Sechs Spieltage sind es noch, dann ist die Saison in der 2. Bundesliga vorbei. Das kommende Wochenende könnte ein entscheidendes werden. Die 2. Bundesliga zeigt sich auch in diesem Jahr extrem spannend. Sechs Teams mischen im Rennen um den Aufstieg mit, während im Tabellenkeller die halbe Liga um den Klassenerhalt kämpft. Nur wenige Klubs wie der 1. FC Kaiserslautern , der Karlsruher SC und der 1. FC Nürnberg bewegen sich Anfang April im gesicherten Mittelfeld. Im Aufstiegskampf hat dieses Wochenende einen besonderen Charakter. Sechs Spieltage vor Schluss ist Crunchtime in Liga 2. Die Top 7 der Tabelle treffen in drei direkten Duellen aufeinander. Im Verfolgerduell empfängt Hertha BSC den 1. FC Kaiserslautern , Hannover 96 muss zum SV Darmstadt 98 und der FC Schalke 04 zur SV Elversberg ins Saarland. Bleibt die Aufstiegstür für Hertha geschlossen? Die tabellarisch leichteste Aufgabe hat der SC Paderborn , der zu Hause Abstiegskandidat 1. FC Magdeburg empfängt. Was die meisten Teams eint: Fast alle müssen an diesem Wochenende auf wichtige Spieler verzichten. Das erste für den Aufstiegskampf relevante Spiel findet am Samstagmittag (13 Uhr) im Berliner Olympiastadion statt. Nach dem 2:5-Debakel Ende Februar in Paderborn antwortete Herthas Trainer Stefan Leitl auf die Frage, ob die Tür zum Aufstieg endgültig geschlossen sei: "Die ist zu und abgesperrt." Doch seitdem ist einiges passiert: Hertha holte aus den letzten fünf Spielen von 15 möglichen 13 Punkte – hat aber immer noch fünf Zähler Rückstand auf Relegationsplatz drei. Klar ist: Um die Minimalchance auf den Aufstieg zu wahren, müssen die Hauptstädter den 1. FC Kaiserslautern, der selbst als Siebter mit neun Punkten Rückstand auf Platz drei keine realistischen Aufstiegschancen mehr besitzt, schlagen. Aufgrund des aktuellen Laufs und der Tatsache, dass Lautern auswärts erst drei Spiele gewonnen hat, geht die Hertha als klarer Favorit ins Spiel. Rotgesperrt fehlen wird Offensivspieler Josip Brekalo. Topspiel am Samstag – Darmstadt fehlen Säulen Weiter geht's mit dem Topspiel am Samstagabend (20.30 Uhr) am Darmstädter Böllenfalltor zwischen den heimischen Lilien und Hannover 96. Beide haben derzeit 50 Punkte auf dem Konto, Darmstadt ist Vierter, Hannover Fünfter. Die Ausgangslage ist klar: Für den Verlierer des Spiels wird es extrem schwer, nochmal an die ersten drei Plätze heranzukommen. Der Gewinner hingegen rückt den Top drei auf die Pelle. Am Böllenfalltor trifft am Samstagabend das beste Heimteam auf das zweitbeste Auswärtsteam. Darmstadt hat sogar in dieser Saison noch kein Heimspiel verloren. Am Samstag muss Darmstadts Trainer Florian Kohfeldt allerdings stark improvisieren. Neben Stamm-Mittelfeldspieler Kai Klefisch fehlt auch Isac Lidberg (beide gelbgesperrt). Besonders der Lidberg-Ausfall schmerzt, schließlich hat er schon 15 Tore geschossen. Auf die Frage, wie groß der Vorteil für Hannover dadurch sei, antwortete 96-Trainer Christian Titz auf der Pressekonferenz vor dem Spiel ausweichend: "Ich thematisiere das nicht so groß und stelle mich auf das ein, was sie für Spieler haben. Aber es ist unbestritten, dass er ein guter Stürmer ist und einen guten Torabschluss hat." Neben Lidberg fehlt auch Offensivakteur Luca Marseiler. Er zog sich vor wenigen Wochen einen Kreuzbandriss zu. Doch auch Titz selbst hat durchaus Personalsorgen. So muss er in Darmstadt auf Daisuke Yokota (Gelbsperre) und Abwehrchef Boris Tomiak (Ellenbogenverletzung) verzichten. Auch Schalke fehlen Leistungsträger Mit den unbestritten größten Personalsorgen im Kreis der Aufstiegsanwärter geht der FC Schalke 04 in die letzten Saisonwochen. In Nikola Katić (Knieverletzung) und Edin Džeko (Schulterverletzung) fehlen zwei absolute Leistungsträger mindestens mehrere Wochen. Doch am Sonntag gegen die SV Elversberg wird die Personallage für Trainer Miron Muslić noch komplizierter: Auch Innenverteidiger Mertcan Ayhan und Kapitän Kenan Karaman (beide Gelbsperre) fallen für das Spitzenspiel aus. Im Duell an der Elversberger Kaiserlinde steht einiges auf dem Spiel. Gewinnt die SVE gegen Schalke und punktet Paderborn parallel gegen Magdeburg, dann würde der Spitzenreiter aus Gelsenkirchen plötzlich auf Relegationsplatz drei zurückfallen. Auf der anderen Seite könnte Schalke mit einem Sieg die Elversberger auf sechs Punkte distanzieren und in Anbetracht der anderen Ergebnisse mindestens fünf Punkte Vorsprung auf den Relegationsrang haben. Krönt sich der SC Paderborn zum Spieltags-Gewinner? Zum Gewinner des Spieltags könnte der SC Paderborn werden, wenn er sein Heimspiel gegen Magdeburg gewinnt. Sollte Schalke nicht in Elversberg gewinnen, dann würden die Ostwestfalen mit einem eigenen Heimsieg den 29. Spieltag als Tabellenführer beenden. Aber Achtung: Magdeburg steht zwar im unteren Tabellendrittel, spielt jedoch oft nicht wie ein Abstiegskandidat. Das haben die Elbstädter unter anderem kürzlich beim 4:1-Sieg über den VfL Bochum eindrucksvoll bewiesen. So oder so: Nach diesem Spieltag in der 2. Bundesliga wird noch nichts entschieden sein. Doch die direkten Duelle stellen die Weichen für die letzten fünf Spieltage.