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"Wahnsinnsfahren" im Norden: Wer hier rast, verliert sein Auto für immer

In Dänemark greift bei extremen Geschwindigkeitsüberschreitungen das wohl härteste Gesetz Europas. Was Autofahrer dringend beachten sollten. Seit April 2021 bestraft Dänemark das sogenannte Wahnsinnsfahren drakonisch: Wer das Tempolimit um mehr als das Doppelte überschreitet und dabei schneller als 100 km/h fährt, verliert sein Fahrzeug noch vor Ort. Die Polizei beschlagnahmt den Wagen sofort. Später versteigert ihn der Staat – selbst dann, wenn der Fahrer gar nicht der Eigentümer ist. Das Gesetz trifft Ausländer und Dänen gleichermaßen. Wann die Polizei das Auto einkassiert Der Staat greift in mehreren Fällen rigoros durch: Extreme Geschwindigkeit: Der Fahrer rast mit mehr als 200 km/h oder überschreitet das Limit um das Doppelte (bei über 100 km/h). Alkohol am Steuer: Die Blutalkoholkonzentration liegt bei mehr als 2,0 Promille. Fahrerflucht : Der Fahrer flieht nach einem Unfall vor der Polizei, obwohl Menschen verletzt oder getötet wurden. Wem das Fahrzeug gehört, interessiert die Behörden nicht. Die dänische Polizei zieht Mietwagen, Leasingfahrzeuge oder das Auto von Freunden genauso ein wie das Eigentum des Täters. Den Erlös aus der Versteigerung behält die dänische Staatskasse. Welche Strafen bei der Rückkehr nach Deutschland drohen Wer nach einem solchen Verstoß die dänische Grenze hinter sich lässt, entkommt der Strafe nicht. Ein EU-Rahmenbeschluss bewirkt, dass deutsche Behörden die dänischen Bußgelder auch in Deutschland einziehen. Übrigens: Auch die deutsche Justiz greift bei extremem Fehlverhalten hart durch. Illegale Autorennen werden mit bis zu zwei Jahren Haft oder einer Geldstrafe geahndet. Deutsche Gerichte können das Auto in solchen Fällen ebenfalls als Tatmittel einziehen. Im Falle eines Schadens drohen sogar deutlich härtere Strafen. Milde bei Alltagssünden Bei alltäglichen Verstößen zeigt sich Dänemark zumindest im skandinavischen Vergleich maßvoller. Wer 20 km/h zu schnell fährt, zahlt 135 Euro. Das ist zwar deutlich mehr als in Deutschland, aber weit weniger als im Nachbarland Norwegen , wo für denselben Verstoß mehr als 400 Euro fällig werden. Das dänische Recht trifft somit vor allem lebensgefährliches Verhalten, nicht den kleinen Fehler im Alltag.

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