Traditionsbrauerei: Brauerei Wolters vor dem Aus - Gewerkschaft sieht Hoffnung
Nur noch bis Ende des Jahres wird in Braunschweig gebraut. Doch die Gewerkschaft NGG sieht einen Weg, den Produktionsstandort der Traditionsbrauerei Wolters zu erhalten.
Das bevorstehende Aus der Braunschweiger Traditionsbrauerei Wolters ruft die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten mit einer möglichen Alternative auf den Plan. Sie gebe sich mit der reinen Abwicklung des fast 400 Jahre alten Standorts nicht zufrieden, teilte die Gewerkschaft mit. Denkbar sei ein genossenschaftliches Zukunftsmodell, entsprechende Initiativen hätten dies ins Gespräch gebracht. Früheren Angaben zufolge wird bei Wolters nur noch bis zum Jahresende Bier gebraut.
Im Sommer hatte die 1627 gegründete Brauerei einen Antrag auf Insolvenz in Eigenverwaltung gestellt und das unter anderem mit Absatzrückgängen auf dem deutschen Biermarkt begründet. Zwischenzeitlich hatte Wolters auch nach neuem Kapital gesucht. „Ein entsprechender Investorenprozess für den Produktionsstandort blieb jedoch ohne Erfolg“, teilte die Insolvenzkanzlei mit. Die rund 90 Beschäftigten wurden über die Schließung des Standorts informiert.
Die Schließung der Produktion in Braunschweig sei kein „Naturgesetz“, teilte die Gewerkschaft mit. Es gebe einen Restfunken an Hoffnung - und über Internetplattformen habe es bereits Zusagen über insgesamt 560.000 Euro gegeben. Ziel sei der Erhalt von Arbeitsplätzen, ein „maßgeschneiderter Teil“ der Braunschweiger Produktionsstätte könne mit Hilfe von Bürgerkapital eine genossenschaftlich getragene Braustätte bleiben. Die Gewerkschaft forderte einen Runden Tisch von Eigentümern, Stadt und Banken.
Deutscher Biermarkt schrumpft
Der deutsche Biermarkt war im vergangenen Jahr so stark geschrumpft wie nie seit der Wiedervereinigung, wie das Statistische Bundesamt Anfang Februar berichtet hatte. Im Sommer hatte das Unternehmen als Ziel ausgegeben, den Geschäftsbetrieb grundlegend zu sanieren und sich wirtschaftlich neu aufzustellen. Das Insolvenzverfahren über die Brauerei wurde zum 1. September eröffnet.
Das Aus der Brauerei bedeutet nach früheren Angaben der Kanzlei nicht zwangsläufig auch das Aus für das dort gebraute Bier. Bemühungen, die Marke Wolters zu erhalten, laufen demnach weiter, Gespräche mit Interessenten werden geführt.