Am Samstag sind deutschlandweite Protestaktionen junger Menschen geplant. Grünen-Politiker Banaszak warnt vor vorschnellen Verurteilungen. Der Grünen-Vorsitzende Felix Banaszak warnt davor, die Teilnehmer der angekündigten Jugendproteste am Samstag unter Generalverdacht zu stellen. "Die Rhetorik der Union, diese Proteste präventiv schon mal zu kriminalisieren und in die Ecke von marodierenden Banden zu treiben, treibt die Leute im Zweifel sogar in eine Radikalisierung", sagte er dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND). Stattdessen solle man sich "mit ihren berechtigten Anliegen mal politisch vernünftig auseinandersetzen". Das Aufstiegsversprechen gelte für junge Menschen nicht mehr, das Leben sei für viele kaum mehr bezahlbar. "Sie haben den Eindruck, für alles ist im Zweifel Geld da, nur nicht für das, was für sie eine Rolle spielt." Deutschland: Gen Z-Brandbrief an Friedrich Merz Frankreich: Massiver Polizeiaufmarsch soll Ausschreitungen verhindern Italien: Demonstranten stürmen Kolosseum Banaszak bildet mit Franziska Brantner die Doppelspitze der Grünen. Er versucht die Gruppierung stärker links als Bewegungspartei zu positionieren. Es sei ein Fehler, auf die Forderungen der Protestbewegung "jetzt nur mit Warnungen vor Gewalt zu reagieren. Es ist klar, dass Gewalt keine Rolle spielen darf. Aber die Unzufriedenheit und die Frustration junger Menschen sind aus meiner Sicht absolut nachvollziehbar", sagte Banaszak dem RND. Dobrindt warnt vor Unterwanderung Die Initiative "Gen Z regelt" hat für Samstag zu einem deutschlandweiten Protesttag aufgerufen. Dabei soll es um Bildung und soziale Gerechtigkeit gehen. Bei ähnlichen Veranstaltungen in Frankreich , Spanien , Italien und Albanien war es jüngst zu Ausschreitungen gekommen. Innenpolitiker von Union und SPD warnten danach vor Ausschreitungen auch in Deutschland und der Unterwanderung des Protests durch extremistische Kräfte. So hatte Innenminister Alexander Dobrindt (CSU) erklärt: "Es gibt auch in Deutschland eine extremistische Szene und wir haben in der Vergangenheit auch erlebt, dass ausländische Mitglieder von extremistischen Szenen nach Deutschland kommen, um an Protesten teilzunehmen." In Frankreich waren die Schülerproteste gegen schlechte Bildungschancen Mitte Oktober eskaliert. Proteste hatte es auch in anderen europäischen Ländern wie Italien und Albanien gegeben. Die Jugendproteste entzünden sich an mangelnden Aufstiegschancen. Generell warnen Soziologen davor, dass alternde Gesellschaften ihre Innovationsfähigkeit verlieren. In einem Brandbrief an Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) mahnte "Gen Z" den Regierungschef: ""Wir sind die Zukunft dieses Landes und wir können nicht länger dabei zusehen, wie Sie unsere Zukunft verspielen."