Jedes große Turnier steht auch immer unter dem Einfluss der Politik. Wird die Fußball-WM in diesem Jahr zur Bühne für einen Republikaner? Die US-Regierung erwägt einen Eingriff an mehreren großen Flughäfen, der die internationale Luftfahrt erheblich beeinträchtigen und während der Fußball-Weltmeisterschaft in den USA, Kanada und Mexiko zu Chaos führen könnte. Heimatschutzminister Markwayne Mullin prüft laut US-Medien derzeit, Zollbeamte und Mitarbeiter der Grenzschutzbehörde CBP in größerer Zahl von den Drehkreuzen New York (JFK), Chicago O'Hare und San Francisco abzuziehen. Laut dem Luftfahrtmagazin "Aero International" könnten Reisende an diesen Flughäfen dann "schlicht nicht abgefertigt werden". Die Maßnahme würde einem "Einreiseverbot für Passagiere aus dem Ausland gleichkommen, zumindest solange keine Ausweichlösung greift", so die Branchenexperten. Fußball-WM: Deutsche Fans bleiben lieber zu Hause Strafbar: Zoll warnt vor Trikot-Fälschungen "Schlicht nicht abgefertigt" Warum riskiert Mullin eine solche Situation? Er will damit Druck auf die "Sanctuary Cities" (zu Deutsch etwa "Zufluchtsorte") ausüben. Diese Städte, deren Behörden grundsätzlich keine aktive Zusammenarbeit mit der Einwanderungsbehörde ICE leisten, nannte Mullin vergangene Woche "radikal links". Mullin weiter: "Wenn sie den Bundesbehörden nicht erlauben, die Einwanderungsgesetze in ihren Gemeinden durchzusetzen, dann sollten wir auch keine internationalen Flüge in ihre Städte abfertigen." "Die auf der Abschussliste stehen" Der Zeitpunkt der Debatte dürfte dabei von Mullin bewusst gewählt worden sein. Alle drei genannten Flughäfen sind internationale Luftfahrtdrehkreuze, New York und San Francisco sogar Ausrichterstädte für die WM vom 11. Juni bis 19. Juli. Für das Mega-Turnier mit 48 Mannschaften werden fünf Millionen Menschen aus aller Welt erwartet. "Viele davon haben Direktflüge in genau jene Städte, die nun auf der Abschussliste stehen", schreibt "Aero International". WM: Amerikas Hotels schlagen Alarm Der US-Fernsehsender CNN glaubt, dass Mullin, Nachfolger der im März aus dem Amt entlassenen Kristi Noem , sich besonders klar als Trump-Vertrauter positionieren und in diesem Sommer zur WM seine Bühne finden wolle. Ein Insider wird mit den Worten zitiert, Mullin sei regelrecht "besessen" von der Flughafen-Idee. Er habe sie sogar bei Treffen im Weißen Haus ungefragt angesprochen. "Verheerende Folgen" Aber nicht jeder im Trump-Lager ist von Mullins Vorhaben überzeugt. Verkehrsminister Sean Duffy kritisierte das Vorhaben laut CNN während einer Anhörung im Kongress: "Wir sollten den Flugverkehr in einem Bundesstaat nicht lahmlegen, nur weil er unsere Politik nicht unterstützt", sagte er. Eine Warnung kommt auch von Airlines for America. Der Lobbyverband mehrerer großer US-Fluggesellschaften teilte mit: "Eine Reduzierung der Personalstärke der Zoll- und Grenzschutzbehörde an großen Flughäfen hätte verheerende Auswirkungen auf die Luftfahrt- und Tourismusbranche und würde erhebliche operative Störungen für Fluggesellschaften, Reisende und den internationalen Warenverkehr verursachen". Auch die U.S. Travel Association, ein nationaler Verband der Reisebranche, reagierte mit den Worten: "U.S. Travel ist überzeugt, dass ein solcher Schritt verheerende Folgen für die Reisebranche und die Gemeinden hätte, die auf internationale Besucher angewiesen sind."