Möglicherweise hat die britische Polizei in der vergangenen Nacht einen Anschlag verhindert. Vier Männer wurden festgenommen, in einer Militärbasis stieg die Alarmstufe. Fünf Männer sind nach einem Großeinsatz nahe dem britischen Militärflugplatz RAF Fairford im Südwesten Englands festgenommen worden. Wie die Polizei der Grafschaft Gloucestershire am Sonntag mitteilte, stehen sie im Verdacht, gegen das britische Sprengstoffgesetz verstoßen zu haben. Der Polizei waren in der Nacht zum Sonntag drei verdächtige Fahrzeuge aufgefallen, die in Richtung des Luftwaffenstützpunkts unterwegs waren. In der Ortschaft Whelford wurde ein sogenannter "Major Incident", also eine größere Gefahrenlage, ausgerufen. Einige Häuser wurden vorsorglich geräumt. Die Bewohner brachte man nach Angaben der Behörden in ein nahe gelegenes Freizeitzentrum. Zudem richtete die Polizei eine Sperrzone ein. Spezialisten der britischen Streitkräfte für Kampfmittelbeseitigung untersuchten mehrere Fahrzeuge. Was genau die Ermittler darin vermuteten oder ob tatsächlich Sprengstoff gefunden wurde, teilten die Behörden zunächst nicht mit. Drohnen über Deutschland: "Russland schickt sie zur Kriegsvorbereitung" Angst vor Mobilisierung: Russen verlassen das Land – hier steigen die Mieten Die Polizei erklärte am Vormittag, sie gehe davon aus, dass die Lage unter Kontrolle sei. Einsatzkräfte arbeiteten gemeinsam mit weiteren Behörden nach bestehenden Notfallplänen. Bewaffnete Polizisten sicherten nach Berichten von Journalisten auch Zufahrten in der Umgebung. Reuters berichtete von rund 30 Einsatzfahrzeugen, darunter Polizei-, Feuerwehr- und Rettungswagen. Möglicher Zusammenhang zu nahem Luftwaffenstützpunkt Whelford grenzt unmittelbar an RAF Fairford. Der Militärflugplatz wird zwar von der britischen Royal Air Force betrieben, spielt aber eine wichtige Rolle für die US-Luftwaffe. Nach Angaben der US Air Force befindet sich dort unter anderem das Hauptquartier des 501st Combat Support Wing. Die USA bezeichnen Fairford zudem als ihren bevorzugten vorgeschobenen europäischen Standort für strategische Bomber. Ob der Polizeieinsatz mit dem Stützpunkt zusammenhängt, ist bislang jedoch nicht bekannt. Die Polizei hat eine solche Verbindung nicht bestätigt. "Wir befinden uns in einem frühen Stadium der Ermittlungen", sagte eine Sprecherin. Auch zu einem möglichen Motiv der Festgenommenen machte sie zunächst keine Angaben. Die US Air Force wollte konkrete Schutzmaßnahmen auf dem Gelände nicht kommentieren. Ihre in Großbritannien stationierten Einheiten seien wachsam und würden die notwendigen Maßnahmen zum Schutz von Soldaten, Zivilbeschäftigten und deren Familien treffen, erklärte ein Sprecher. Fairford wurde für Iran-Einsätze genutzt Der Standort hat seit Beginn des Iran-Kriegs zusätzlich an militärischer Bedeutung gewonnen. Die britische Regierung erlaubte den USA im März, britische Stützpunkte für bestimmte militärische Operationen gegen iranische Raketenstellungen zu nutzen. Das Verteidigungsministerium erklärte damals, die Einsätze dienten dazu, Raketen zu zerstören, die Staaten und britische Interessen in der Region bedrohten. Kurz nach der Genehmigung landete der erste US-Bomber für diese Operationen in RAF Fairford. Von Fairford aus wurden anschließend US-Einsätze im Zusammenhang mit dem Krieg gegen den Iran unterstützt. Im Juli warnte die iranische Revolutionsgarde Großbritannien Medienberichten zufolge davor, US-Bomber von Fairford aus gegen den Iran operieren zu lassen. Stützpunkte, die für Angriffe genutzt würden, könnten demnach als Ziele betrachtet werden. Die britische Regierung erklärte daraufhin, ihre Streitkräfte seien zum Schutz des Landes bereit.