Kurz vor dem Start der WM ist der Traum von der Turnierteilnahme für Lennart Karl geplatzt. Der Bayern-Profi meldet sich zu Wort. Jungprofi Lennart Karl hat sich nach seiner Oberschenkelverletzung und dem WM-Aus selbst zu Wort gemeldet. Er wisse nicht, wo er anfangen solle, "aber es tut einfach unbeschreiblich weh, das größte Turnier verpassen zu müssen", schrieb der 18 Jahre alte Fußballer des FC Bayern München kurz nach der Diagnose. "Leider kommen Verletzungen oft zum unglücklichsten Zeitpunkt." Er habe alles dafür getan, um fit für die WM zu sein. Karl versprach, er werde stärker zurückkommen. Er werde das DFB-Team jede Minute unterstützen. "Danke für die starken Nachrichten", schrieb er. Karl hatte sich im Abschlusstraining vor dem letzten Testmatch heute (20.30 Uhr/RTL) in Chicago gegen Mitgastgeber USA einen Muskelbündelriss im linken, vorderen Oberschenkel zugezogen, wie der DFB nach einer Untersuchung des Offensivspielers in einem Krankenhaus mitteilte. Anteilnahme von zahlreichen Teamkollegen Bundestrainer Julian Nagelsmann reagierte umgehend auf die Diagnose. Er nominierte Assan Ouédraogo von RB Leipzig anstelle von Karl in sein 26 Spieler umfassendes Aufgebot nach. Der 20-Jährige hatte beim 6:0 zum Abschluss der WM-Qualifikation gegen die Slowakei im November sein Länderspiel-Debüt gefeiert und gleich ein Tor erzielt. Ouédraogo wird in den kommenden Tagen ins WM-Quartier in Winston-Salem anreisen und dort auf die DFB-Kollegen treffen. Unter Karls Post auf Instagram sammelten sich schnell tausende Kommentare, darunter viele von deutschen Nationalspielern wie Jamal Musiala , Nick Woltemade oder Antonio Rüdiger , aber auch von Bayern-Kollegen wie Michael Olise und Dayot Upamecano oder dem Schweizer Granit Xhaka. Auch Rekordnationalspieler Lothar Matthäus sprach von einem "Schock". "Du freust dich darauf, du arbeitest dahin, das ist der Traum deiner Kindheit, vielleicht irgendwann mal bei der Weltmeisterschaft dabei zu sein. Und dann, wenn du gerade auch noch wie Lennart Karl in den Himmel geschossen bist nach acht, neun Monaten Profidasein", sagte Matthäus bei einem DFB-Sponsorentermin in Chicago. "Diesen Schock, den muss er auch vom Kopf her verarbeiten." Verbandschef Neuendorf berichtete von der Verabschiedung Karls im Mannschaftshotel nach der Rückkehr von den Untersuchungen in einem Krankenhaus. "Julian (Nagelsmann) war da, hat noch ein paar Worte gesagt, die ganze Mannschaft war da. Er hat auch noch ein paar Worte gefunden, obwohl ihm das schwergefallen ist. Er war extrem traurig, sind auch glaube ich schon ein paar Tränen geflossen", erzählte Neuendorf von der Zusammenkunft von Bundestrainer und DFB-Stars im Waldorf Astoria. "Das drückt so ein bisschen die Stimmung, muss man sagen. Er war ja wirklich die letzten Spiele top unterwegs und hat uns viel Freude gemacht", sagte der 64-Jährige über Karl. Matthäus richtete trotz der bitteren Nachricht den Blick nach vorne. "Es ist ein Schock gewesen für mich. Es ist aber auch das Risiko, das du als Spieler hast, eben mit Verletzungen klarzukommen, dass sie natürlich zum ungünstigsten Zeitpunkt jetzt gekommen ist. Das ist schlimm genug. Aber ja, es tut mir leid. Es geht aber weiter", sagte der 65-Jährige. Der Weltmeister von 1990 erinnerte an seinen Kreuzbandriss, der ihn um die EM-Teilnahme 1992 gebracht hatte.