Deutsche EU-Abgeordnete verdienen auch nebenbei gut. Einer hat sogar 30 Nebenjobs. Unter den zehn Spitzenverdienern im EU-Parlament sind vier Deutsche. Angelika Niebler (CSU) liegt auf Platz fünf und meldete knapp 180.000 Euro pro Jahr aus 18 Nebentätigkeiten. Manfred Weber, ebenfalls CSU , liegt auf Platz vier mit knapp 200.000 Euro, die überwiegend aus seinem Amt als EVP-Vorsitzender stammen. Das berichten n-tv und Transparency International. Den Spitzenplatz nimmt der rumänische Abgeordnete Gheorghe Piperea ein, der 644.262 Euro nebenbei verdienen soll. Auf Platz zwei steht der Franzose Laurent Castillo mit 249.885 Euro. Das EU-Parlament beendete vor Kurzem Betrugsermittlungen gegen Niebler, weil eine Mehrheit gegen die Aufhebung ihrer Immunität stimmte. Ihr wurde vorgeworfen, aus EU-Mitteln Fahrer und lokale Assistenten bezahlt zu haben, die sie auch zu Terminen für Nebentätigkeiten begleiteten. Rund ein Drittel ihrer Nebeneinkünfte stammt nach ihren Angaben aus freiberuflicher Arbeit für die Kanzlei Gibson, Dunn & Crutcher LLP. Auf Platz sechs liegt Engin Eroglu von den Freien Wählern mit etwa 176.000 Euro Nebeneinkünften. Er wird gefolgt von dem CDU-Mitglied Andreas Schwab, dessen Nebeneinkünfte auf 158.000 Euro geschätzt werden. Deutsche Spitze bei Nebenjobs Die Auswertung beruht auf Selbstauskünften der Abgeordneten. In vielen Fällen mussten ntv.de und Transparency International EU nach eigenen Angaben mit Mittelwerten aus Einkommensspannen rechnen. "Eine durchgreifende Aufsicht über Nebeneinkünfte oder Lobbykontakte der Abgeordneten gibt es de facto nicht", sagt Nick Aiossa von Transparency International EU. Bei der Anzahl der Nebenjobs von EU-Angeordneten werden die ersten fünf Plätze von Deutschen besetzt. Axel Voss von der EVP hat demnach 30 Tätigkeiten angegeben, sein Fraktionskollege Peter Liese 26, CSU-Mitglied Markus Ferber 23. Angelika Niebler, Monika Hohlmeier und Rene Repasi folgen ihnen. Allerdings sind die meisten der Nebentätigkeiten ohne Einnahmen.