Regisseur Wim Wenders will seinen Film "Falsche Bewegung" vorerst nicht mehr zeigen. Bis es zu dieser Entscheidung kam, dauerte es. Jetzt reagiert Nastassja Kinski. Schauspielerin Nastassja Kinski hat sich in einem Post auf Instagram zu Regisseur Wim Wenders geäußert. Auf dessen Entscheidung, den Film "Falsche Bewegung" aus dem Jahr 1975 vorerst nicht mehr zu zeigen, ging sie dabei überraschend wenig ein. Vielmehr reagierte die 65-Jährige bei Instagram auf Wenders Äußerung bei der Verleihung des Deutschen Filmpreises vor einer Woche. "Es war nicht leicht, aber seit Langem fällig, diesen Moment in meinem allerersten Film anzusprechen", schreibt sie. In der Szene in "Falsche Bewegung" ist die damals 13-jährige Kinski mit nacktem Oberkörper zu sehen. Ein Mann ohrfeigt sie und streichelt dann ihr Gesicht. Kinski trägt lediglich eine Unterhose. Im Mai äußerte sie sich dazu im Interview mit der "Süddeutschen Zeitung", sagte: "Obwohl ich mit 13 noch nicht so viel wusste, habe ich schon gemerkt, dass das nicht in Ordnung war". Schon lange habe sie Wenders darum gebeten, die rund zweiminütige Szene aus dem Film zu entfernen. Nastassja Kinski: Das sagt die Filmakademie zum Streit über Nacktszene Nacktszene bringt Debatte ins Rollen: Entlarvend, feige und unfassbar träge Nastassja Kinski schrieb nun auf ihrem nicht verifizierten Instagram-Profil: "Ich war lang, lang ruhig, geduldig, dachte es wird einen gerechten Dialog geben mit meinem Regisseur Wim Wenders, aber er nahm mich nicht ernst, er nahm meine Bitte nicht ernst, nicht für voll, weil ich damals 13 war im Film 'Falsche Bewegung'?" Sie stellte klar: "Gerade deswegen hätte er agieren müssen, mich ernst nehmen, meine Bitte, aber Wim Wenders war nirgends." Vergangene Woche Freitag hatte er sich dann öffentlich beim Deutschen Filmpreis in Berlin geäußert, als er den Ehrenpreis für sein Lebenswerk entgegennahm. Er sagte dort, er würde die Szene "heute nie mehr so machen". Seinem damaligen jungen Ich habe er aber nichts vorzuwerfen, da der Film in einer anderen Zeit gedreht wurde. Doch alle Filmschaffenden sollten sich fragen: "Wie geht man mit Filmerbe um?" Dürfe und solle man eine Szene schneiden, wenn sie einer Schauspielerin – "die ich sehr verehrt habe und verehre" – weh tue? "Kann man einen Film im Nachhinein kürzen?", fragte Wenders. Auch bat er die Deutsche Filmakademie um eine Debatte. "Es warst nur du, Wim, der es ändern muss" Auf Kinski habe Wenders bei seinem Auftritt "ratlos" gewirkt, schrieb sie jetzt. "Genau da vor all den Leuten, sprach er darüber, aber keine Entschuldigung, vergleichen mit Filmen und Regisseuren, die nichts mit dieser Art Szene zu tun haben, es warst nur du, Wim, der es ändern muss, diese Szene, und mir gerecht werden, als 13-Jährige in unserem ersten Film, der ironischerweise noch dazu 'Falsche Bewegung' heißt, Wim." Kinskis Anwalt Christian Schertz hatte zuvor gesagt, dass Wenders ein persönliches Gespräch mit Kinski zu der Szene "bereits seit Jahren verweigert" habe. Dass der Film nun aus allen aktuellen Auswertungsformen zurückgezogen wird, über Streamingangebote er nicht mehr zugänglich sein soll, sehe Schertz als "längst überfällig" an. "Ich bedauere zudem, dass das erst in Folge des öffentlichen Drucks erfolgte, nachdem er in seiner Rede auf dem Deutschen Filmpreis zunächst versucht hat, die Verantwortung abzugeben, und das Ansinnen von Nastassja Kinski indirekt als Zensur bewertete, was wirklich infam war", sagte er. "Man muss an dieser Stelle nochmal betonen, dass zuvor sämtliche Bemühungen von Frau Kinski und mir über mehr als zehn Jahre gescheitert waren, sie hierzu anzuhören", fuhr er fort. "Zudem muss man natürlich abwarten, was jetzt konkret das Gesprächsangebot beinhaltet." In der von seiner Stiftung veröffentlichten Mitteilung bat Wenders Kinski auch um Entschuldigung. Auf diese geht Nastassja Kinski in ihrer jüngsten Stellungnahme nicht ein.