shaqiri ist auch nicht dabei. Nach der EM 2024 ist er aus dem Nationalteam zurückgetreten, hat zuletzt aber wieder eine gute Saison gespielt. Hätte Yakin sich wie Nagelsmann bei Neuer für ein Comeback einsetzen sollen? Nagelsmann musste bei Neuer sicherlich nicht kämpfen, er konnte ihm einen Stammplatz garantieren. Wenn jemand Shaq gesagt hätte, dass er jedes Spiel absolviert, dann wäre er zurückgekommen. Die Rolle war für ihn aber nicht vorgesehen. Und so ist es auch in Ordnung, er hatte einen schönen Abschied aus dem Nationalteam. Die Schweiz spielt in Vancouver, in der San Francisco Bay Area und in Los Angeles . Werden die klimatischen Unterschiede ein Problem? Das wird eine Herausforderung für das Team und den ganzen Staff. Neben den klimatischen Bedingungen zählen auch die Anstoßzeiten dazu. Aber das sind Profis, die genügend Zeit zur Vorbereitung hatten. Und außerdem: Die Gegner spielen unter denselben Bedingungen. Damit müssen alle klarkommen. Haben die Visa-Probleme von Breel Embolo einen Einfluss aufs Team? Das Thema ist erledigt, da er jetzt bei der Mannschaft ist. Er hat ein paar Einheiten verpasst, ist aber topfit und bestens vorbereitet. Das ist ein interessantes Thema für die Öffentlichkeit, aber nicht für Embolo selbst. Und die Klapperschlangen? Die Spieler müssen etwas aufpassen, aber das sollte sie nicht weiter stören. Ich bin froh, dass wir in der Schweiz keine Klapperschlangen haben. (lacht)

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