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Urlaub auf Sardinien: Regeln und Verbote für Touristen | Italien

Wer ein Sardinien-Souvenir mit nach Hause bringen möchte, geht besser in ein Geschäft. Muscheln und Steine vom Strand müssen per Gesetz auf der Insel bleiben. Was sonst noch für Touristen gilt. Türkisfarbenes Wasser, weiße Sandstrände und unberührte Natur: Sardinien gilt für viele Urlauber als Paradies. Um diese Schönheit zu schützen, gelten auf der zu Italien gehörenden Mittelmeerinsel teils strenge Regeln für Touristen. Wer sie missachtet, riskiert hohe Geldstrafen oder sogar strafrechtliche Konsequenzen. Besonders bekannt ist inzwischen das Verbot, Sand, Muscheln oder Steine von den Stränden mitzunehmen. Regelmäßig kontrollieren Behörden an Häfen und Flughäfen Urlauber, die vermeintliche Souvenirs im Gepäck haben. Erst kürzlich wurde in Porto Torres eine französische Touristin gestoppt, die mehr als 40 Kilogramm Sand und Muscheln in ihrem Auto versteckt hatte. Ihr droht nun ein Bußgeld von bis zu 3.000 Euro. Im Urlaub: Für diese Gewohnheiten drohen saftige Strafen Sand und Muscheln als Souvenir sind tabu Das Mitnehmen von Sand ist auf Sardinien schon seit Jahren verboten. Grundlage ist ein Regionalgesetz von 2017. Es untersagt nicht nur das Entfernen von Sand, sondern auch von Kieseln, Quarzgestein und Muscheln selbst in kleinsten Mengen. Wer erwischt wird, muss mit Strafen zwischen 500 und 3.000 Euro rechnen. Der Hintergrund: Sardiniens Strände leiden zunehmend unter Erosion. Wind und Meer tragen Material ab, gleichzeitig verschwinden jedes Jahr große Mengen durch diebische Touristen. Allein 2019 beschlagnahmten Behörden nach Angaben lokaler Medien fast fünf Tonnen Sand, Muscheln und Steine. In den drei Sommermonaten des Jahres 2025 waren es Behördenangaben zufolge insgesamt 500 Kilogramm. Vor allem empfindliche Küstenabschnitte wie die berühmten weißen Strände rund um Stintino oder die Dünenlandschaften im Westen der Insel gelten als besonders schützenswert. Hier darf nicht einmal ein normales Badehandtuch ausgelegt werden. Warum? Handtuchverbot an schützenswerten Stränden Am berühmten Strand La Pelosa (in der Gemeinde Stintino) ist das Auslegen von Frotteehandtüchern strikt untersagt. Auch an einigen anderen Stränden, wie beispielsweise der Rena Bianca (Santa Teresa Gallura), gelten mittlerweile ähnliche Regeln. Damit soll verhindert werden, dass in dem feuchten Textil Sand kleben bleibt und abgetragen wird. Was übertrieben klingt, ergibt rein rechnerisch Sinn. Bleiben pro Badehandtuch zehn Gramm Sand hängen, sind das auf 1.500 Strandbesucher hochgerechnet schnell 15 Kilogramm pro Tag. Bei 92 Sommertagen im Jahr kommen 1.380 Kilogramm (oder 1,3 Tonnen) Sand zusammen, die in Handtüchern weggeschleppt werden. Eine Alternative zum Strandhandtuch gibt es übrigens auch. Touristen müssen stattdessen Stroh- oder Bastmatten unterlegen. An ihnen klebt kaum Sand fest, man kann sie außerdem leicht abklopfen oder abstreichen. Raucher müssen diese Regeln einhalten Auch Raucher müssen aufpassen. In mehreren Regionen Italiens – darunter auch zahlreiche Orte auf Sardinien – gelten inzwischen Rauchverbote an öffentlichen Stränden. Oft sind nicht nur klassische Zigaretten betroffen, sondern auch E-Zigaretten. Selbstredend ist auch das Wegschnippen von Kippen verboten. Je nach Kommune drohen Bußgelder zwischen 25 und 500 Euro. Urlauber sollten deshalb auf Hinweisschilder achten oder sich bei örtlichen Touristeninformationen ins Bild setzen. Die Regeln dienen nicht nur dem Umwelt-, sondern auch dem Brandschutz. Gerade in den heißen Sommermonaten steigt auf Sardinien die Gefahr von Wald- und Buschbränden massiv an. Wem nachgewiesen werden kann, dass er einen Waldbrand ausgelöst hat, der kann mit Freiheitsstrafen von bis zu 10 Jahren (bei Vorsatz) oder bis zu 5 Jahren (bei Fahrlässigkeit) bestraft werden. Des Weiteren drohen Schadensersatzforderungen in Millionenhöhe für Löscheinsätze und Wiederaufforstung Wildcampen ist auf Sardinien verboten Viele Urlauber träumen davon, direkt am Strand oder mitten in der Natur zu übernachten. Auf Sardinien ist Wildcampen allerdings verboten. Das gilt auch für das einfache Biwakieren mit Schlafsack. Besonders streng kontrolliert werden Naturschutzgebiete und Meeresschutzparks wie Asinara, Tavolara, Capo Caccia oder die Halbinsel Sinis. Dort kann bereits die bloße Anwesenheit von Menschen Tiere und empfindliche Ökosysteme stören. Wer campen möchte, muss ausgewiesene Campingplätze nutzen. Verstöße können empfindliche Geldstrafen nach sich ziehen. Strände und Dünen dürfen nicht befahren werden Auch für Touristen, die auf Sardinien mit Autos, Motorrädern oder Quads unterwegs sind, gelten Einschränkungen. Viele Dünengebiete und Strände dürfen nicht befahren werden. Besonders in Naturschutzgebieten sind die Regeln streng. Laut Auswärtigem Amt können Verstöße sogar mit hohen Geldbußen oder Freiheitsstrafen geahndet werden.

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