Max Verstappen macht eine deutliche Ansage vor den letzten Rennen der Saison 2026. Es geht um eine besondere Serie – und der Niederländer könnte doch noch eine Rolle im Titelkampf spielen. Die Ansage kam pünktlich zum Großen Preis von Bahrain an diesem Wochenende – und die Konkurrenz sollte gewarnt sein. "Ich will in diesem Jahr wenigstens ein Rennen gewinnen", erklärte Max Verstappen schon am Donnerstag – und der viermalige Weltmeister lieferte im Red Bull danach direkt ab: schnellster im ersten Freien Training, Vierter dann im zweiten auf den langsameren Reifen – und, wichtig: starke Zeiten bei den sogenannten Longruns. Sprich: Wenn es im Rennen drauf ankommt. Im Qualifying am Samstag dann unterstrich er seinen Anspruch mehr als deutlich: Verstappen sicherte sich erstmals in dieser Saison Startplatz eins und damit die perfekte Ausgangslage für seinen ersten Saisonsieg. An den Kurs in Malaysia – der eigentlich für April angesetzte Grand Prix von Bahrain wurde wegen des Iran-Kriegs verschoben und findet nun dort statt – hat der Niederländer ohnehin beste Erinnerungen: Verstappen gewann 2017 das bis heute letzte Formel-1-Rennen auf der Strecke in Sepang. Es war erst sein zweiter Erfolg in der "Königsklasse", heute steht er bei stolzen 71 Rennsiegen. Formel 1 in Malaysia: Max Verstappen düpiert den WM-Führenden "Ein Albtraum": Fans schimpfen über Chaos bei Formel-1-Rennen Aber: Der letzte liegt gute zehn Monate zurück. Seit dem Saisonfinale in Abu Dhabi im Dezember vergangenen Jahres schaffte es der Niederländer nicht mehr auf Platz eins. 2026 schlägt sich der noch vor wenigen Jahren so dominante britisch-österreichische Rennstall nach anfänglichen Schwierigkeiten mittlerweile mehr als beachtlich gegen die scheinbar übermächtige Konkurrenz von Mercedes, ein Platz auf dem obersten Treppchen sprang für den erfolgsverwöhnten Verstappen bisher aber noch nicht heraus. "Dafür bin ich hier" Und die Zeit wird knapp: Sieben Rennen sind es noch in dieser Saison – es droht das Ende einer beeindruckenden Serie. Denn seit 2016, seitdem er in einem Red Bull sitzt, konnte Verstappen immer mindestens einen Grand Prix pro Saison gewinnen. 2015 stieg Verstappen im Alter von 17 Jahren bei Toro Rosso in die Königsklasse ein, es war sein bis heute einziges Jahr ohne Sieg. Im Laufe der Folgesaison wurde er dann vom kleinen Schwesterrennstall zu Red Bull Racing befördert, seither hielt die "Siegesserie". Den Rekord teilen sich indes Michael Schumacher und Lewis Hamilton mit jeweils 15 Jahren in Folge mit mindestens einem Rennsieg. "Wir holen jetzt ziemlich viele Podestplätze, aber ich will gewinnen", sagte der Niederländer nun. "Dafür bin ich hier, und ich komme immer näher." Grund zum Optimismus gibt es in der Tat – denn die Red-Bull-Formkurve zeigt nach oben. Verstappen kann das Mercedes-Duo aus dem WM-Führenden Kimi Antonelli und dessen Verfolger George Russell immer häufiger herausfordern. Mehr noch: In fünf der letzten sechs Rennen fuhr er aufs Podium. Rang drei in Belgien, Platz zwei in Ungarn, Rang drei beim Großen Preis von Italien und zuletzt zwei weitere zweite Plätze in Spanien und vergangenes Wochenende in Aserbaidschan. In Baku vollbrachte Verstappen fast sogar das Kunststück, von Startplatz acht zum Sieg zu fahren – am Ende war Russell hauchdünne 0,196 Sekunden schneller. Chancen auf den Titel hat Verstappen (163 Punkte) als Gesamtsechster indes nicht mehr, Antonelli (302) führt mit 66 Punkten Vorsprung deutlich vor Russell (236). Pikant dazu: In der aktuellen Situation könnte Verstappen bei anhaltender Form noch zum Stressfaktor für die beiden Mercedes-Fahrer werden: Russell wird in den kommenden Rennen alles daran setzen, den Rückstand auf seinen jungen Teamkollegen aufzuholen, er kommt auch mit dem neuen Auto offenbar immer besser zurecht – und mittendrin könnte ein um Siege mitfahrender Max Verstappen den Ausschlag geben. Mercedes hat ungute Erinnerungen Eine Situation, die Mercedes zu gut kennt: Vor zehn Jahren schon fuhren Nico Rosberg und Lewis Hamilton in den Silberpfeilen um den Titel, und gegen Ende der Saison wurde Verstappen, damals gerade 19 Jahre alt, immer stärker. "Mein Gott", erinnerte sich Rosberg vor wenigen Tagen bei Sky Sports, "auf meinem Weg zum Titel hatte ich ihn in den letzten vier Rennen immer um mich herum. Ich glaube, er hat mich in drei dieser vier Rennen überholt, immer in einem Gerangel." Die unangenehme Folge: Das Risiko eines Ausfalls sei für ihn selbst durch Verstappen damals "um das Zehnfache" gestiegen, meint Rosberg heute. Eine ganz ähnliche Rechnung könnte sich nun für Antonelli und Russell ergeben. Und Verstappens Siegesserie würde auch im elften Jahr halten.