Marie-Louise Eta übernimmt als erste Frau das Traineramt eines Bundesliga-Männerteams. BTSV-Präsidentin Nicole Kumpis freut sich für Eta – doch es hagelt auch Hasskommentare. Sie ist die erste Trainerin einer Männermannschaft in der Fußball-Bundesliga: Marie-Louise Eta. Die 34-Jährige ist seit letzter Woche Interimstrainerin bei Union Berlin. Das Presseaufgebot an ihrem ersten Trainingstag in Köpenick war bereits riesig. Hasskommentare, Reaktionen berühmter Persönlichkeiten und zahlreiche Schlagzeilen folgten der Pressemitteilung des Fußballklubs am Samstagabend. Auch die Präsidentin von Eintracht Braunschweig , Nicole Kumpis, äußerte sich zu der Neuigkeit. Kumpis' klare Kritik an Strukturen Kumpis' Meinung ist klar: Die bestehenden Strukturen erschweren Trainerinnen den Weg. Im Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur (dpa) erzählt sie, dass sie Eta persönlich kenne und sich sehr über ihren neuen Posten gefreut habe. Gleichzeitig betonte die Eintracht-Präsidentin, dass es sich bei der Besetzung um keine Besonderheit handeln dürfe. Ihrer Meinung nach mangele es nicht an "fachlicher Qualität", sondern an "strukturellen Voraussetzungen und Chancen". "Einer muss ja die Wäsche machen" Auf Instagram sind viele einer Meinung mit der Eintracht-Präsidentin – so häufen sich die Glückwünsche unter Etas Repost zu ihrer neuen Position. Doch neben positiver Kritik muss die Trainerin auch Hass erdulden. Kommentare wie "Einer muss ja die Wäsche machen" und "Mach dich ab, wo du herkommst" sind neben den vielen positiven Kommentaren unter dem Beitrag zu finden. Eta hat Erfahrung als Trainerin und eine UEFA-Pro-Lizenz vorzuweisen. Vor ihrem Amt als Interimstrainerin trainierte sie die männliche U19 von Union. Im Sommer wird Eta das Team von Union als Cheftrainerin in der Frauen-Bundesliga übernehmen. So zumindest lautet der bisherige Plan. Eintracht-Präsidentin wünscht sich mehr Frauen im Fußball Kumpis selbst kennt sich mit der Schwierigkeit, als Frau eine männliche Bundesliga-Mannschaft zu repräsentieren, aus. Sie musste sich bereits Hasskommentaren, Diffamierungen und laut dem Vorstand der Eintracht sogar Gewaltandrohungen stellen. Mit Blick in die Zukunft ist es Kumpis wichtig, dass mehr Frauen sichtbar werden und den Weg in Führungspositionen im Profi-Fußball gehen. Sie wünscht sich mehr Frauen "auf der Trainerbank, im Management oder in den Gremien", wie sie im Gespräch mit der dpa erklärte.