Bei der Kaderplanung hat der FC Bayern wohl nur wenige Hausaufgaben zu erledigen. Eine Spur könnte zu einem anderen Bundesligisten führen. Das Double souverän geholt und das Champions-League-Finale nur knapp verpasst: Der FC Bayern blickt auf eine erfolgreiche Saison zurück. Viel muss sich im Kader des Rekordmeisters nicht verändern, denn aus der Startelf bleiben den Bayern wohl alle Spieler erhalten. Lediglich ein paar Ergänzungsspieler wie Leon Goretzka , Raphaël Guerreiro oder Nicolas Jackson werden den Klub verlassen. Mit Leih-Rückkehrer Noël Aséko gibt es im zentralen Mittelfeld zudem eine weitere Option. Wie der "Kicker" berichtet, soll es zwei Verstärkungen geben: einen vielseitigen Offensivspieler und einen Linksverteidiger. Das Budget betrage rund 100 Millionen Euro. Während es auf der Verteidigerposition aktuell eher ruhig ist, gibt es in der Offensive einige Gerüchte. So galt Anthony Gordon lange als Wunschkandidat, entschied sich aber in der vergangenen Woche für den FC Barcelona . Am Dienstag wurde dann das Werben um Ismael Saibari von der PSV Eindhoven öffentlich . Der vielseitige Marokkaner soll das erklärte Transferziel für die Offensive sein, seit dieser Woche laufen die Gespräche. In der Abwehr ist die Zahl der Gerüchte noch überschaubar. Doch das gut informierte Portal "The Athletic" vermeldete am Dienstag, dass der Rekordmeister an einem deutschen Nationalspieler interessiert sei: Nathaniel Brown . Zuletzt hatte unter anderem die "Bild" von einem losen Interesse der Bayern berichtet. Auch der FC Arsenal soll den 22-Jährigen von Eintracht Frankfurt beobachten. Ein Deal würde aus Bayern-Sicht nicht nur sportlich Sinn ergeben; auch andere Faktoren sprechen für einen Wechsel. Die sportliche Perspektive Brown spielt seit 2024 für Eintracht Frankfurt, kam damals von Zweitligist Nürnberg zu den Hessen. In Frankfurt arbeitete sich der Linksfuß erst unter Dino Toppmöller in die Startelf, behielt aber auch in der abgelaufenen Saison nach dem Trainerwechsel zu Albert Riera seinen Stammplatz in der Frankfurter Abwehr. Mit vier Toren und vier Vorlagen war Brown einer der wenigen Lichtblicke einer enttäuschenden Eintracht-Saison 2025/26. Das war auch Julian Nagelsmann aufgefallen, der den 22-Jährigen in seinen WM-Kader berief. Am Sonntag stand Brown dann sogar im Test gegen Finnland in der Startelf. "Nene hat eine sehr gute Gabe, offensiv die Räume zu finden. Er hat Speed und defensiv ein gutes Eins-gegen-Eins", erklärte er vor dem Spiel im ZDF . Eigenschaften, die auch der FC Bayern gut gebrauchen könnte. Zudem kann Brown nicht nur links hinten spielen, sondern auch rechts. Zumindest stellte ihn Ex-Trainer Albert Riera in Frankfurt mehrmals auf die andere Seite, wo er seinen Job ordentlich machte. Zudem spielte Brown unter Toppmöller in Frankfurt auch schon im linken Mittelfeld. Diese Vielseitigkeit passt perfekt in die Planung der Bayern, die eher auf einen kleinen Kader setzen wollen, mit Spielern, die mehrere Positionen bekleiden können. Etwaige freie Kaderplätze sollen dann von jungen Talenten aus der eigenen Akademie aufgefüllt werden. Und mit 22 Jahren würde der gebürtige Bayer auch viele Jahre in München spielen können. Was würde Brown kosten? Sollte der FC Bayern tatsächlich auf Brown und Frankfurt zugehen, kommt die verpasste Qualifikation der Eintracht für den Europapokal den Münchnern entgegen. Denn die setzt die Hessen finanziell unter Druck, deren Personalkosten auf Einnahmen aus der Champions League oder der Europa League ausgerichtet sind. Sportvorstand Markus Krösche sagte am Montag: "Wir müssen Transfererlöse erwirtschaften." Günstig wird die Eintracht ihren Außenverteidiger aber nicht ziehen lassen. Browns Vertrag ist noch bis 2030 gültig, von einer Ausstiegsklausel ist bisher nichts bekannt. Laut der "Bild" denkt Krösche an eine Ablöse im Bereich von 60 bis 80 Millionen Euro. Ob die aber am Ende umsetzbar ist, bleibt abzuwarten. Das Budget der Bayern für diesen Sommer soll bei rund 100 Millionen Euro liegen. Saibari und Brown zu verpflichten, würde bei den aufgerufenen Preisen eher nicht funktionieren. Uli Hoeneß als Befürworter? Wer einen neuen Spieler nach München holen will, muss den Aufsichtsrat überzeugen. Das hat nicht nur Sportvorstand Max Eberl leidlich erfahren müssen, sondern auch Trainer Vincent Kompany . In einem Podcast mit dem bayerischen Ministerpräsidenten Markus Söder hatte Aufsichtsratsmitglied Uli Hoeneß im April von einem Besuch Kompanys mit Sportdirektor Christoph Freund bei ihm am Tegernsee erzählt. Der Anlass: Kompany und Freund wollten Hoeneß vom Kauf von Xavi Simons (damals RB Leipzig) überzeugen. Kompany habe gesagt: "Uli, wir brauchen den Xavi, wir brauchen den Xavi, wir brauchen den Xavi. Dann habe ich gesagt: Vincent, du kannst jetzt noch ein Stück Apfelkuchen haben, aber keinen Xavi. Wir wollen, dass du die jungen Spieler einsetzt." Im Fall von Nathaniel Brown hätten Kompany, Freund und Eberl womöglich mehr Rückendeckung vom Aufsichtsrat um Hoeneß. Jüngst hatte der Ehrenpräsident des FC Bayern im "Spiegel"-Interview seine WM-Elf aufgestellt – und sich dabei auch für Brown entschieden. "Ich würde auch Brown aufstellen, weil er mir gut gefällt", erklärte Hoeneß. Eine Äußerung, die auch die sportliche Leitung der Bayern vernommen haben könnte. Ob der Rekordmeister am Ende wirklich ein Angebot für den 22 Jahre alten Nationalspieler abgibt, bleibt offen. Klar ist aber, dass Brown aus verschiedenen Aspekten eine geeignete Lösung wäre.