Mentale Probleme haben Michael Rösch beinahe das Leben gekostet. Der Olympiasieger sieht sich auch noch nicht als geheilt an. Der deutsche Biathlon-Olympiasieger Michael Rösch hat offen über seine Depressionen gesprochen und dabei einen Suizidversuch gestanden. "Irgendwann wollte ich nicht mehr leben. Ich hatte Suizidgedanken und habe versucht, mir das Leben zu nehmen. Dass ich das überlebt habe, war letztlich Glück", sagte er im Interview mit "web.de". Der Biathlet gewann mit 22 Jahren bei den Olympischen Spielen 2006 die Gold-Medaille mit der Staffel, verpasste jedoch vier Jahre später eine weitere Olympia-Teilnahme. "Danach wurde es immer schwieriger. Sportliche Probleme, private Probleme, finanzielle Probleme – irgendwann hing alles zusammen. Ich wusste zunächst überhaupt nicht, was mit mir los war", sagte er. Er hätte seine wahren Gefühle gut kaschieren können, habe sich jedoch auch immer weiter abgeschottet. Zweifache Olympia-Starterin: "Kann nicht mit 100.000 Euro Schulden aufhören" Superstar Michael Jordan : "Last Dance"-Trikot bringt Rekordsumme Aus zwei Gründen hätte er sich keine professionelle Hilfe geholt: eigener Stolz und Kraftlosigkeit. "Ich hatte unter anderem Pfeiffersches Drüsenfieber und einen Achillessehnenriss. Der Weg von der Küche zum Sofa und zurück war teilweise die Hölle. Ich konnte mir wochenlang nicht die Zähne putzen, weil selbst das zu viel war." Erst 2019 habe ein Gespräch in einer Notfallambulanz mit einer Ärztin und einer Psychologin dazu geführt, dass er seine Krankheit anerkennt und sich behandeln lässt. Zwar konnte der heute 43-Jährige die Medikamente "langsam ausschleichen", er sei von einem stabilen Zustand jedoch "noch weit weg". Eigentlich müsse er noch einmal eine Therapie machen. "Mit meinem damaligen Therapeuten war grundsätzlich alles okay, aber zwischenmenschlich hat es irgendwann nicht mehr richtig gepasst." Hinweis der Redaktion: Berichte über Suizide können wissenschaftlichen Studien zufolge Anreiz für Nachahmungen geben. Wir berichten daher nur dann über Selbsttötungen, wenn die Betroffenen besonders prominent oder die Begleitumstände außergewöhnlich sind. Falls Sie selbst viel über den eigenen Tod nachdenken oder sich um einen Mitmenschen sorgen, finden Sie hier sofort und anonym Hilfe.