Lange war der Industriestrompreis innerhalb der Koalition Diskussionsthema. Nun scheinen sich Wirtschaftsministerin Reiche und Umweltminister Schneider einig zu sein. Wirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) und Umweltminister Carsten Schneider (SPD) haben sich nach Informationen des "Handelsblatts" aus Regierungskreisen auf die Details zur Einführung zur Industriestrompreisbremse geeinigt. Für 14.30 Uhr ist eine Pressekonferenz des Bundeswirtschaftsministeriums angekündigt. Die EU-Kommission hat die Pläne ebenfalls bereits genehmigt. Deutschland darf demnach die Stromkosten energieintensiver Unternehmen rückwirkend ab dem 1. Januar 2026 bis Ende 2028 subventionieren, wie die Kommission am Donnerstag mitteilte. Für die Hilfen sind den Angaben zufolge insgesamt 3,8 Milliarden Euro vorgesehen. Für Gaskraftwerke: Ministerium bestellte offenbar Argumente bei Gaslobby Fracking in Deutschland: Reiche drückt aufs Gas Mit dem Industriestrompreis will die Bundesregierung den Strompreis deckeln, den Unternehmen letztlich zahlen, und finanziert die Differenz zum Preis am Strommarkt. Der reduzierte Strompreis für die Firmen muss laut EU-Kommission mindestens bei 50 Euro pro Megawattstunde liegen. Voraussetzung ist zudem, dass die Unternehmen mindestens die Hälfte der Einsparungen in eine klimafreundlichere Produktion investieren. Die Gelder stehen Unternehmen in Sektoren offen, "bei denen ein erhebliches Risiko besteht, dass sie ihre Tätigkeiten in Länder außerhalb der EU verlagern", teilte die Kommission weiter mit. In Deutschland sind das vor allem die Stahl-, Zement- und Chemieindustrie. Unternehmen können die Staatshilfen zum Ende jedes Jahres beantragen, die Subventionen hängen dann von ihrem tatsächlichen Verbrauch und den durchschnittlichen Strompreisen ab. Die schwarz-rote Koalition hatte den Industriestrompreis bereits im November grundsätzlich beschlossen, lange bevor der Irankrieg die Energiepreise in die Höhe trieb. Das grüne Licht aus Brüssel stand noch aus.