Nach seiner Flucht in die USA erklärt sich Flávio Bolsonaro zum wahren Präsidenten Brasiliens. Er spricht von Wahlbetrug – Belege: Fehlanzeige. Nach seiner Absetzung in die USA hat sich der bei der Präsidentschaftswahl unterlegene Kandidat Flávio Bolsonaro als "echten Präsidenten" Brasiliens bezeichnet. "Ich bin der gewählte Präsident, und die Kriminellen, die die Wahl in Brasilien gestohlen haben, sind Teil einer kriminellen Organisation, die eine Tyrannei errichtet hat", erklärte Bolsonaro in einer auf seinem X-Account veröffentlichten Stellungnahme. Zudem prangerte "Wahlbetrug" an. Beweise für Betrug legte Bolsonaro nicht vor. Internationale Beobachter hatten die Abstimmung als fair eingestuft. Er war am Mittwoch mit seiner Familie in Miami eingetroffen, nachdem er sich einer Anordnung des Obersten Gerichtshofs widersetzt hatte, seine Reisepässe im Zuge von Geldwäsche-Ermittlungen abzugeben. Bolsonaro weist die Vorwürfe zurück. Für die Hilfe bei seiner Ausreise und die Aufnahme dankte er US-Präsident Donald Trump und dem argentinischen Staatsoberhaupt Javier Milei . Lulas Wahlsieg in Brasilien: Das gab es noch nie Der Rechtspopulist und seine Familie hatten sich über Argentinien und Ecuador in die USA abgesetzt. Die argentinische Einwanderungsbehörde erklärte am Mittwoch im Onlinedienst X, Flávio Bolsonaro sei am Dienstagabend "mit gültigen Reisedokumenten und ohne rechtliche Hindernisse" nach Argentinien eingereist, ehe er einen Flug nach Ecuador angetreten habe. Bolsonaro, seine Frau und seine beiden Töchter hätten ein Privatflugzeug der Fluggesellschaft Baires Fly S.A. mit Ziel Guayaquil in Ecuador bestiegen, teilte die Behörde mit. Von da aus ist er dann nach Miami geflogen. Brasilien: Amtsinhaber Lula hatte Wahl klar gewonnen Die brasilianische Polizei ermittelt gegen Bolsonaro wegen Korruptions- und Geldwäscheverdachts im Zusammenhang mit der Finanzierung des Films "Dark Horse" über seinen inhaftierten Vater Jair Bolsonaro . Letzterer war wegen eines Umsturzversuchs gegen Luiz Inácio Lula da Silva nach seiner Wahlniederlage 2022 zu einer mehrjährigen Gefängnisstrafe verurteilt worden. Flávio Bolsonaro hatte für den Fall seiner Wahl eine Begnadigung seines Vaters angekündigt. Ermittelt wird gegen ihn auch wegen möglicher Wahlkampfhilfen aus dem Ausland. Bolsonaros Amtszeit als Senator endet Anfang 2027, womit er auch seine parlamentarische Immunität verliert. Bei der Stichwahl zur Präsidentschaft in Brasilien am Sonntag hatte der linke Amtsinhaber Lula 51,8 Prozent der Stimmen erzielt, Bolsonaro erhielt 48,2 Prozent. Nach seinem Sieg in der ersten Wahlrunde war Flávio Bolsonaro als Favorit in die Stichwahl gegangen. Bolsonaros Liberale Partei räumte die Niederlage danach ein. Er selbst erkannte sie jedoch nicht an. Bolsonaro wirft Lula Machtmissbrauch vor und kündigte rechtliche Schritte an. Belege dafür lieferte er dafür nicht. Die Bolsonaro-Familie steht US-Präsident Donald Trump politisch nahe. Trump hatte nach der Bekanntgabe des Ergebnisses ebenfalls Zweifel an Lulas Wahlsieg geäußert. Es sehe nach einer "manipulierten Wahl" aus, sagte der US-Präsident. Belege dafür lieferte der US-Staatschef derweil nicht. Nach dem Sieg Bolsonaros in der ersten Wahlrunde hatte Trump Anfang Oktober von einem "sehr großen Sieg" gesprochen.